Andreas Thuresson bejubelt die 4:1-Führung der Wild Wings. Foto: Eibner

Bayern siegen noch mit 6:4. Wild Wings geben zweiten Rang in der DEL-Gruppe Süd ab.

Die Wild Wings mussten sich am Samstagabend nach einer 4:1-Führung nicht nur noch mit 4:6 gegen München geschlagen geben, sondern die Schwenninger gaben auch den zweiten Rang in der DEL-Gruppe Süd an die Bayern ab. Bei denen überragte der vierfache Torschütze Trevor Parkes.

"Schwenningen hat aktuell eine der besten Mannschaften seit Jahren. Sie sind mit viel Spaß bei der Sache", warnte Red-Bull-Coach Don Jackson seine zuletzt vor allem in der Defensive anfälligen Spieler. "Wir müssen gegen dieses starke Team clever spielen", diktierte der bisher überragende Schwenninger Goalie Joacim Eriksson kurz vor dem ersten Bully ins Magenta Sport-Mikrofon.

Wie erwartet musste der bisherige Tabellenzweite dabei auf Benedikt Brückner verzichten. David Cerny rückte für den Verteidiger als 13. Stürmer in den Kader.

Glück und Pech bei den Wild Wings

Glück und Pech lagen für die Wild Wings zu Beginn nah beinander: Der Treffer des Münchners Maximilian Kastner (1.) wurde zurecht abgepfiffen, dann verpasste auf der anderen Seite Tylor Spink (2.) bei einem Break einen Shorthander. Gegen den zweiten Alleingang eines Schwenningers war RB-Goalie Kevin Reich aber chancenlos. Nach Traumpass von Darin Olver hatte Assistenzkapitän Alex Weiß (5.) eiskalt per Rückhand eingenetzt. Doch die Bayern können sich eben auf Topscorer Trevor Parkes verlassen. Zweites Powerplay, sechster Saisontreffer, 1:1: Eishockey kann so einfach aussehen. Dies dachte sich wohl auch Jamie MacQueen, der einfach mal satt in die Mitte passte. Da war selbst 2:1-Torschütze Travis Turnbull (12.) über den Freiraum vor Reich überrascht. Dies war im achten Saisonspiel bereits der 24. Gegentreffer von Etatkrösus München. Wenig später musste Don Jackson in seinem 901. Spiel als DEL-Coach auch noch mit ansehen, wie Troy Bourke (14.) unter Beweis stellte, weshalb die Wild Wings derzeit das drittbeste Überzahlspiel der kompletten DEL besitzen. Andreas Thuresson hatte das 3:1 für enorm effektive Schwenninger nicht nur schön vorbereitet, sondern der Schwede nutzte auch den achten Torschuss (20.) der Wild Wings zum 4:1 nach einem Wahnsinnsdrittel, das eine ausverkaufte Arena verdient gehabt hätte.

Was wäre München ohne Trevor Parkes? Auf jeden Fall brachte der Kanadier (21.) den dreimaligen Meister schnell im zweiten Abschnitt auf 2:4 heran. Nur wenige Zentimeter fehlten wenig später Maximilian Hadraschek (23.) zu seinem ersten Saisontor – und den Wild Wings zum beruhigenden 5:2. Nach dem Pfostentreffer des Schwenningers drückten die Bayern in einem enorm temporeichen Spiel auf den Anschlusstreffer, den auch der erneut starke Joacim Eriksson gegen Kalle Kossila (35./3:4) nicht verhindern konnte. Alles war wieder offen.

Schlusspunkt eines bemerkenswerten Abends

Daran hätte MacQueen (44.) in Unterzahl etwas ändern können, aber der Schwenninger Stürmer zielte etwas zu ungenau. Auch danach unterstrichen die Bayern, weshalb sie derzeit das zweitschwächste Powerplay-Team der DEL stellen. Die Wild Wings kämpften, verteidigten clever. Doch Entlastungsangriffe waren Mangelware. Dies rächte sich. Und wie. Die letzten 149 Sekunden werden die Neckarstädter nicht so schnell vergessen. Trevor Parkes glich zunächst für sechs Münchner Feldspieler zum 4:4 aus, dann ließ der Kanadier mit seinem vierten Treffer sogar die 5:4-Führung folgen. Das Empty-Net-Tor von Frank Mauer (60./6:4) bildete an diesem bemerkenswerten Abend den Schlusspunkt.

Klar, dass Niklas Sundblad bedient war. "Ich bin enttäuscht. Im zweiten und dritten Drittel waren wir einfach zu passiv", sagte der Schwenninger Coach. Don Jackson freute sich: "Das war unglaublich. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler."

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