Die Wild Wings von A bis Z in der vergangenen Saison. Was die Mannschaft um Coach Steve Walker besonders ausgezeichnet hat. Wer am meisten auf dem Eis stand und am besten scorte.
Die Wild Wings haben insgesamt eine erfolgreiche DEL-Saison 2025/26 absolviert. Aber es gab neben den Glanzlichtern auch schwierige Phasen. Ein Saisonrückblick, der nicht nur mit Zahlen gefüllt ist.
A ... wie Auswärtsstärke Die Wild Wings konnten sich in der DEL-Hauptrunde 2025/26 im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Mit 29 Punkten waren sie um fünf Zähler besser als 24/25. Natürlich war der 3:2-Sieg nach Verlängerung im entscheidenden dritten Spiel der Pre-Playoff-Serie in Wolfsburg der wichtigste Auswärtserfolg für die Schwenninger in dieser Saison.
B ... wie Bullybilanz Das Bully ist weiterhin eine große Baustelle der Schwäne. Nach der Hauptrunde stand hier für Schwenningen nur der vorletzte Platz mit 46,68 Prozent Erfolgsquote. Doch in den sieben Playoff-Spielen verzeichneten die Neckarstädter 51,83 Prozent. Dies bedeutet unter den Playoff-Teams bis jetzt den zweitbesten Wert!
C ... wie Captain Drei Jahre lang trug Thomas Larkin das „C“ auf der Brust. Er geht als einer der großen Leader in die Geschichte der Wild Wings ein. Der 35-Jährige war auf und neben dem Eis ein großes Vorbild. „Ich bin stolz, ein Teil dieser Organisation und dieses Teams gewesen zu sein. Schwenningen wird immer in meinem Herzen bleiben“, sagte der 35-Jährige zu seinem Karriereende.
D ... wie Defensive Die Anzahl der Gegentore in dieser Hauptrunde (157 in 52 Spielen) stieg – im Vergleich zur Saison (2024/25 – 129 in 52 Spielen) an. Klar ist außerdem, dass die Wild Wings zukünftig noch spielerisch bessere und torgefährlichere Verteidiger brauchen. Die Defensivarbeit, so hat es Coach Steve Walker immer betont, beginnt aber bereits in der Offensive.
E...wie Eiszeit Verteidiger Eric Martinsson, der wohl bleiben wird, verzeichnete mit 21,75 Minuten im Schnitt pro Spiel (Hauptrunde und Playoffs) den Spitzenwert intern bei den Wild Wings. Dahinter folgt schon Kapitän Thomas Larkin mit 21,10 Minuten im Schnitt pro Spiel.
Martinsson bestritt 58 von 59 Saisonspielen der Schwenninger. Tylor Spink, Thomas Larkin und Boaz Bassen waren in 57 Partien dabei.
F ... wie Fairplay-Wertung Nach der Hauptrunde waren die Neckarstädter die sechsfairste Mannschaft mit 520 Strafminuten gesamt. In der bisherigen Playoff-Wertung stehen die Neckarstädter an siebter Stelle mit 11,86 Strafminuten im Schnitt pro Spiel.
Intern kassierte Alex Karachun mit 68 Minuten die meisten Strafen in dieser Saison. Sein Kommentar dazu lapidar: „Ich habe auch Pech gehabt.“ Will Weber, in den vergangenen Jahren oft auf der Strafbank, hat sich in diesem Punkt verbessert.
G ... wie Goalies Joacim Eriksson spielte eine starke Saison. Bemerkenswert ist, dass der Schwede bisher in den Playoffs der Torhüter mit der besten durchschnittlichen Fangquote (93,33 Prozent) ist. Mit dem Münchner Simon Wolf erhält Eriksson nun eine starke Konkurrenz für die neue Saison.
Nicht mehr verlängert wurde mit den drei weiteren Torhütern Michael Bitzer (12 Einsätze), Chris Gibson (2) und Baran Cicek.
H ... wie Heimstärke In der Hauptrunde heimsten die Wild Wings in der Helios Arena in 26 Heimspielen nur 43 Punkte ein – Rang acht in der Heimtabelle. In der Saison 2024/25 waren es 47 Punkte (fünfbestes Team) gewesen.
I ... wie Importspieler In diesem Bereich haben die Wild Wings qualitätsmäßig weiter Luft nach oben. Es wird eine entscheidende Rolle für die nächsten Jahre spielen, ob die Verantwortlichen hier einen Schritt weiterkommen.
J ... wie Joker Relativ spät wurden die beiden Stürmer Tim Gettinger und Danny O’Regan nachverpflichtet. Gettinger hatte das einmalige Pech, sich im ersten Pflichtspiel in Bremerhaven eine Handfraktur zuzuziehen und wochenlang auszufallen. O’Regan verzeichnete Licht und Schatten, spielte aber hervorragende Playoffs.
K ... wie Alex Karachun Der Schwenninger Stürmer spielte seine bisher beste Saison mit 24 Toren und 15 Assists. Unvergessen bleibt sein Siegtreffer im dritten Pre-Playoffspiel in Wolfsburg in der Overtime.
Der Top-Scorer verlängerte seinen Vertrag bei den Wild Wings, „weil wir hier noch einiges an Entwicklungspotenzial haben“. Erfrischend ist auch seine Selbstkritik in Phasen, in denen es für ihn und die Mannschaft nicht gut läuft. Eine WM-Nominierung hätte sich die Nummer 47 absolut in diesem Frühjahr verdient.
L ... wie Line-ups Auch in dieser Saison vergingen einige Wochen in der Hauptrunde, ehe Coach Steve Walker seine idealen Reihen gefunden hatte. Dies lag auch an dem verletzungsbedingt langfristigen Ausfall von Stürmer-Talent Philip Feist, so dass Walker auch die U23-Regelung aufstellungsmäßig immer im Auge haben musste. Nach dem „schwarzen“ Dezember wurden die Wild Wings aber auch bei den Line-ups personell bis zum Ende der Saison viel konstanter.
M ... wie Mailand Für Thomas Larkin und Alex Trivellato wurde im Februar ein Kindheitstraum wahr: Olympische Spiele mit der italienischen Nationalmannschaft daheim. „Es waren Tage und Erlebnisse, die du dein Leben lang nicht vergisst. Ich hatte schon Gänsehautgefühl beim Warmmachen“, blickte Alex Trivellato zurück. Von vielen Familienmitgliedern und Freunden wurden die beiden Schwenninger Verteidiger in Mailand unterstützt. Und natürlich feuerten die Wild Wings daheim ihre beiden Teamkollegen täglich über die sozialen Medien an.
N ... wie Niederlagenserie
Neun Niederlagen in Folge kassierten die Wild Wings im Dezember. Es drohte das Verpassen der Playoffs. Intern gab es die Problematik um Torjäger Zach Senyshyn, dessen Vertrag schließlich aufgelöst wurde. Doch die Mannschaft fand das Licht am Ende des Tunnels und spielte nach dem Jahreswechsel ein starkes „Schlussdrittel“ in der Hauptrunde. „Die Jungs haben in der schweren Zeit nie den Glauben an sich verloren, sind noch enger zusammengerückt. Sie kamen noch stärker zurück“, lobt auch Geschäftsführer Stefan Wagner.
O ... wie Offensive
147 Tore erzielten die Schwäne in der Hauptrunde 2025/26. Dies waren sieben weniger als in der Hauptrunde 2024/25. Die nicht immer optimale Chancenverwertung war auch in dieser Saison – insbesondere in der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen Köln – eine große Baustelle der Schwenninger.
P ... wie Powerplay Im Überzahlspiel zeigten sich die Neckarstädter in dieser Saison im Vergleich zur Vorsaison – 21,52 Prozent Erfolgsquote – verbessert. In dieser Hauptrunde belegten sie hier Rang acht. In den sieben Playoff-Spielen verbuchten die Wild Wings einen Wert von 20,00 Prozent.
Q ... wie Qualität In Sachen Qualität schaffte die Schwenninger Mannschaft – im Vergleich zu den Vorjahren – wieder einen Schritt nach vorne. Bemerkenswert war überwiegend in dieser Saison die Ausgeglichenheit der vier Angriffsreihen, die absolute Siegermentalität und der starke Charakter der Mannschaft. Die Qualität bei den Importspielern muss aber insgesamt im Schnitt noch besser werden.
R ... wie Re-Start Noch nie erlebte die DEL so eine lange Pause wie im Februar aufgrund der Olympischen Spiele. Spannend war die Frage, wie gut die 14 DEL-Teams mit dieser Pause umgehen würden. Den Wild Wings gelang es, die Spannung hochzuhalten, sich gut zu erholen und sich optimal auf die restlichen acht Spiele in der Hauptrunde vorzubereiten.
S ... wie Spink-Brüder Tyson und Tylor Spink (siehe auch Top-Scorer) spielten wieder eine starke Saison – ihre bereits sechste in Schwenningen. Um die beiden Zwillingsbrüder wird es in den kommenden Wochen spannend. Erhalten sie einen deutschen Pass? Anfang des Jahres gab es bereits das Gerücht, dass die Wild Wings diesen Weg mit den beiden Brüdern, denen es insgesamt hervorragend in der Doppelstadt gefällt, planen. Doch Geschäftsführer Stefan Wagner betonte damals im Januar auf Nachfrage, „dass es ja einige Auflagen und Anforderungen gibt, um einen deutschen Pass zu erhalten“. Inzwischen lernen Tyson und Tylor auf alle Fälle schon einmal die deutsche Sprache ...
T ... wie Top-Scorer Kyle Platzer führt mit elf Toren und 29 Assists hier die interne Wertung der Wild Wing an. Es folgen knapp dahinter Alex Karachun (24/15/39), Tyson Spink (20/16/36) und Tylor Spink (11/23/34).
U ... wie Unterzahl Hier war der Trend leicht rückläufig. In der Saison 2024/25 waren die Schwäne nach der Hauptrunde sechstbestes Team mit 79,89 Prozent Erfolgsquote. Nach dieser Hauptrunde reichte es nur zu Rang neun mit 76,62 Prozent.
In den Playoffs lag der Wert in den sieben Spielen durchschnittlich nur bei 75,00 Prozent.
V ... wie Verträge Joacim Eriksson, Will Weber, Alex Karachun, Boaz Bassen, Kyle Platzer, Phil Hungerecker, Arkadiusz Dziambor, Hakon Hänelt und Philip Feist haben für die neue Saison Verträge. Weitere Vertragsverlängerungen – zum Beispiel von Eric Martinsson oder Sebastian Uvira – werden wohl zeitnah bekanntgegeben.
W ... wie Steve Walker In seinem dritten Jahr bei den Wild Wings schaffte der Coach zum dritten Mal mit dem Team die Playoff-Teilnahme. Steve Walker ist einer der großen Erfolgsgaranten des Schwenninger Eishockeys. Der frühere Top-Torjäger hat sich im Trainerjob persönlich hervorragend weiterentwickelt, meisterte die in dieser Saison kritischen Phasen souverän. Bis 2028 hat der 53-jährige Kanadier seinen Vertrag verlängert.
X ... wie XXL Das vierte Viertelfinalspiel zwischen den Wild Wings und Köln (104 Minuten) war das sechslängste Duell in der Geschichte der DEL.
Y ... wie Youngster Den Talenten Arkadiusz Dziambor und Hakon Hänelt ist in dieser Saison ein weiterer großer Schritt gelungen. Philip Feist hatte mit seiner Fußfraktur im September und dem monatelangen Ausfall hingegen großes Pech und wird in diesem Sommer insgesamt neu durchstarten.
Z ... wie Zuschauer Tickets für die Heimspiele der Wild Wings zu bekommen, wird immer mehr zu einem Lotteriespiel. 4826 Zuschauer kamen im Schnitt pro Heimspiel in der Hauptrunde und in den Playoffs (29 Heimpartien). Das ist mit Blick auf die vergangenen Jahre ein Spitzenwert.