Sportlich tragisch: Wild-Wings-Verteidiger Alex Trivellato machte ein starkes Spiel, traf zum zwischenzeitlichen 1:0 – aber er saß bei der Vorentscheidung auch auf der Strafbank. Foto: Eibner

Beim 1:4 gegen Straubing in 75 Sekunden den Lohn verspielt. Steve Walker kritisiert: „Zu viele Strafen zum falschen Zeitpunkt kassiert.“ Die Auswärtsbilanz bleibt ausbaufähig.

Die Wild Wings haben am Dienstagabend in der DEL bei den Straubing Tigers mit 1:4 verloren. Hört sich klar an, war es aber nicht.

 

Bis zur 50. Minute (Spielstand 1:1) war die Partie völlig offen. Dann mussten aber auf Schwenninger Seite in dieser entscheidenden Phase Kyle Platzer und der bis dahin starke Alex Trivellato in die Kühlbox. Clevere Tigers ließen sich nicht zwei Mal bitten und brachten das Spiel binnen 75 Sekunden mit der 3:1-Zwischenführung auf ihre Seite.

Bei den Wild Wings wurden Erinnerungen an den vergangenen Freitag in Berlin wach. Beim 3:5 waren letztendlich auch unnötige Strafen verantwortlich für die Niederlage.

In bisher neun Auswärtsspielen konnten die Neckarstädter erst zwei Mal das Eis als Sieger verlassen. Dies steht momentan völlig im Kontrast zu der tollen Heimbilanz. Aktuell sind die Schwenninger Tabellensiebter.

Gut, dass die Wild Wings bis zur Deutschland-Cup-Pause (ab Montag) nur noch daheim spielen. Am Freitag gegen Iserlohn – am Sonntag kommen die Kölner Haie.

Die Stimmen der Trainer

Nach dem Spielverlauf in Straubing war es kein Wunder, dass Schwenningens Coach Steve Walker nach dem Schlusszeichen leicht „angefressen“ wirkte: „Wir haben ein gutes erstes und ein gutes zweites Drittel gespielt und uns damit eine aussichtsreiche Position erarbeitet. Aber dann kassieren wir zu viele Strafen zum falschen Zeitpunkt. Das war die Entscheidung.“

Der Straubinger Trainer Tom Pokel war erleichtert: „Es war ein enges Spiel. Unser Torhüter Florian Bugl hat einen sehr guten Job gemacht. Wir sehen die letzten drei Spiele vor der Länderspielpause als eine kleine Play-off-Serie und haben den ersten Schritt geschafft.“

Schwenninger Personalien

Bei den Wild Wings fehlten Thomas Larkin, Johannes Huß, Sebastian Uvira und Filip Reisnecker. Im Tor stand Backup Cody Brenner (4. Saisonspiel), der einen guten Job am Pulverturm machte.

Die ersten beiden Drittel

Nach dem ersten Drittel (0:0), in dem die Tigers einen Tick mehr Spielanteile aber noch nicht die ganz großen Chancen hatten, forderte Straubings Verteidiger Mario Zimmermann von seinem Team „mehr Schüsse“ auf das Schwenninger Tor.

Die Gäste steigerten sich im zweiten Drittel. Nach nur 34 Sekunden traf Alex Trivellato zum 1:0 für die Gäste. Tyler Sheehy glich zum 1:1 (33.) aus. Eine Minute später hatte Trivellato Pech mit einem Pfostenschuss. Mit dem Unentschieden ging es in die letzte Pause. Trivellato lobte zu diesem Zeitpunkt sein Team: „Generell machen wir ein gutes Spiel. Ich hoffe sehr, dass wir uns auch mit Punkten belohnen.“

Die Entscheidung

Doch dies schafften die Schwenninger nicht. Es kam zu den erwähnten 75 Sekunden, die Straubing mit 3:1 entscheidend in Front brachten. Das Empty-Net-Goal von Joshua Samanski zum 4:1 war nur noch für die Statistik.

Die Statistik

Straubing Tigers – Wild Wings 4:1 (0:0, 1:1, 3:0).Tore: 0:1 Trivellato (20:24 – Assists: Spornberger und Neumann), 1:1 Sheehy (32:15 – Scott, Mattinen), 2:1 Scott 51:56/5:4 – Mattinen, Connolly), 3:1 Schönberger (53:11 – Daschner, Sheehy), 4:1 Samanski (59:56/Empty-Net-Goal). Strafen: Straubing: 6 – Wild Wings: 12. Schiedsrichter: Gofmann/Kopitz. Zuschauer: 4421.