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Wildberg Duo aus Sulz ist Bäcker-Vize-Weltmeister

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Acht Stunden Zeit hatten Nicole und Patrick Mittmann, um 18 verschiedene Backwaren – darunter auch fünf Brotsorten – herzustellen. Foto: Schwarzwälder Bote

An dem internationalen Bäcker-Wettbewerb "Bread in the City", der in der an der italienischen Adria gelegenen Stadt Rimini stattfand, haben Bäcker aus aller Welt um Pokale, Medaillen und Preisgelder gebacken. Das deutsche Nationalteam um Nicole und Patrick Mittmann aus Sulz am Eck belegte den zweiten Platz.

Wildberg-Sulz. "Besser a Brot em Sack als a Feder uffem Huat", sagt ein schwäbisches Sprichwort. Die beiden Bäckermeister Nicole und ihr Cousin Patrick Mittmann aus Sulz am Eck haben zum Brot gleich noch eine Menge Preise in den Sack mit einpacken können, als sie aus dem italienischen Rimini nach Sulz am Eck zurückgekehrt sind.

Die Mittmanns nahmen am internationalen Wettbewerb "Bread in the City" teil und vertraten dabei die deutsche Bäcker-Nationalmannschaft. Nicole Mittmann und Patrick Mittmann wurden 2018 in die deutsche Bäcker-Nationalmannschaft aufgenommen, nachdem sie bei der Deutschen Meisterschaft der Bäckermeister den ersten Platz errungen hatten.

Organisiert wurde der Wettbewerb "Bread in the City" vom Richemont-Club Italy und fand auf der Messe Sigep in Rimini statt. Angetreten zum Wettbewerb waren insgesamt acht Bäcker-Nationalteams, immer in Zweier-Teams, unterstützt von einem Coach. Neben dem deutschen Bäckernationalteam um Nicole und Patrick Mittmann und ihrem Coach Siegfried Brenneis aus dem Odenwald waren auch Teams aus Japan, China, Taiwan, Peru, Spanien, den Niederlanden sowie aus der Schweiz vertreten.

Ein derart wichtiger Wettkampf bedarf zweifelsohne einer intensiven und akribischen Vorbereitung. Sechs Monate arbeiteten Nicole und Patrick Mittmann auf den großen Showdown hin. Trainiert haben sie in den Backstuben der Bäckerei Wörner in Oberjettingen, wo 2012 beide eine Ausbildung aufgenommen hatten und 2018 zu Bäckermeistern wurden.

"Im Nachhinein hat sich der ganze Aufwand gelohnt"

In ihrer Freizeit probten Nicole und Patrick Mittmann in der Bäckerei Wörner mit großer Eifer. Alles wurde bis ins letzte Detail geplant. Es habe sogar Tage gegeben, an denen die Mittmanns bis zu 15 Stunden in der Backstube verbracht haben. Das vorbereitende Training sei zeitweise "absolut kräftezehrend", gewesen, berichtet Nicole Mittmann. "Aber im Nachhinein hat sich der ganze Aufwand gelohnt", fügt die 23-jährige Bäckermeisterin hinzu.

An ihren beiden Vorgesetzten Andrea und Holger Wörner von der Oberjettinger Bäckerei Wörner sprechen Nicole und Patrick Mittmann ein besonderes Dankeschön aus. Während der sechsmonatigen Vorbereitung hätten Andrea und Holger Wörner die beiden jungen Bäckermeister etwa durch die Bereitstellung von Zutaten immer unterstützt, aber auch sonst seien die Wörners so Nicole Mittmann, "uns stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden".

Die sechsmonatige Vorbereitung sei im Großen und Ganzen auch "sehr positiv verlaufen", resümiert Nicole Mittmann. Einige Überraschungen gab es am Wettbewerbstag in Rimini aber dennoch. So habe sich das Bäcker-Duo aus Sulz am Eck in sehr kurzer Zeit an die italienische Teigmaschine gewöhnen müssen. Außerdem habe das italienische Mehl eine andere Typenbezeichnung als deutsches Mehl. Auch damit habe man sich zurechtfinden müssen, so Patrick Mittmann. Bei derart unvorhersehbaren Überraschungen müsse man "klaren Kopf bewahren und nicht Panik schieben", meint Nicole Mittmann. Und diese nötige Ruhe zu bewahren sei dem Duo aus Sulz am Eck auch "ganz gut gelungen", stellt die 23-jährige Bäckermeisterin rückblickend fest.

Die Jury achtet auf eine Vielzahl von Kriterien

Insgesamt 18 Produkte mussten alle Teams innerhalb von acht Stunden gebacken haben. Einige dieser Produkte, wie etwa Pizzas oder Ciabatta-Brote, musste von allen Teilnehmenden gebacken werden. Auch mussten alle Teams fünf verschiedene Brotsorten backen, konnten aber selbst darüber entscheiden, welche. Neben einem Sauerteigbrot buk Patrick Mittmann noch ein Bierbrot, ein Chiasaat-Brot, ein Toastbrot sowie ein Spezialbrot mit Linsen und Pfifferlingen.

Beim Brotbacken hielt sich Nicole Mittmann zurück". Denn das eingespielte Bäcker-Duo aus Sulz am Eck weiß ganz genau um ihre jeweiligen Stärken und Schwächen. Nicole Mittmann nahm sich dafür der "empfindlicheren" Backwaren wie Kuchen, Plunderstücke, Himbeerkringel, Lachstaschen oder Quiches an. Lediglich die Snacks haben die Mittmanns aus Gründen der Zeitersparnis gemeinsam zubereitet.

Die sechsköpfige internationale Jury habe bei der Bewertung insbesondere auf die optische Gefälligkeit der Backwaren, die Kreativität, die Einhaltung der zeitlichen Vorgaben, die Einhaltung der gewichtlichen Vorgaben der Backwaren, die Sauberkeit am Arbeitsplatz, "und natürlich auch auf den Geschmack" geachtet, erzählt Patrick Mittmann bemerkt.

Das Schaustück der beiden Sulzer ist dem Oktoberfest gewidmet

Am Schluss reichte es dem deutschen Bäcker-Nationalteam für einen guten zweiten Platz. Den ersten Platz belegte die Niederlande, während Japan hinter Deutschland Dritter wurde. Pokale, Urkunden, Medaillen und ein zusätzliches Preisgeld waren die Belohnung, die die beiden Bäckermeister aus Sulz am Eck schließlich entgegennahmen.

Darüber hinaus wurde auch ein Sonderpreis verliehen – für Schaustücke, die bereits vor Wettbewerbbeginn aus essbaren Zutaten herzustellen waren und einen Teil des kulturellen Lebens des jeweiligen Landes darstellen sollten. Nicole und Patrick Mittmann hatten sich dafür entschieden, dem Oktoberfest Reverenz zu erweisen – mit Brezeln, Bierkrügen, Weißwürsten, einem Riesenrad und allem, was eben sonst noch zum Oktoberfest gehört. Das einzige Kriterium bei der Bewertung sei die Optik gewesen, so Patrick Mittmann. Bei der Sonderpreis-Verleihung mussten die beiden Sulzer der Konkurrenz aus Japan den Vortritt lassen – "und das auch völlig zurecht", erkennt Nicole Mittmann völlig neidlos an.

Die nächste Gelegenheit, Weltmeister zu werden, bietet sich den deutschen Bäckermeistern im kommenden Jahr, wenn die nächste Weltmeisterschaft in München stattfinden wird. Und auf diesen Wettbewerb freuen sich die Mittmanns schon jetzt.

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