Yannic Seidenberg hat seine Buch-Biografie vorgestellt. Für den Doppelstädter ist sogar die Fortsetzung seiner Spielerkarriere mit 41 Jahren noch denkbar.
Vor drei Wochen schloss sich mit dem Prozess gegen den behandelnden Arzt in Villingen-Schwenningen die Dopingakte „Yannic Seidenberg“ endgültig. Dieses Kapitel ist nun ausgeschrieben. Es wurde alles gesagt und berichtet.
Der Silbermedaillengewinner mit dem deutschen Eishockey-Team (2018) spricht im Rückblick von seiner „bisher schwersten Phase seines Lebens. Ich bin froh, dass diese nun vorbei ist“.
Bruder Dennis in New York besucht
Mental sehr angespannt sei er zum Prozess im Juni in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Dabei war sein damals behandelnder Arzt angeklagt, Yannic Seidenberg war „lediglich“ als Zeuge geladen. „Ja, ich war sehr nervös, bin noch morgens vor der Gerichtsverhandlung zum Joggen, um mich ein wenig abzulenken. Das Problem ist ja, dass du nicht weißt, was auch als Zeuge auf dich an so einem Tag noch im Gerichtssaal zukommt, welche Medien da plötzlich auch noch auftauchen.“
Der Arzt wurde mit einer Geldstrafe verurteilt. Yannic Seidenberg hatte zu diesem Zeitpunkt längst seine zweieinhalbjährige Doping-Sperre abgesessen.
Einen Tag später nach der Verhandlung reiste der frühere Nationalspieler zu seinem Bruder Dennis nach New York, der weiterhin im Umfeld der New York Islanders beratend tätig ist. „Es tat mir sehr gut, Dennis und seine Familie zu besuchen. Außerdem kann man bei so einer Gelegenheit auch in New York auf Eishockey-Ebene sein Netzwerk erweitern“, berichtet Yannic Seidenberg.
Sein neues Buch
Seine sehr ehrlich geschriebene Biografie „Powerplay“ ist inzwischen auch erschienen und gewährt tiefe Einblicke in die Karriere von Yannic Seidenberg. Er beschreibt seine Jugendzeit in Villingen-Schwenningen, seine harten Eishockey-Lehrjahre in Mannheim, er erzählt von seinen größten Erfolgen, aber auch von den Rückschlägen.
„Eine Biografie schreibt man ja gewöhnlich in seinem Leben später. Doch sie hat mir während meiner langen Sperre mental und psychologisch sehr geholfen. Ich habe mir gegenüber meinem Autor Florian Kinast einige Dinge von der Seele sprechen können.“
Weiter Spieler oder Trainer?
Die große Frage lautet nun, wie es für den Seidenberg nun weitergeht? Eishockey ist und bleibt sein großer Lebensinhalt. Möchte er nach seinem gelungenen Comeback beim Zweitligisten Kassel, auch wenn die Hessen nicht den DEL-Aufstieg schafften, sogar noch als Spieler weitermachen?
Der Doppelstädter will es nicht ausschließen. Der neue Club sollte aber dann in Bayern beheimatet sein, somit es zu seinem Wohnort München und seiner Familie nicht weit weg ist. „Ich bin den Huskies in Kassel sehr dankbar, dass mir damals die Möglichkeit gegeben haben, zurückzukehren. Die Aufgabe in Kassel hat mir sehr viel Freude gemacht.“
Oder wird Yannic Seidenberg doch ins Trainergeschäft einsteigen? Die Trainer-B-Lizenz hat er in Füssen bereits absolviert. „Mit einem Job im Profigeschäft anzufangen, wenn ich die Chance dazu bekäme, wäre nicht schlecht“, sagt er.
Zeitnah dürfte es vom früheren SERC-Jugendspieler deshalb schon neue Nachrichten geben.