„Kämpfen bis zum Ende – Halbfinale“: Die Wild-Wings-Fans zeigen eindrucksvoll in diesen Wochen, warum dieser Eishockey-Standort in Schwenningen so ein großer ist. Foto: Sigwart

Schwenninger reisen selbstbewusst zum entscheidenden Viertelfinal-Spiel am Ostersamstag (15 Uhr). Tigers-Coach Tom Pokel will noch eine taktische Überraschung aus dem Hut zaubern.

Diese Viertelfinal-Serie zwischen den Wild Wings und Straubing ist einfach genial. Während die anderen drei Halbfinalisten Bremerhaven, Berlin und München quasi schon auf dem Sofa sitzen und seit Tagen auf ihre nächsten Aufgaben warten, kämpfen die Schwenninger und die Tigers intensiv und um jeden Meter Eis weiter.

 

Am Samstag (ab 15 Uhr – live auf DF1 und MagentaSport) fällt am Straubinger Pulvertrum die Entscheidung. Das Momentum liegt auf Seiten der Wild Wings, die mit dem 4:0 am Gründonnerstag im Tollhaus „Helios Arena“ nicht nur die Serie zum 3:3-ausglichen, sondern eine klare Ansage in Richtung Straubing machten.

Der Rückblick

Coach Steve Walker freute sich darüber, „dass wir im richtigen Moment die Tore erzielten. Wir haben ein besseres Mitteldrittel als zuletzt gespielt und im Schlussdrittel unsere Fehlerquote niedrig gehalten. Es ist wirklich eine verrückte Serie, die so sehr vom Momentum lebt.“

Schwenningens Keeper Joacim Eriksson, der bisher als einziger Torhüter im DEL-Viertelfinale ein Shutout verbuchte, war nach dem Serienausgleich erleichtert: „Wir haben ein ziemlich gutes Heimspiel gespielt. Es waren sehr viele Emotionen drin. Aber wir haben das gut bewältigt.“

Tigers-Trainer Tom Pokel war kurz vor 23 Uhr der letzte Straubinger, der aus der Kabine zum Bus ging. „Unsere Leistung hat insgesamt gestimmt. Ich kann den Jungs keinen großen Vorwurf machen, aber wir haben vier Geschenke an Schwenningen verteilt.“

In Topform: Joacim Eriksson ist bisher der einzige Torhüter, der im DEL-Viertelfinale einen Shutout verbuchte. Foto: Roland Sigwart

Der Blick auf das entscheidende Spiel 7

Die Wild Wings haben am Samstag die Chance, mit dem Halbfinaleinzug ihren bisher größten Cluberfolg in ihrer DEL-Geschichte zu feiern. Was alles dafür sprechen könnte:

Die Schwenninger Mannschaft wirkt unglaublich hungrig und mental immer noch sehr frisch. Die Wild Wings können an diesem Ostersamstag viel gewinnen, während die Erwartungshaltung bei den Straubingern nach konstantem Viertelfinal-Aus in den vergangenen drei Jahren viel größer ist.

Kapitän Thomas Larkin und Co. haben aus den beiden vorangegangenen Niederlagen in der Serie viel gelernt. Vor allem agieren die Wild Wings strategisch wieder schlauer und disziplinierter. Sie blieben am Donnerstag von der Strafbank weitestgehend weg. Taktisch ist Steve Walker bei seinen ersten Play-offs als Cheftrainer im Vergleich mit seinem mit allen Wasser gewaschenen Trainerkollegen Tom Pokel längst auf Augenhöhe.

Die Perspektive, am Ostersonntag dann von Straubing direkt nach Bremerhaven weiterzufahren, ist für die Wild Wings riesengroß. Das Schwenninger Team hat nichts zu verlieren – die Saison wird jetzt schon als „großartig“ eingestuft.

Was die Tigers noch planen

Tom Pokel zeigt sich kämpferisch: „Wir werden diese Niederlage verkraften. Wir spielen daheim.“ Der Straubinger Coach will taktisch noch ein letztes Ass aus dem Ärmel ziehen. „Ich denke, wir haben vielleicht für Schwenningen noch eine Überraschung parat.“ Womöglich im Powerplay. Spannend ist bei den Tigers ebenso die Torhüterfrage: Pokel holte nach dem zweiten Drittel am Donnerstag Hunter Miska vom Eis, brachte wieder die eigentliche Nummer 1, Florian Bugl.

Herrlich, es ist alles angerichtet für den großen Showdown am Ostersamstag.