Bürgermeister Ulrich Bünger stellte im Sulzer Ortschaftsrat den aktuellen Planungsstand für den durchgängigen Radweg von Wildberg nach Herrenberg vor. Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Radwege: Bünger: Erstellung von Gutachten verteuert und verzögert das Vorhaben

Wildberg-Sulz. Wildbergs Bürgermeister Ulrich Bünger stellte den Sulzer Ortschaftsräten in der jüngsten Sitzung den aktuellen Stand in Sachen Radwegplanung vor. Ziel ist bekanntlich eine durchgängige Radwegverbindung von Wildberg nach Herrenberg. Mit Blick auf mögliche naturschutzrechtliche Bedenken ist jetzt noch eine alternative Trassenführung im Gespräch.

Wie Bürgermeister Bünger im Sulzer Rathaus in Erinnerung rief, ist hier zwar das Land Bauträger, doch die Stadt Wildberg übernimmt auf ihren Gemarkungen die Planung und erhält dafür eine Verwaltungskostenpauschale. Die Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe bezeichnete der Rathauschef zwar als gut, doch müssten für das Vorhaben "x Gutachten erstellt werden, was den Bau verteuert und zu Verzögerungen führt". So müssten beispielsweise vertiefende Untersuchungen naturschutzrechtlicher Art erfolgen – und nach ersten Feststellungen gibt es offensichtlich Indizien für geschützte Arten, weshalb der Untersuchungszeitraum mit Blick auf die Vegetationsperiode bis zum Herbst ausgedehnt werden muss.

Nachdem das Ergebnis nicht absehbar ist und unter Umständen hohe Hürden für die bisherige Planung aufgebaut werden, schlägt man im Rathaus die Untersuchung einer Alternativtrasse vor. In der Sitzung konnte sich Ulrich Bünger allerdings einen Seitenhieb nicht verkneifen, nachdem die Gutachter das Vorkommen der Haselmaus im Bereich der ursprünglich vorgesehenen Trassenführung nicht ausschließen können. Nachdem die Haselmaus landauf landab bei fast jedem Bauvorhaben im Außenbereich auftauche, stellte sich für den Bürgermeister dann doch die Frage, "warum ihr Bestand gefährdet sein soll".

Für eine weitere Herausforderung sorge die Abzweigung zum Wächtersberg, wo ebenso wie an der B 463 in Wildberg eine extra Querung hergestellt werden müsse. Im Bereich des Sulzer Kindergartens, wo der Radweg unterhalb der Straße entlang des Baches verlaufen soll, ist zudem eine Verbreiterung der Trasse vorgesehen.

Von Ortsvorsteher Rolf Dittus kam jetzt der Hinweis, dass für einen ordentlichen Radverkehr ein bituminöser Untergrund zielführend wäre, weil auf Schotterwegen immer wieder Schlaglöcher für Gefahren sorgen. Wie Bürgermeister Bünger erwiderte, seien dann aber Ausgleichsmaßnahmen notwendig, wenn auf dem Radweg Flächen versiegelt würden. Der Ortschaftsrat billigte die Vorgehensweise anschließend mit zwei Trassenvarianten mit einem einstimmigen Votum.

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