Der Wild-Wings-Kapitän glaubt an großartige „Spiele“ in seinem Heimatland. Er spricht über den Ist-Stand seines Nationalteams, das steigende „Fieber“ und die große Baustelle.
Es werden nun aufregende und schöne Wochen für den Wild-Wings-Kapitän Thomas Larkin (34) und seinem Teamkollegen Alex Trivellato. Die Olympiateilnahme in ihrem Heimatland Italien rückt näher. Für Larkin läuft das Eishockeyturnier praktisch vor der Haustüre seiner Familie in Mailand. Für beide Schwenninger geht ein großer Kindheitstraum in Erfüllung. Doch erst einmal liegt für die zwei Wild Wings der Fokus auf der Liga. Thomas Larkin spricht über den Weg zwischen Olympia-Countdown und DEL-Alltag.
Thomas, an diesem Dienstagnachmittag gibt es bei Ihnen zuhause inmitten des Eishockey-Stress eine schöne Abwechslung.
(lacht). Ja, das stimmt. Meine Frau Luisa ist Künstlerin. Sie wird mit unseren und mit einigen Kindern meiner Teamkollegen etwas Weihnachtliches basteln.
Die vergangenen Tage waren sehr stressig für Sie und Alex Trivellato. Mit dem italienischen Nationalteam waren Sie bei einem Vierländerturnier in Budapest dabei. Dann ging es per Flieger direkt von Ungarn zum Wild-Wings-Spiel nach Berlin.
Dabei konnte ich in Budapest gar nicht spielen. Als ich dort mit dem Team ankam, musste ich aufgrund einer Grippe passen. Insgesamt haben wir aber gegen Ungarn (2:1, Anm.d.Red), gegen Polen (2:4) und gegen Frankreich (0:1) gute Leistungen gezeigt. Wir müssen uns defensiv noch steigern, aber ansonsten sind wir bereit.
Unser Vorteil ist, dass wir schon länger zusammenspielen, uns sehr gut kennen. Ich denke, dass wir den Heimvorteil beim Olympischen Turnier auch nutzen werden. Unsere Jungs sind sehr stolz, unser Land daheim zu vertreten.
Seit anderthalb Jahren hat Ihr Team mit Jukka Jalonen einen international sehr renommierten Nationalcoach. Was zeichnet ihn besonders aus?
Er weiß natürlich, wie Erfolg geht. Er coacht mit einer ruhigen Art und Weise, hat sehr viel Erfahrung.
Wie sehr steigt in Italien schon die Olympia-Vorfreude. Was nehmen Sie bereits alles wahr?
Ja, diese Vorfreude wächst von Tag zu Tag im Land. Ich merke es zum Beispiel bei meiner Familie in Italien, dass das Thema immer mehr in den Mittelpunkt rückt. Gerade auch, was die Kartennachfrage (lacht) betrifft. Die italienischen Medien berichten immer mehr von Olympia. Für mich geht ein großer Traum in Erfüllung, in meiner Heimatstadt Mailand das olympische Turnier vor den Augen meiner Familie spielen zu können. Ich bin überzeugt davon, dass wir schon allein von der Stimmung her insgesamt großartige Spiele erleben werden.
Einerseits Ihre große Vorfreude auf die Spiele – andererseits der DEL-Alltag mit den Wild Wings. Ist es ein schwieriger Grat?
Nein, das ist kein Problem. Der Fokus liegt in den kommenden Wochen weiterhin hier voll auf mein Team in Schwenningen. Wir wollen wieder erfolgreicher sein.
Sie sind 2006 schon erstmals mit den Olympischen Winterspielen in Turin in Berührung gekommen?
(lacht). Fast. Ich war damals 15 Jahre alt, hatte Karten für das Eishockey-Turnier, wollte unbedingt die NHL-Größen live erleben. Aber es überschnitt sich zeitlich mit meinem Wechsel zur Phillips Exeter Academy in die USA.
In den vergangenen Tagen kochte das Thema „Neue Eishockey-Arena in Mailand“ sehr hoch. Die Fertigstellung der Palaltalia“ verzögert sich wohl bis Anfang Januar. Nun moniert auch noch die NHL, dass die Eisfläche zu kurz ist und befürchtet eine schlechte Eisqualität.
Die Arena wird fertig sein – hundertprozentig. Offenbar wird nun rund um die Uhr fertiggebaut. Unsere italienische Mentalität steht dafür, dass es immer eine Lösung gibt. Für mich wird bei diesem Thema medial jetzt übertrieben. Die Eisfläche entspricht der internationalen Norm. Deshalb ist die Kritik der NHL in meinen Augen sehr polemisch.