Der Stachel sitzt tief: Wild-Wings-Angreifer Sebastian Uvira (links) will nach dieser unglaublichen Playoff-Viertelfinalserie gegen Köln in den kommenden Tagen „einfach erst einmal abschalten und den Kopf freibekommen.“ Foto: Eibner-Pressefoto

Die Wild Wings nach dem Eishockey-Wahnsinn in der Lanxess Arena. Es war das längste Spiel in der Schwenninger Club-Geschichte. Am Ostermontag (16 Uhr) verabschiedet sich das Team.

Wer dabei war, wird es vielleicht später noch seinen Enkeln erzählen. 104 Minuten Eishockey-Krimi pur im vierten Spiel der Playoff-Viertelfinal-Serie der Wild Wings in Köln. Die Schwenninger waren über viele Phasen das bessere Team mit den größeren Chancen, doch der 2:1-Treffer von Haie-Verteidiger Jan Luca Sennhenn kurz vor Mitternacht sorgte am Dienstagabend für das Aus der Wild Wings.

 

Es war das neunte Match der Schwäne in den vergangenen 18 Tagen. Besonders unglaublich war, woher die Mannschaft noch diese Power hernahm. Angreifer Boaz Bassen berichtete, wie sich die Jungs in den Pausen zwischen den Verlängerungen stärkten: „Unser Athletik-Coach Hendrik Kolbert hatte noch selbst zubereitete Pfannkuchen ausgepackt. Diese Snacks waren für uns als Energiezufuhr sehr wichtig in dem Moment.“

Die Stimmung in der Kabine der Wild Wings danach? Enttäuschung pur, leere und total müde Gesichter der Spieler. Aber die Mannschaft ist stolz darauf, wie sehr sie den Titelfavoriten in den vergangenen vier Spielen herausgefordert hat. Bei den Kölnern herrschte großes Aufatmen. Sie zeigten viel Respekt vor der Schwenninger Leistung. Die ersten Stimmen.

Steve Walker

Der Wild-Wings-Coach wirkte in der Pressekonferenz nach Mitternacht enttäuscht und müde. Steve Walker zeigte sich stolz auf sein Team und bedankte sich auch bei den Fans für „eine großartige Unterstützung. Wir haben die Serie gegen ein sehr starkes Kölner Team enger gemacht, als es viele vorher glaubten. Dieses vierte Spiel war ein Spiegelbild von den ersten drei Spielen. Die Mannschaft hat sich wieder zurückgekämpft, konnte sich aber nicht belohnen. Ich wünsche Kari Jalonen und seinem Team alles Gute für das Halbfinale.“

Eric Martinsson

Der Schwenninger Verteidiger lobte sein Team: „Wir haben in allen vier Spielen unser Bestes gegeben. Die Enttäuschung ist sehr groß, aber Köln ist wirklich ein sehr gutes Team. Nachdem der entscheidende Treffer gefallen war, war ich total leer im Kopf. Wir hätten so gerne – auch für unsere Fans – dieses Spiel noch gewonnen. Aber wir haben in den Playoffs gezeigt, was wir leisten können. Wir müssen uns in der kommenden Pause noch einmal verinnerlichen, was in Schwenningen alles möglich ist.“

Thomas Larkin

Für den Wild-Wings-Kapitän war auch dieses vierte Spiel gegen Köln symptomatisch: „Es war immer eng. Es fällt schwer, diese Niederlage zu akzeptieren. Aber ich bin stolz auf die Jungs, auf unseren Club und insbesondere auf unsere Fans. Ihre Unterstützung bis kurz vor Mitternacht war überragend. Wenn du nach den Pausen in die nächste Verlängerung wieder aus der Kabine kommst, ist das ein cooles Gefühl, ein Teil so eines Spiels zu sein. Wir hatten unsere Chancen, das Spiel zu gewinnen.“

Sebastian Uvira

Für den Schwenninger Angreifer und Ex-Kölner sitzt „der Stachel tief. Wir haben immer sehr gut gekämpft und immer knapp verloren. Selbst die Kölner haben mir gerade gesagt, dass es eine unglaubliche Serie war. Am Ende war die Effizienz ausschlaggebend. Köln machte eben die Tore. Wir hatten sehr viele gute Chancen. Es ist sehr schade.“

Kari Jalonen

Auch für den Kölner Coach war es eine „sehr enge Serie. Wichtig war, dass wir das dritte Spiel am Sonntag in Schwenningen doch noch für uns entscheiden konnten. Heute haben wir echtes Playoff-Eishockey gesehen, insbesondere in den Verlängerungen. Es war alles dabei. Auch die Fights gehören dazu. Unser Torschütze Jan Luca Sennhenn hatte die Spielbesprechung am Vormittag verpasst, aber er konnte seinem Team etwas zurückzahlen.“

Siegtorschütze Jan Luca Sennhenn

Der Kölner sprach von einem „unglaublichen Gefühl. Gerade vor dieser Kulisse. Ich schieße generell nicht viele Tore. Dieses wird in Erinnerung bleiben. Wir haben die Serie zwar 4:0 gewonnen, aber jedes Spiel war eng. Schwenningen hat uns das Leben schwer gemacht und wir mussten hart arbeiten. Wir freuen sehr uns über den Einzug ins Halbfinale.“