Warum das neue Schwenninger Verteidiger-Talent Niclas Hempel so glücklich ist. Eine Nachnominierung zu den U20-Titelkämpfen in den USA wäre das i-Tüpfelchen.
Freiburg, an diesem Mittwoch. Niclas Hempel (18) lernt gerade in der elterlichen Wohnung – Kontobuchungen, Steuerrecht – Wirtschaftslehre. Im kommenden Frühjahr macht der talentierte Verteidiger sein Abitur: „Mit den Schwerpunkten Sport und Clubmanagment“, erklärt er und lacht.
Im vergangenen Sommer verpflichteten ihn die Wild Wings als neuen U23-Spieler. Die Zeit war für den Linksschützen nach erfolgreicher Zeit beim EHC Freiburg reif, nun den Schritt in die DEL zu wagen. „Das Gesamtpaket Schwenningen, das war mir schnell klar, hat absolut für mich gepasst. Ich habe ja schon mitbekommen, dass junge Spieler wie Philip Feist oder Arkadiusz Dziambor bei den Wild Wings sehr gut gefördert werden.“
Sein Start in Schwenningen
Natürlich gab es für den gebürtigen Freiburger vor dem ersten Arbeitstag bei den Wild Wings jede Menge Fragen: Wie sind die Charaktäre im Team? Wie arbeitet der Trainerstab? Wie groß werden die Unterschiede zwischen DEL2 und DEL sein?
Alles halb so wild: „Mannschaft und die Coaches haben mich hervorragend aufgenommen. Es hätte nicht besser sein können“, lieferte der junge Verteidiger beispielsweise beim ersten Test gegen die ZSC Lions in der Helios Arena eine hervorragende, ja schon positiv-freche Leistung ab.
Nach einer für ihn gelungen Vorbereitung war klar, dass Niclas Hempel sportlich erst einmal zweigleisig fährt. Bei den Wild Wings absolvierte er bisher zehn DEL-Partien – beim Schwenninger Kooperationspartner Freiburg stehen vor diesem Wochenende bisher acht Spiele – diese aber mit viel Eiszeit.
So sieht Steve Walker das Talent
Der Wild-Wings-Coach strahlt und lobt, als wir auf seinen jungen Verteidiger zu sprechen kommen: „Niclas ist für sein Alter schon fast beängstigend selbstbewusst. Das ist sehr positiv. Er ist läuferisch stark und macht viele gute Aktionen. Für ihn sind die vielen Minuten mit Freiburg nun für seine Entwicklung wichtig. Ich kann es jedoch kaum erwarten, wenn er wieder bei uns im Kader steht“, betont Walker.
Woche für Woche wird nun zwischen dem Schwenninger Trainerstab, dem EHC Freiburg und dem 18-Jährigen besprochen, bei welchem Team Hempel dann in den kommenden Tagen trainiert und am Wochenende spielt. „Ich finde diese ganz klare Planung sehr gut“, sagt der sympathische Pendler zwischen zwei Ligen.
Ein bitterer Moment
Vor wenigen Tagen war Niclas Hempel jedoch für einen kurzen Moment enttäuscht. Im WM-Aufgebot der deutschen U20-Nationalmannschaft tauchte sein Name nicht auf. Dies trotz seiner guten Leistungen Anfang November in den drei Testspielen gegen Finnland in Füssen. „Ja, erst einmal ist bei so einer Nachricht eine gewisse Enttäuschung da. Aber vielleicht werde ich ja noch nachnomiert. Ein wenig Hoffnung ist immer noch da“, erklärt er und kehrt zurück zu seinen Abiturvorbereitungen an diesem Nachmittag.
An diesem Wochenende wird er für die Freiburger Wölfe am Freitag in Rosenheim spielen und am Sonntag daheim gegen Krefeld. Und bald wieder auch für die Wild Wings.