Im nächsten Kindergartenjahr sollen die Elternbeiträge um 2,9 Prozent steigen – auch im Sulzer Kindergarten. Foto: Priestersbach

Einstimmig und ohne öffentliche Diskussion fiel der Beschluss im Wildberger Gemeinderat, die Gebühren für die Kinderbetreuung im Kindergartenjahr 2021/2022 zu erhöhen.

Wildberg - "Wir wollen uns an den Empfehlungen orientieren", erklärte Bürgermeister Ulrich Bünger mit Blick auf die Vorschläge von Kirchen und Kommunalen Landesverbänden. Demnach sollen sich die Betreuungsentgelte pauschal um 2,9 Prozent erhöhen.

Die Verwaltung betonte – wie immer bei Anhebungen der Kindergartengebühren –, , dass durch die vorgeschlagene Anpassung der Kinderbetreuungsgebühren ein weiter wachsendes Defizit beim Kostendeckungsgrad verhindert werde. So sei laut den Empfehlungen der kommunalen Spitzenverbände eine Kostendeckung von 20 Prozent durch die Elternbeiträge anzustreben. Ein hehres Ziel, denn bislang bewege man sich in Sachen Kostendeckung lediglich zwischen zehn und 15 Prozent. Ausgesetzt wird die Anpassung bei der Berechnung der Ferienwochen, wo auch künftig für 100 Euro pro Kinder und Woche gebucht werden kann, um die Ferienbetreuung für alle Familien weiterhin attraktiv zu halten, so die Verwaltung.

Keine Veränderungen wird es im kommenden Kindergartenjahr bei den Ersätzen für das Mittagessen geben. "Der Caterer hat uns bestätigt, für das kommende Schul- und Kindergartenjahr keine Preisanpassungen vorzunehmen", teilte Fachbereichsleiter Andreas Bauer den Räten in der Stadthalle mit. "Wir hoffen alle, dass wir das nie wieder brauchen", fügte der Stadtkämmerer unter Hinweis auf die Corona-Notbetreuung hinzu. Für den Fall der Fälle will man im Wildberger Rathaus gleichwohl gerüstet sein. Quasi vorausschauend wird für künftige Notbetreuungsphasen ein Tagessatz samt Organisationsaufschlag berechnet.

Gleichzeitig winkte der Gemeinderat ebenso einstimmig einen Erlass der Kinderbetreuungsgebühren für den Monat Mai durch. In der Zeit vom 22. April bis 18. Mai galt coronabedingt eine landesweite Schließung von Kindergärten und Schulen. Der Monat April war bei den Eltern regulär abgebucht worden, während man im Mai auf den Einzug verzichtet hatte. "Das Land hat weitere 20 Millionen Euro locker gemacht, das bestärkt uns in dieser Entscheidung", wie Kämmerer Bauer anmerkte. So rechnet man im Rathaus mit einem städtischen Anteil von 13 000 Euro aus diesem Kommunalpaket, wobei sich die monatlichen Elternbeiträge normalerweise auf 35 000 Euro belaufen. Somit ergibt sich für den Stadtsäckel eine Mindereinnahme von 22 000 Euro – während die festen Kosten in den Kindergärten weiterlaufen.

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