Bärenstark: Phil Hungerecker traf gegen Frankfurt nicht nur zwei Mal, sondern glänzte dazu noch mit sehr viel Fleißarbeit in der Defensive. Foto: Roland Sigwart

Kapitän Thomas Larkin ist stolz auf seine Jungs. Schwenninger machen vor allem auch strategisch beim 6:3 gegen Frankfurt vieles richtig. Am Sonntag geht es nach München.

Da fehlen den Wild Wings gegen Frankfurt fünf wichtige Spieler, aber die Mannschaft setzt in der DEL unbeirrt ihren Weg fort, führt mit zwölf Siegen weiterhin die Heimtabelle vor ihrem kommenden Gegner München an.

 

Walkers glänzende Strategie

Coach Steve Walker hatte sein Team beim 6:3 gegen die Löwen am Freitag taktisch hervorragend eingestellt. Vor allem auch die beiden Reihen mit Boaz Bassen, Daniel Neumann, Philip Feist sowie mit Phil Hungerecker, Daniel Pfaffengut, Filip Reisnecker neutralisierten mit sehr viel Defensiv-Fleißarbeit die zwei Frankfurter Top-Blöcke mit Carter Rowney, Cody Kunyk und Co.. Dazu erzielten Pfaffengut (1) und Hungerecker(2) auch noch wichtige Tore. Außerdem setzten die Schwenninger konkret mit giftigen Nadelstichen vor knapp 5000 begeisterten Zuschauern dort an, wo die „Frankfurter Eiskünstler“ um einen nicht überzeugenden Keeper Cannata ihre Problemzone haben – in deren Defensive. Walkers Strategie-Plan ging glänzend auf.

Der Schwenninger Coach verteilte nach dem Heimerfolg gegen einen Direktkonkurrenten im Kampf um einen Play-off-Platz ein dickes Kompliment: „Die Jungs haben Frankfurt weder Zeit noch Raum gelassen und mit sehr viel Leidenschaft gespielt. Gerade auch im Mitteldrittel, als es bei uns etwas wackelte, hat die Mannschaft immer an sich geglaubt und ist ihren Weg gegangen.“

Was Thomas Larkin an seinem Team so schätzt

Kapitän Thomas Larkin zeigt sich besonders auch darüber begeistert, wie seine Teamkollegen mit den Ausfällen in den Spielen umgehen: „Erfolgreiche Mannschaften während einer Saison zeigen sich vor allem in den Phasen, wenn wichtige Spieler fehlen und sie diese Lücken kompensieren müssen. Gerade unsere jungen Spieler nehmen jetzt diese Chancen, sich noch mehr zu zeigen, hervorragend an. Wir arbeiten auch hart für die, die leider im Moment fehlen. Diesen Charakterzug liebe ich auch an unserem Team.“

Das Statement von Matti Tiilikainen

Der Frankfurter Coach konnte den Wild Wings nur noch gratulieren und kritisierte die zu vielen Strafen seiner Mannschaft. Der Löwen-Trainer hatte es auch nicht geschafft, den Frust seines Stürmers Joseph Cramarossa zu stoppen, der sich zu heftig mit Privatduellen gegen Ben Marshall und Daniel Pfaffengut einließ, zu viele Minuten die Helios Arena von der Kühlbox aus sah und so zu einem spielerischen Sicherheitsrisiko für sein Team wurde.

Der erste Adler-Sieg für Dallas Eakins

Der Freitag-Spieltag in der DEL brachte nicht die großen Überraschungen. Immerhin konnte Mannheims neuer Trainer Dallas Eakins seinen ersten Sieg bei den Adlern feiern. Allerdings benötigte der Coach beim 3:2-Heimerfolg gegen Düsseldorf – nach 0:2-Rückstand – schon ein ziemliches Nervenkostüm. Die Mannheimer jubelten nach fünf Niederlagen in Folge wieder. Im Spitzenspiel gewannen die Kölner souverän mit 3:0 gegen Straubing. Die Eisbären drehten beim 5:3 in Iserlohn nach anfänglichen Problemen noch die Partie und sind weiterhin Spitzenreiter.

Interessant ist jedenfalls, dass die Wild Wings nach Spieltag 27 nun bereits 16 Zähler Vorsprung als Tabellensiebter vor dem Elften Nürnberg aufweisen!

Der Blick auf den Sonntag

Für Steve Walker und sein Team geht es am Sonntag (14 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim DEL-Titelverteidiger München weiter. Das Red-Bull-Team verlor am Donnerstag mit 1:2 in Ingolstadt. „Wir hatten genügend Chancen, doch das Glück war letztendlich am Ende auf Seiten von Ingolstadt“, kommentierte Münchens Coach Toni Söderholm die knappe Niederlage. Die Münchner stehen auf Platz sechs – punktgleich mit den Neckarstädtern (jeweils 45).

Die Schwenninger haben bisher beide Heimspiele gegen Red Bull gewonnen (3:1/3:2 n.P.). „Dies gibt uns Selbstvertrauen für den Sonntag. Wir müssen aber von Beginn an wieder hundertprozentig bereit sein, um in München etwas holen zu können“, zeigt es Thomas Larkin auf.

Steve Walker ist bei der Sicht auf die Entwicklung seines Ex-Teams München auch sicher: „Sie finden sich nach einem etwas durchwachsenen Saisonstart nun besser. Die Automatismen unter Toni Söderholm greifen immer mehr. Wir haben eine schwere Aufgabe am Sonntag zu lösen.“