Typisch für den Halloween-Abend in der Schwenninger Helios-Arena: Ingolstadt jubelt im Hintergrund – vorne ist Wild-Wings-Verteidiger Will Weber deprimiert. Foto: Sigwart

Die Wild Wings haben in der DEL am Sonntagabend daheim nach einem insgesamt enttäuschenden Auftritt gegen den ERC Ingolstadt mit 2:4 verloren. Es war für Schwenningen die siebte Niederlage im achten Heimspiel!

Diese Kritik müssen sich die Wild Wings gefallen lassen: Sie waren insgesamt am Sonntagabend auf diesen Sieg gegen Ingolstadt nicht hungrig genug.

Selbstkritischer Möchel

Auch Angreifer Marius Möchel sah es so nach dem Schlusszeichen: "Wir kassieren am Anfang einen bitteren Rückstand mit dem 0:2, kommen dann zum 2:2 zurück, aber können dann ab dem zweiten Drittel nicht die Dinge umsetzen, die wir uns vornehmen. Insgesamt haben wir – im Vergleich zu unseren vergangenen Spielen – nicht so viele gefährliche Schüsse vors Ingolstädter Tor gebracht wie zuletzt."

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Süsses oder Saures am Halloweenabend für die Wild Wings? Das war die Frage im Spiel gegen Ingolstadt. Verteidiger John Ramage (zuletzt Rückenprobleme) konnte wieder mitmischen. Dies bedeutete, dass Patrik Lundh und Peter Spornberger zum dritten Mal in Folge als überzählige Kaderspieler auf die Tribüne mussten.

Total verpatzter Start

Die Partie begann mit zwei eiskalten Duschen für die Schwenninger, die in der Abwehr zu Beginn noch im Tiefschlaf waren. Ingolstadt kam nach nur 112 Sekunden durch Chris Bourque zum 1:0 – lediglich 36 Sekunden später war der Ex-Wild-Wing Mirko Höfflin für das 2:0 der Oberbayern zuständig.

In den Folgeminuten bekamen die Neckarstädter weiterhin die Partie zunächst nicht in den Griff: Wild-Wings-Keeper Eriksson musste beim Solo von Justin Feser retten.

Wild Wings stehen auf

Doch dann lief es bei den Gastgebern immer besser. Tomas Zaborsky (13.) erzielte im Powerplay sein erstes Tor für Schwenningen (1:2). Und Gästekeeper Kevin Reich musste kurz vor dem ersten Drittelsende wieder hinter sich greifen, als Daniel Pfaffengut ein Shorthander zum 2:2 gelang. Zaborsky forderte in der ersten Pause: "Unser Beginn war nicht gut. Wir müssen uns weiter pushen."

Ingolstadt legt wieder vor

Im zweiten Drittel konzentrierten sich beide Mannschaften mehr aufs Verteidigen – große Tormöglichkeiten waren auf beiden Seiten selten. In der 33. Minute war Joacim Eriksson mit einem Big-Save gegen Frederik Storm zur Stelle. Dann sah aber der Schwenninger Top-Torhüter beim 3:2 der Ingolstädter (39.) nicht so gut aus. Den Schuss von Wayne Simpson ließ Eriksson im kurzen Toreck durch.

Im Schlussabschnitt legtendie Ingolstädter durch das Tor von Brandon DeFazio auf 4:2 vor. Wild-Wings-Trainer Niklas Sundblad versuchte viel, um seine Angriffsreihen endlich gefährlicher werden zu lassen. Er hatte diese bereits personell verändert. Bei einer Strafe für Ingolstadts Emil Quaas – fünf Minuten vor dem Ende – , nahm Sundblad Eriksson aus dem Tor. Die Schwenninger agierten dann – bei einer weiteren Strafe für die Gäste – fast durchgehend mit einem 6:4-Überzahlspiel. Und es war einfach schlecht, wie wenig Druck die Wild Wings dann noch in der Crunchtime auf das Tor von Kevin Reich entwickeln konnten. Der Hunger auf Süsses anstatt Saures an diesem Halloween-Abend war jedenfalls bei den Schwenninger Spielern einfach nicht ausreichend vorhanden. Die Rote Laterne der DEL bleibt somit in Schwenningen.

Für die Wild Wings geht es am Dienstag (19.30 Uhr) in Köln weiter.