Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner hat neben seinem intensiven Alltag in Schwenningen auch den Weg des deutschen Teams in Mailand im Auge.
Die Olympischen Spiele begeistern in Italien – die Vorbereitung auf die restliche DEL-Saison mit all ihren noch zu erwartenden Höhepunkten läuft in Schwenningen. Seit über einer Woche stehen die Wild Wings – nach ihrem zehntägigen Urlaub – wieder im Training. Die Überbrückung der vierwöchigen Olympiapause stellt alle 14 DEL-Teams vor eine große Herausforderung. Die Schwenninger steigen am Mittwoch, 25. Februar, mit der Auswärtspartie in Wolfsburg wieder in die Hauptrunde ein.
Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner verfolgt in diesen Tagen nicht nur die Olympischen Spiele, sondern arbeitet zusammen mit Coach Steve Walker intensiv an der Kaderplanung für die kommende Saison. Er verrät in diesem Gespräch auch, ob und wann die Neckarstädter noch die elfte und letzte Importlizenz ziehen werden.
Herr Wagner, wie schätzen Sie bisher die Leistungen der deutschen Mannschaft bei Olympia ein?
Erst einmal ist unser Team wirklich sehr gut besetzt. Doch wir hatten zuletzt Glück im Unglück. Mit nur einem Sieg Gruppenzweiter zu werden, kommt auch nicht so oft vor. Es hätte auch schwerere Gegner in der Viertelfinal-Qualifikation als Frankreich für uns geben können. Ab dem Viertelfinale nun gegen die Slowakei kann für unsere Mannschaft noch einiges möglich sein. Die großen Top-Favoriten bleiben für mich aber Kanada, die USA, Schweden und Finnland.
Wie erleben Sie täglich Ihre Mannschaft im Training?
Die Stimmung ist sehr gut. Ob wir die Pause optimal überbrücken konnten, wird sich bei unseren letzten Spielen in der Hauptrunde zeigen. Sebastian Uvira kann nach seiner Gehirnerschüttterung schon wieder seperat auf dem Eis trainieren. Alle Teams haben die Problematik zu lösen, die richtige Mischung zwischen Regeneration, Intensität und Spannung zu finden.
Zumindest ein Testspiel hätte vielleicht für Abwechslung vom Trainingsalltag in der Olympiapause sorgen können.
Wir wollten gegen ein Schweizer Team spielen, aber es hat leider aus terminlichen Gründen nicht geklappt. Unser Trainerteam hat dafür in diesen Tagen ein internes Turnier mit der Mannschaft organisiert. Das kommt sehr gut an.
Was macht Sie zuversichtlich, dass die Mannschaft in den letzten acht Hauptrundenspielen sicher die Pre-Playoffs erreicht?
Wir haben die Serie, nur gegen Top-Teams zu spielen, vor der Pause mit guten Leistungen hinter uns gebracht. Nun treten wir fast ausschließlich gegen die Mannschaften an, die in der Tabelle in oder hinter unserem Bereich liegen. Wir haben es selbst in der Hand.
Steve Walker hat in diesen Tagen betont, dass die Importspieler, die neu zu den Wild Wings kommen, zukünftig jünger sein könnten und somit noch mehr Perspektiven vor sich haben. Ist das ein neuer Weg?
Ja und nein. Noch zählen wir zu den Clubs in der Liga, für die der Transfermarkt kein Wunschkonzert ist. Alt und Jung gibt es für uns nicht. Es geht nur um gute Leistung und weniger gute Leistung. Es war sehr wichtig, dass wir zum Beispiel mit Will Weber verlängern konnten. Wie wertvoll er für uns ist, hat man gesehen, als er einige Wochen lang zuletzt fehlte. Wir werden den Kader dennoch nach dieser Saison ein wenig verjüngen.
Wann können sich die Fans noch über einen Neuzugang freuen – Stichwort „Die elfte und letzte Importlizenz“?
Wir sind dran am Thema. Der eventuelle Neuzugang kann für unseren offensiven, aber auch für unseren defensiven Bereich sein. Andererseits haben wir einen guten und großen Kader. Wenn wir noch nachverpflichten, muss uns der neue Spieler sofort weiterhelfen.
Die Kaderplanung für die kommende Saison kommt sehr gut voran.
(lacht). Sagen wir mal „gut“. Es geht – wie immer in dieser Phase – um Detailfragen: Will Thomas Larkin zum Beispiel nach dieser Saison und diesem Höhepunkt Olympia aufhören? Geht es mit den Spink-Brüdern in ein weiteres Jahr? Wie könnte sich Tim Gettinger in einer zweiten Saison bei uns noch steigern? Wir wollen Jahr für Jahr besser werden, aber wir müssen unseren Kader sicherlich nach dieser Saison nicht völlig umkrempeln.