Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner sagt klar in Sachen Personalplanung: „Kontinuität ist für uns wichtig, aber wir wollen uns Schritt für Schritt auch weiterentwickeln.“ Foto: Roland Sigwart

Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner zieht in der Länderspielpause ein erstes Zwischenfazit. Sportlich und auch in Sachen Rahmenbedingungen ist alles im Soll.

Deutschland-Cup-Pause. Die Wild-Wings-Mannschaft hat noch bis Samstag frei, die Spieler sind in alle Richtungen verstreut. Geschäftsführer Stefan Wagner möchte die Tage nutzen, um eventuell beim Turnier in Landshut vorbeizuschauen, aber auch „etwas Familienzeit“ genießen. Ein guter Zeitpunkt, um mit ihm eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

 

Herr Wagner, mit einer 1:5-Niederlage in Augsburg hat für die Mannschaft die zweiwöchige DEL-Pause am Montag begonnen. Dabei war es der große Wunsch, mit einem Erfolgserlebnis in die freien Tage zu gehen. Sehr ärgerlich?

Ja, natürlich. Aber wir müssen dieses Ergebnis auch relativieren. Es gab insgesamt bisher in dieser Saison nur wenige Spiele, in denen wir klar das Nachsehen hatten. In allen anderen Partien hatten wir es bis zur letzten Minute in der eigenen Hand.

Die Mannschaft steht nach 17 Spielen mit 24 Punkten auf dem zehnten Platz. Alles im grünen Bereich?

Ich würde sagen, ja. Aber zufrieden ist man natürlich nie. Wir hatten mit fünf Auswärtsspielen in den ersten sechs Partien ein wirklich schweres Startprogramm. Einige Pessimisten hatten uns vorm Saisonbeginn nach diesem Auftakt ja schon sonstwo in der Tabelle gesehen. Aber klar ist, dass wir im nächsten Teil der Hauptrunde mehr Konstanz brauchen und mehr Tore schießen müssen (49:46 lautet aktuell das Torverhältnis, Anm.de.Red.). Nur drei Mannschaften haben weniger getroffen als wir. Was defensiv gut läuft, müssen wir offensiv verbessern.

Wir haben zum Beispiel in den schweren Auswärtsspielen in Straubing (0:1) und in Bremerhaven (1:2) sehr wenige Gegentore bekommen. Normalerweise nimmst du unter diesen Umständen Punkte mit, aber gerade in diesen beiden Fällen hat es vorne nicht funktioniert.

Was hat Sie bislang besonders gefreut?

Die Mannschaft ist nie zufrieden, denkt nach enttäuschenden Leistungen sehr viel nach und geht selbstkritisch mit sich um. Die Jungs wollen immer besser werden. Das ist ein sehr feiner Charakterzug, der für mich sehr wertvoll ist.

Mit 4701 Besuchern im Schnitt bei den bisherigen acht Heimspielen rangieren die Wild Wings auf Platz neun der DEL-Tabelle. Die beiden zugkräftigen Derbys gegen Mannheim kommen erst noch. Das Sponsoring im Umfeld wirkt trotz wirtschaftlich angespannten Zeiten sehr stabil. Sind Sie insgesamt zufrieden mit dem Ist-Stand der Rahmenbedingungen?

In Sachen Zuschauerbesuch kommt ja erst noch der Winter. Es wäre schön, wenn dann wieder ein Run auf die Tickets – wie in den vergangenen beiden Jahren – da wäre. Wir schätzen im Sponsoring unsere jahrelangen Begleiter. Aber natürlich sind wir in dieser wirtschaftlich allgemein schwierigen Situation keine Insel der Glückseligen. Auch wir haben noch Sponsorenflächen im Angebot. Wir müssen schon mit wachsamen Augen – wirtschaftlich – durch diese Zeiten gehen. Aber insgesamt ist alles im grünen Bereich.

Wie haben Sie allgemein die DEL im ersten Teil der Hauptrunde erlebt?

Die Liga ist erneut sehr eng beieinander, weil auch viele starke Import-Spieler wieder dazugekommen sind. Dies zeigt sich von Spieltag zu Spieltag. Aufsteiger Dresden wurde vor der Saison mit viel Vorschusslorbeeren bedacht. Sie tun sich aber schwer, was viel über die Qualität der Liga aussagt.

Kommen wir zurück zur Schwenninger Mannschaft. Der Vertrag von Trainer Steve Walker läuft zum Saisonende aus. Auch Verträge von einigen Spielern. Ist die Deutschland-Cup-Pause der Startpunkt für die personellen Planungen?

Zunächst einmal empfinde ich es als positiv, dass wir auch in dieser Saison bei unseren personellen Planungen relativ viel Zeit und Sicherheit ab einem frühen Zeitpunkt haben, denn ich gehe davon aus, dass wir mit dem Kampf um den Klassenerhalt nichts zu tun haben. Mit dem Trainer und mit den Spielern sind wir laufend im Gespräch – auch über das Thema Zukunft. Mit Steve Walker verbringe ich ja im Alltag sehr viel Zeit. Es wird deshalb nicht sein, dass wir von gewissen Entwicklungen, von Plänen und Wünschen der Spieler, die wir halten wollen, überrascht werden. Bei unserer Kaderplanung setzen wir weiterhin auf Kontinuität, aber wir wollen natürlich auch den nächsten Schritt in der Entwicklung schaffen.

Was steht für Sie in den DEL-freien Tagen alles gerade an?

Ich werde mir vor Ort eventuell in Landshut ein Spiel unserer Nationalmannschaft anschauen, vielleicht auch ein Spiel der U20 gegen Finnland in Füssen. Aber für mich ist in diesen Tagen auch wichtig, einmal Zeit mit der Familie zu verbringen, was im Ligaalltag zu kurz kommt.