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Wildberg Der Salon ist bis Ende des Monats ausgebucht

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Die Friseure im Wildberger Stadtgebiet – hier im Salon Süsser – arbeiten unter strengen Auflagen.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Die Friseure haben wieder offen, zwischenzeitlich schon wieder mit geänderten Auflagen. Im Moment lautet die Devise: auf dem aktuellen Stand in Sachen Verordnungen bleiben.

Wildberg. Für die Friseure im Wildberger Stadtgebiet gibt es viel zu tun. Die Zeit der Schließung macht sich bemerkbar. Außerdem dürften knappere räumliche Kapazitäten ihr Übriges tun. Im Friseursalon Süsser ist derzeit nur jeder zweite der sechs Plätze besetzt, es arbeiten also nur drei Friseure gleichzeitig. So können Tanja Sterz und ihr Team die geforderten Abstände einhalten.

Dazu kommt der Mundschutz für Kunde und Friseur, ein Faceshield bei Gesichtsbehandlungen – die sind seit 11. Mai ebenfalls wieder gestattet – sowie Spuckschutz zwischen den Waschbecken und am Empfang. Es muss vermehrt desinfiziert werden, an den (Wasch-)Plätzen sowie jedes benutzte Werkzeug nach jedem Kunden. Ebenfalls nach jedem Kunden vorgeschrieben: ein frisch gewaschener Umhang. Regelmäßiges Lüften wird ebenfalls gefordert.

An sich findet Tanja Sterz die Arbeit so "echt entspannt". Es gebe keine Doppelbelegung, man könne eins nach dem anderen machen. "Wenn der Mundschutz nicht wäre", fügt sie allerdings noch hinzu. Diesen den ganzen Tag zu tragen sei wirklich anstrengend. Spontantermine können derzeit keine vergeben werden, da der Salon bereits bis Ende des Monats ausgebucht ist. Die Kunden bräuchten also derzeit ein wenig "Durchhaltevermögen". Auch das werde sich aber wieder einpendeln, schätzt sie.

Außerdem freut sich Tanja Sterz über ihre "tollen Mitarbeiter", mit denen sie das Pensum gut gebacken bekomme. Trotzdem wäre das Süsser-Team natürlich froh, wenn wieder jeder Platz nutzbar wäre. Aktuell ist die Freude aber schon groß, dass die Ladentüren überhaupt geöffnet sein dürfen.

Dass keine Trockenhaarschnitte erfolgen dürfen, empfindet Tanja Sterz sogar eher als positiv. Damit würden "bestmögliche hygienische Voraussetzungen für beide Seiten" geschaffen, der Haarschnitt an sich werde sauberer und das Werkzeug nutze sich in frisch gewaschenem, nassem Haar nicht so ab.

Derzeit müsse man täglich mit irgendwelchen Änderungen der Verordnungen rechnen, erzählt Tanja Sterz weiter. Deswegen würde der Maileingang gut beobachtet und regelmäßig online auf der Seite der zuständigen Berufsgenossenschaft nachgeschaut, damit einem auch ja nichts entgeht.

Bei Margarete Fritsch im "Gültlinger Frisör" ist der Andrang ebenfalls groß. Sie ist froh, dass sie ihren Laden wieder öffnen konnte. Immer ein Kunde ist im Laden, die Türe wird abgeschlossen. Laufkundschaft habe es zuvor schon sehr wenig gegeben, erzählt Fritsch, nun gebe es gar keine mehr. Die Kunden seien "alle glücklich, dass sie kommen können, und ich bin glücklich, dass ich es machen kann", sagt Fritsch fröhlich. Die Arbeit mit dem Face­shield klappt aus ihrer Sicht gut.

Von der Schließung der Friseursalons nicht betroffen war Elke Huissel mit ihrem Perückenstudio "haarPracht". Unter Auflagen wie Abstand halten und Mundschutz tragen durfte sie durchgängig praktizieren. Einen Rückgang bei der Kundschaft bemerkte Elke Huissel allerdings, da einige Operationen und Krebstherapien verschoben worden seien.

"Viele Dinge sind einfach zurückgestellt worden", erzählt sie. Für Kunden ein Albtraum, wenn sie nicht wissen, wie es weitergeht, wann und wie ihre Behandlung fortgesetzt wird. Oder gar ihre Praxis als Anlaufstelle plötzlich einfach geschlossen hatte. Es sind Schicksale, die bewegen.

Da scheint es kaum verwunderlich, dass sich ihre Kunden dem Eindruck von Elke Huissel nach kaum von dem Corona-Virus in Panik versetzen lassen. Krebspatienten hätten ein so schwaches Immunsystem, dass sie jede Erkältung, jede Grippe fürchten müssten. Wenn Operationen oder Chemotherapien verschoben werden, stünden ganz andere Sorgen im Vordergrund.

Die Schließung hat einige Kunden schwer getroffen

Die Schließung der Friseursalons habe einige Kunden dennoch schwer getroffen, weiß die Friseurmeisterin. Denn die meisten glaubten noch immer, für eine Perücke müssten sie zum Friseur. An ein Perückenstudio denken viele erstmal nicht. Deswegen verteilt Elke Huissel auch Flyer in Krankenhäusern. Dort gebe es kaum Zeit, die Frauen aufzuklären, also versucht sie es auf diesem Weg.

Übrigens: Bei Männern wird es offenbar als hinnehmbar erachtet, wenn ihnen krankheitsbedingt die Haare ausfallen, wie Elke Huissel jüngst erfahren hat. Als sie sich daraufhin mit einer Krankenkasse auseinandersetzte, sei sie schockiert über den Umgang mit dem Thema gewesen. Für sie steht außer Frage, dass der Verlust des Haares auch bei Männern eine zusätzliche psychische Belastung zur physischen Erkrankung darstellt.

Ihre Redaktion vor Ort Nagold

Heiko Hofmann

Fax: 07452 837333

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