Schwenningens Andreas Thuresson ist nach der 5:6-Niederlage nach Verlängerung gegen Krefeld enttäuscht. Doch die Play-offs sind für die Wild Wings noch möglich. Foto: Roland Sigwart

Der Play-off-Traum lebt für den DEL-Klub aus Schwenningen trotz der 5:6-Niederlage gegen Krefeld weiter, denn auch Eishockey-Konkurrent Straubing ist ausgerutscht.

Die Wild Wings haben ihr vorletztes Hauptrundenspiel in der DEL daheim am Freitagabend gegen Krefeld mit 5:6 nach Verlängerung verloren, können jedoch weiter vom Play-off-Einzug träumen.

Denn Schwenningens Direktkonkurrent Straubing zog zeitgleich daheim gegen Wolfsburg mit 2:4 den Kürzeren. Es kommt also am Sonntag (14.30 Uhr) zum Showdown im Kampf um Platz vier im Süden. Die Wild Wings empfangen Köln – Straubing gastiert in Wolfsburg. Nach dem letzten Hauptrundenspieltag müssen die Schwenninger mit zwei Punkten vor den Tigers liegen, weil nach dem Koeffizient abgerechnet wird.

Wild-Wings-Kapitän Travis Turnbull gab sich nach dem Schlusszeichen kämpferisch: "Wir sind zwar jetzt enttäuscht, aber wir haben am Sonntag noch unsere Chance und werden alles geben."

Nervös und fahrig

Die Gastgeber erwischten einen Auftakt nach Maß. Nach nur 80 Sekunden überwand Troy Bourke mit einem Schuss ins kurze Eck Krefelds jungen Keeper Marvin Cüpper. Aber in der Folgezeit waren die Wild Wings leistungsmäßig von der Rolle. Boaz Bassen hatte gerade auf der Strafbank (2:19) Platz genommen, als die Gäste durch Arthur Tianulin zum 1:1 ausglichen. Die Schwenninger wirkten in dieser Phase nervös und fahrig, kassierten in der fünften Minute nach einem für Torhüter Joacim Eriksson haltbaren Schuss von Maximilian Glässl das 1:2. Und das Nord-Schlusslicht aus Krefeld ließ nicht locker. Einen Konter schloss Tianulin (10.) zum 3:1 für die Rheinländer ab. Die Wild Wings konnten sich bis zur ersten Pause kaum klare Chancen erarbeiten, ließen auch ein Powerplay ungenutzt.

Beim 1:3-Zwischenstand ging es erstmals in die Kabine. Schwenningens Verteidiger Christopher Fischer schimpfte zu diesem Zeitpunkt: "Wir schlafen, wir müssen in allen Bereichen endlich besser spielen."

Es muss in der Pause eine klare Ansprache von Schwenningens Coach Niklas Sundblad gegeben haben, denn die Neckarstädter präsentierten sich in den zweiten 20 Minuten konzentrierter, aggressiver und unterm Strich eben verbessert. Der junge David Cerny nutzte einen Fehler der Krefelder an deren blauen Linie zu einem cleveren 2:3-Anschlusstreffer(36.). Nur 58 Sekunden später vollendete Andreas Thuresson nach Vorarbeit von Fischer zum 3:3.

Nehmer-Qualitäten

Mit diesem Ergebnis ging es auch ins Schlussdrittel, das mit einem Schock für die Wild Wings begann. Sie luden die Gäste nach 41 Sekunden zum Kontern ein – Tianulin erzielte seinen dritten Treffer des Abends zum 4:3 für die Pinguine. Brett Olson (45.) erhöhte auf 5:3 für den Nord-Letzten. Aber die Wild Wings zeigten Nehmer-Qualitäten. Kapitän Travis Turnbull (46.) verkürzte auf 4:5. 46-Sekunden vor dem Ende – als Eriksson schon sein Tor verlassen hatte – erzwang Thuresson mit dem 5:5 die Verlängerung. In dieser erzielte Tianulin mit seinem vierten Tagestreffer das Siegtor für Krefeld.

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