Was für ein verrücktes DEL-Duell in Augsburg! Nach einem schnellen 0:4-Rückstand gleichen die Wild Wings beim 5:5 aus. Am Ende setzen sich die Panther mit 7:6 durch.
Verrückter geht kaum noch! Die Wild Wings haben am Freitagabend in Augsburg gegen einen Direktkonkurrenten im Kampf um die Ränge sieben bis zehn in einem „irren“ Duell mit 6:7 verloren. Die Schwenninger bleiben Zehnter – punktgleich mit den Augsburgern.
Wild-Wings-Angreifer Tylor Spink sagte nach der Niederlage: „Positiv ist, dass wir nach einem nicht guten ersten Drittel so eine Moral noch gezeigt haben.“
Die Ausgangslage
Schwenningens Coach Steve Walker hatte – im Vergleich zum 5:3-Sieg am Dienstag gegen Ingolstadt – keine personellen Veränderungen vorgenommen. Von rund 500 mitgereisten Fans wurden die Gäste unterstützt.
Die Augsburger hatten ihre acht vergangenen Heimspielen nicht mehr gewonnen. Im Tor stand im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion Michael Garteig.
Drei Gegentore in 1:27 Minuten
Schlechter konnte die Partie für die Wild Wings in Augsburg nicht beginnen. Innerhalb von nur 1:27 Minuten kassierten die Gäste drei Gegentreffer. Das 1:0 für Augsburg: Nach einem abgeblockten Schuss der Schwäne startet Anthony Louis mit einem sehenswerten Solo aus dem eigenen Drittel heraus (4:40 Minuten). Das 2:0: Alexandre Grenier wird von Arkadiusz Dziambor nicht konsequent angegriffen (5:34). Das 3:0: Thomas Trevelyan „hängt“ vor dem Schwenninger Tor Dziambor im Duell ab und schiebt die Scheibe ein (6:07). In der elften Spielminute schließt Verteidiger Thomas Schemitsch eine starke Kombination der Augsburger zum 4:0 ab.
Genug für Wild-Wings-Keeper Joacim Eriksson, der seinen Platz für Michael Bitzer räumte. Mit „Wir wollen euch kämpfen sehen“, verabschiedeten die Gästefans lautstark ihre Spieler in die erste Pause. Arkadiusz Dziambor zeigte sich selbstkritisch: „Ich muss konsequenter sein. Es geht um Platz zehn und wir waren anfangs nicht bereit. Aber wir müssen diese vier Gegentore abhaken und weiterarbeiten.“
Spiel wird immer verrückter
Und wie ging es für die Wild Wings im Mitteldrittel weiter? Sie zeigten einmal mehr eine große Moral, spielten nun zielstrebiger und trafen in den ersten zehn Minuten des Mitteldrittels zweimal. Jordan Szwarz (28.) und Alex Trivellato (In Unterzahl/30.) stellten den Zwischenstand auf 2:4. Aber nach nur weiteren 39 Sekunden hatte Augsburg mit dem 5:2 durch Alex Blank im Powerplay das Momentum wieder auf seiner Seite. Dieses wechselte aber schnell wieder zu den Gästen: Alex Karachun erzielte – nach einer Volleyabnahme – im Powerplay das 3:5 (35.). Dann war Tylor Spink (37.) mit dem 4:5 an der Reihe und schließlich glich Felix Scheel (ebenfalls 37.) zum 5:5 aus. Unglaublich!
Beim Gang in die letzte Pause wurden nun die Augsburger von ihren Anhängern ausgepfiffen – Verteidiger Fabrizio Pilu monierte: „Wir waren nach unserem 4:0 zu locker.“ Jetzt gab es den Wechsel im Panther-Kasten: Peyton Jones für Garteig.
Die Entscheidung
Dann holten die Augsburger zum Doppelschlag aus. Innerhalb von 47 Sekunden stellten die Gastgeber durch die Treffer von Anthony Louis (49.) und Alex Blank (50.) auf 7:5. Dreineinhalb Minuten vor dem Ende nahm Walker seinen Torhüter vom Eis. Eric Martinsson verkürzte 27 Sekunden vor dem Schlusszeichen auf 6:7. Doch mehr war für Schwenningen nicht mehr drin.
Statistik
Augsburg – Wild Wings 7:6 (4:0,1:5,2:1) Tore: 1:0 Louis (4:40), 2:0 Grenier (5:34 – Assists: Button, Louis), 3:0 Trevelyan (6:07 – Cramarossa, Mayhew), 4:0 Schemitsch (10:42 – Blank, Wohlgemuth), 4:1 Szwarz (27:06 – Platzer), 4:2 Trivellato (29:32/4:5 – Scheel), 5:2 Blank (30:11/5:4 – Schemitsch, Louis), 5:3 Karachun (34:56/5:4 – O’Regan, Marschall), 5:4 Tylor Spink (36:13 – Marschall, Bittner), 5:5 Scheel (36:52), 6:5 Louis (48:31 – Grenier), 7:5 Blank (49:18 – Louis, Schemitsch), 7:6 Hungerecker (59:33/6:5).
Strafen: Augsburg: 6 – Wild Wings: 6
Schiedsrichter: Gofman/Schadewaldt. Zuschauer: 6179 (ausverkauft).