Coach Steve Walker ist nach dem 3:1-Sieg gegen seinen Ex-Club München „glücklich“. Torschütze Peter Spornberger freut sich, weil es in der Mannschaftskasse „klingelt“. In Iserlohn muss Greg Poss gehen.
Wenn es so weiterläuft mit diesen attraktiven und erfolgreichen Heimspielen (Sechs Siege in Folge) der Wild Wings, dann sind die Partien in der Helios Arena bereits lange vor der „Weihnachtssession“ ausverkauft. Am Freitag gegen München waren 4682 Zuschauer dabei – Tendenz steigend.
Es spricht sich immer mehr herum: Geht das Licht im „Wohnzimmer“ der Schwenninger an, dann ist jede Menge geboten. Münchens Trainer Toni Söderholm brachte es nach der 1:3-Niederlage des DEL-Titelverteidigers am Freitag auf den Punkt: „Viele Emotionen, hitzig auf dem Eis und sehr hart umkämpft. Glückwunsch an die Wild Wings.“
Der Sieg gegen den Titelverteidiger
Dieses Heimspiel gegen München unterstrich, warum es sich so lohnt, die Wild Wings zu besuchen: Die Mannschaft von Coach Steve Walker zog nach einem starken Anfangsdrittel von Red Bull spieltaktisch und clever die richtigen Schlüsse, drehte den 0:1-Rückstand mit sehr viel Kämpferherz und attraktivem Angriffshockey noch zu einem 3:1-Sieg.
Ob der 2:1-Hammer von Peter Spornberger, ein stark haltender Joacim Eriksson, der es dazu mit seinen Emotionen gegenüber den Münchnern dieses Mal ein wenig übertrieb, oder das erste Empty-Net-Goal des Will Weber in seiner Karriere – Heimauftritte der Wild Wings sind in diesen Monaten Unterhaltung und Erfolg pur.
Das sagt Steve Walker
Wild-Wings-Coach Steve Walker zeigte sich nach dem Sieg „glücklich“ und lobte seine Jungs: „Nach unserer 2:1-Führung hat die Mannschaft wieder ihren großen Charakter gezeigt, sich in die Schüsse der Münchner reingeworfen und um jeden Millimeter Eis gefightet, um diesen Vorsprung zu verteidigen.“
Der Wendepunkt im Spiel lief für Walker zu Beginn des Mitteldrittels, als sein Team – bei 0:1 – eine 3:5-Unterzahl überstand. „In dieser Phase haben wir das Momentum auf unsere Seite gezogen.“
Toni Söderholm sah es auch so und zeigte sich nach der vierten Niederlage seiner Mannschaft in Folge enttäuscht: „Wir haben zwar Verbesserungen in unserem Spiel gesehen, aber die haben hier in Schwenningen heute nicht gereicht, um zu gewinnen.“
Warum sich der Kassenwart freut
Schwenningens Verteidiger Peter Spornberger schilderte seinen wichtigen Treffer: „Ich habe einfach draufgehalten und freue mich, dass es geklappt hat. In der vergangenen Saison haben wir kein Heimspiel gegen München gewonnen, deshalb tut uns dieser Sieg gegen ein solches Top-Team gut.“
Der Schwenninger Mannschaftskasse auch. Der Kassenwart – in Person ausgerechnet von Peter Spornberger – berichtete mit einem Grinsen: „Da hat es heute mächtig geklingelt.“
Steve Walker und auch Daryl Boyle, der ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub erstmals als Kapitän der Wild Wings fungierte, zeigten sich, wie auch vor dem Spiel angekündigt, spendabel.
Das Statement von Will Weber
Für Will Weber war es ebenfalls ein „sehr wichtiger Sieg. Besonders nach unserer Niederlage in Augsburg. Mit diesem Erfolg gegen München haben wir eine gute Grundlage für unsere beiden Auswärtsspiele – am Mittwoch in Köln und am Freitag in Berlin – gelegt.“
Der Grund für die Heimstärke der Wild Wings liegt auch für Weber klar auf der Hand: „Unsere kleine Eisfläche kommt unserem System sehr entgegen. Dazu pushen uns unsere Fans großartig. Es macht einfach viel Spaß, hier zu spielen.“
Die Wild-Wings-Spieler helfen am Samstag beim traditionellen „Kids-on-Ice-Day“ mit. Ab Sonntag beginnen die Vorbereitungen für die interessante Auswärtsreise in der kommenden Woche.
Der erste Trainerwechsel in der neuen Saison
Der bisherige Iserlohner Coach Greg Poss wird dann nicht mehr bei den Roosters arbeiten. Die 1:5-Niederlage in Bremerhaven am Donnerstag beschleunigte beim DEL-Schlusslicht den ersten Trainerwechsel in dieser Saison. Poss ist von den Roosters freigestellt. Diese Entwicklung kommt nicht überraschend.
In einer Pressemitteilung der Iserlohner am Samstagvormittag wird der Sportliche Leiter Christian Hommel wie folgt zitiert: „Die Iserlohn Roosters haben Greg Poss mit sofortiger Wirkung als Headcoach des DEL-Teams freigestellt. Bis auf Weiteres wird der bisherige Assistenzcoach Pierre Beaulieu die Leitung der Trainingseinheiten und auch die Verantwortung beim morgigen Heimspiel gegen die Straubing Tigers übernehmen. Uns fehlte nach eingehender Analyse der aktuellen Situation und der Ergebnisse der letzten Wochen die Überzeugung, dass unser Team in dieser Konstellation das Ruder nochmal herumreißen kann. Wir danken Greg Poss für seine akribische Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“