Die Schwenninger Wild Wings hatten beim DEL U15-Cup viele Gründe zum Jubeln. Drei Siege aus sechs Spielen sind für das Team ein großer Erfolg. Foto: Victoria Lang

Der Nachwuchs des SERC gewinnt beim DEL U15-Cup überraschend gegen den Augsburger EV. Am Ende reicht es zu Rang sechs. Der Schwenninger Nachwuchscoach kramt in seinen Erfahrungen. Kölner Junghaie besiegen im Finale die Berliner Eisbären.

Es ist 7.35 Uhr am Samstagmorgen und in der tief heruntergekühlten Helios Arena brennt bereits die Luft. Die U15 der Wild Wings Future spielt in der Vorrunde das zweite Duell gegen den Augsburger EV.

 

Die Rechnung von Wild Wings-Trainer Karel Bauhof ist klar: Will sein Team das Viertelfinale erreichen, so muss gegen Düsseldorf oder Augsburg ein Überraschungssieg her.

Gegen die DEG setzte es am Freitagabend aber eine 1:3-Niederlage. Somit war das Spiel gegen Augsburg bereits von großer Bedeutung für das Weiterkommen – allerdings hatten die Neckar- gegen die Fuggerstädter in der Bayernliga-Meisterrunde mit 0:2 und 2:5 verloren.

Ein Eishockey-Krimi

Davon ist auf dem Eis im ersten von zwei Spielabschnitten aber wenig zu sehen – obwohl Augsburg diesen mit 2:0 gewinnt.

Die Schwenninger geben nicht auf – und erzielen in Unterzahl das 1:2 (22.). Hinter dem Tor ist Konstantin Pahomov frei. Dieser setzt von dort aus Maximilian Kimmel in Szene. Kimmel verwandelt trocken.

Tolle Paraden von Luis Röhrborn halten den Gastgeber im Spiel, ehe 92 Sekunden vor Spielende Max Geiger mit etwas Glück den 2:2-Ausgleich erzielt. Somit muss das Penaltyschießen entscheiden. Diego Fink, der vierte Schütze der Wild Wings, behält die Nerven. Augsburg verfehlt, was großen Jubel bei der siegreichen Schwenninger U15 auslöst.

Die Wild Wings gewannen im weiteren Verlauf des Turnier noch zwei weitere Penaltyschießen und schlossen das Turnier auf dem starken sechsten Rang ab.

Wenig Aussagekraft

Viel bedeuten für die Zukunft einzelner Spieler muss dies aber nicht: „Es ist in diesem Alter viel zu früh, um zu sagen, welche Spieler es in den Profi-Bereich schaffen“, meint Karel Bauhof, der seit 2018 der U15-Trainer der Wild Wings Future ist und der hervorhebt, dass sein Team an sich glaubt.

Er betont aber auch: „Meine Erfahrung sagt, dass es viele talentierte U14- und U15-Spieler nicht geschafft haben. Dafür waren Spieler, die in diesem Alter durchschnittliche Leistungen zeigten, später sehr erfolgreich.“

Auf was kommt es an?

Was aber braucht es, um Eishockey-Profi zu werden? „Es kommt darauf an, dass man gesund bleibt und hart arbeitet“, erklärt Bauhof. Außerdem spiele Glück eine sehr wichtige Rolle.

Mit Glück meint Bauhof in diesem Fall auch die eine große Unterstützung der Eltern. „Man ist oftmals den ganzen Tag unterwegs. Die Kinder müssen das Glück haben, dass die Eltern das fördern, finanziell und zeitlich“, betont Bauhof.

Die Selektion

Natürlich spielt auch Talent eine große Rolle. Anders als andere Vereinen schicken die Wild Wings Future aber keine Spieler weg. Selektiert wird erst ab der U17. „Wir wollen mit jedem Kind arbeiten, das bereit dazu ist, viermal in der Woche ins Training zu kommen und sich an unsere Vereinsregeln zu halten“ , so Bauhof.

Karel Bauhof (links) war vor seinem Engagement bei den Wild Wings Jugendtrainer beim Heilbronner EC. Foto: Victoria Lang

Der Grund: Während Organisationen wie der EV Landshut die besten Spieler aus den umliegenden Vereinen zu sich holen, gibt es in der Umgebung von Schwenningen weit und breit keine anderen Vereine.

Ein täglicher Kampf

In den älteren Jugend-Klassen gehen die talentiertesten Spieler dann nach Kanada oder Schweden. „Die Nachwuchsligen sind dort auf einem anderen Level“, erklärt Bauhof. Die besten Talente, die diesen Schritt nicht machen, spielen in Berlin, Mannheim oder Köln.

„Wir haben hier Talent im Jahrgang 2008, aber sie gehen alle nach Mannheim“, so Bauhof. „Das tut uns einfach weh.“ Der Wild Wings-Coach spricht von einem „täglichen Kampf. Wir kämpfen um jedes Kind und jedes Talent, damit es hier bleibt und an unser Programm glaubt.“

Positivbeispiele

Und es gibt sie ja, die Positivbeispiele: Boaz Bassen, David Cerny, Viktor Buchner – oder auch Karel Bauhofs Sohn Christian Bauhof.

Von ähnlichen Karrieren sind die aktuellen U15-Spieler der Wild Wings noch ein ganzes Stück entfernt. Für Karel Bauhof zählen aber auch andere Dinge: „Die Jungs müssen unseren Verein repräsentieren – auf dem Eis und außerhalb. Sprich sie müssen sich gut benehmen und auch Vorbilder für die anderen Vereine sein. Das ist für uns das Wichtigste.“

DEL U15-Cup – Die Ergebnisse

Gruppenspiele der Wild Wings Future:

Wild Wings Future – Düsseldorf 1:3

WWF – Augsburg 3:2 n. P.

WWF – Wolfsburg 2:1 n. P.

Endstand Gruppe A

1. Düsseldorf

2. Augsburg

3. Wild Wings Future

4. Wolfsburg

Gruppe B

1. Berlin

2. Ingolstadt

3. Iserlohn

4. Nürnberg

Gruppe C

1. Köln

2. Mannheim

3. München

4. Rosenheim

Viertelfinale: WWF – Eisbären Juniors 1:8

Düsseldorf – Frankfurt 2:0

Köln – Iserlohn 7:3

Augsburg – Ingolstadt 2:1

Platzierungsrunde:

WWF – Frankfurt 4:3 n. P.

WWF – Iserlohn 0:2

Halbfinale:

Berlin – Düsseldorf 3:0

Köln – Augsburg 4:2

Spiel um Platz 3

Augsburg – Düsseldorf 3:0

Finale

Köln – Berlin 1:0