Das Ensemble hatte nur drei gemeinsame Proben, um sich auf das Konzert vorzubereiten.Foto: Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder Bote

Abendkonzert: Streichorchester der Wildberger Musikschule verzaubert Publikum in der Schlossanlage mit Serenaden

Einen wunderschönen Abend erlebten die Besucher des Konzerts "Eine kleine Nachtmusik" in der Wildberger Schlossanlage. Mitten in der Natur, von alten Gemäuern umgeben und von frischer Brise verwöhnt, genossen die Zuhörer eine Atmosphäre voller Muße und Glückseligkeit.

Wildberg. Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit erblickten sie ein Orchester mit seinem befrackten Dirigenten auf der Freilichtbühne. Etwa 20 jetzige und ehemalige Schüler sowie einige Instrumentalisten aus dem Lehrerkollegium der Wildberger Musikschule scharte Peter Falk um sich und zauberte nach lediglich drei Proben ein stattliches Konzertprogramm herbei.

Unter zahlreichen Zuhörern fand sich der Wildberger Bürgermeister Ulrich Bünger ein und zeigte sich sehr angetan von der Bereitschaft der Berufs- und Laienmusiker, dem durch Corona gelähmten Kulturleben einen wertvollen Impuls zu geben.

Polka als Zugabe

Mit Genuss lauschte das Publikum sowohl dem Mozart’schen "Eine kleine Nachtmusik" als auch der nachfolgenden "Serenade" von Edward Elgar. Filigran, beinahe ätherisch, und sehr innig wirkte das Klangbild des Streichorchesters in den langsamen Sätzen. Trotz schwieriger Freilicht-Akustik kamen alle dynamischen Abstufungen und Kontraste deutlich zum Vorschein.

Falk gestaltete sein musikalisches Konzept mit Fingerspitzengefühl, souverän und unmissverständlich in der Gestik. Den interpretatorischen Schwerpunkt legte er auf rhythmische Disziplin im Zusammenspiel und emotionale Aussagekraft der Musik.

Nach der Pause, als es schon im Wildberger "Zauberwinkel" zu dämmern begann., setzte das Projektorchester sein Programm mit dem berühmten "Canon" von Johann Pachelbel fort, in dem Falk die dynamische und emotionale Spannung bis hin zum letzten Akkord wachsen ließ.

Mit der 3. "Serenade" von Robert Fuchs sprangen die Streicher in tiefere Gewässer ein, da das spätromantische, lange Werk mehrere musikalische Hürden und auch eine Unmenge an heiklen technischen Details aufweist. Umso mehr gebührt dem Ensemble ein dickes Lob, dass es sich der Herausforderung stellte und der schwierigen Musik mit Hingabe, Geschick und Konzentration Genüge tat.

Die ruhige "Ständchen-Stimmung" kehrte in dem Satz "O Waly Waly" aus der "Suite for Strings" von John Rutter zurück. Gefühlvolle Soli von Henriette Falk (Violine) verliehen dem charmanten Konzert-Schlussstück einen besonderen Glanz.

Weit in die Nacht hinein hallte der Beifall durch die Gegend. Das Orchester bedankte sich für den gemeinsamen Abend mit der "Pizzicato-Polka" von Johann Strauß als Zugabe.

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