Schwenninger protestieren nach ominöser Szene in der 19. Minute zu spät. Insgesamt stimmt aber die Leistung der Gäste nicht, um gegen das Top-Team etwas zu holen.
Die Wild Wings haben in der DEL am Donnerstagabend beim Top-Team in Straubing nicht nur mit 3:6 verloren, sondern auch in einer richtungsweisenden Phase ein sogenanntes Phantomtor kassiert. Es war für Schwenningen die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen.
Die Personalien
Bei den Schwenningern stand Joacim Eriksson nach seiner Verletzungspause wieder im Tor. Will Weber kehrte ebenfalls nach seiner auskurierten Blessur in die Verteidigung zurück. Im Angriff feierte Sebastian Uvira nach siebenwöchiger Pause sein Comeback in einer Reihe mit Debütant Chris Brown und Max Görtz.
Das erste Drittel
Die Tigers erwischten einen Auftakt nach Maß. Nach 67 Sekunden musste Schwenningens junger Stürmer Philip Feist bereits in die Kühlbox. Tigers-Topverteidiger Nicolas Mattinen bereitete vorzüglich vor – Mark Zengerle vollendete zum 1:0 (2.).
Die Niederbayern machten gerade so weiter: JC Lipon (7.) profitierte von einem unglücklichen Abpraller, als die Scheibe von der Brust von Eriksson ihm vor den Schläger fiel – 2:0. Exakt so ein Start war für die Wild Wings gegen das defensivstärkste Team der DEL völlig kontraproduktiv.
Das Phantomtor
Doch die Schwenninger fingen sich, verkürzten durch Zach Senyshyn (16.) im Powerplay auf 1:2, der Straubings Top-Torhüter Hunter Miska dabei keine Chance ließ. Dann lief die 19. Minute – die Szene mit dem Phantomtor für Straubing. JC Lipon hatte aus kurzer Distanz geschossen. Eriksson hob unglücklicherweise mit seinem linken Schlittschuh sein Torgehäuse einen Moment lang ganz kurz an – die Scheibe ging erst neben den Pfosten und rutschte dann von außen seitlich unter dem Netz ins Schwenninger Tor. Die Wild Wings protestierten erst beim darauffolgenden Bully. Laut Reglement war dies allerdings zu spät. Es blieb bei der Tatsachenentscheidung der Schiris, die das Phantomtor nicht als solches erkannt hatten.
Nicht in Ordnung war dann, was JC Lipon in der ersten Pause bei Magenta Sport kundtat: „Ich habe geahnt, dass es kein Tor ist. Aber ich habe nichts gesagt.“
Sportlich fair wäre es gewesen, wenn der Straubinger von sich aus den Schiedsrichter um Überprüfung gebeten hätte. Doch die Chance verpasste er. Sein Coach Tom Pokel nahm seinen Stürmer nachher in Schutz: „Niemand ist perfekt.“
Das zweite Drittel
Die Tigers starteten gut ins Mitteldrittel und markierten in der 28. Minute durch Marcel Müller das 4:1. Die Wild Wings waren um ihren zweiten Treffer bemüht, doch mit dem Drei-Tore-Rückstand ging es für Schwenningen in den Schlussabschnitt. Verteidiger Daryl Boyle wollte auch vor den letzten 20 Minuten nicht mehr zu lange auf das Phantomtor blicken: „Wir müssen einfach besser spielen“, forderte er.
Das dritte Drittel
Im Schlussabschnitt erzielte Alex Karachun (45.) das 2:4. Die Wild Wings zeigten nun minutenlang ihre stärkste Phase. Straubing konterte aber mit dem 5:2 (JC Lipon/52./5:4), ehe Schwenningens Verteidiger Arkadiusz Dziambor (53.) auf 3:5 verkürzte. Die Tigers erzielten in der 55. Minute durch Marcel Brandt den 6:3-Endstand.
Sebastian Uvira war enttäuscht: „Wir haben die ersten 20 Minuten verschlafen. Dies können wir gegen so ein starkes Team wie Straubing nicht erlauben.“
Statistik
Straubing – Wild Wings 6:3 (3:1, 1:0, 2:2). Tore: 1:0 Zengerle (1:48/5:4 – Assists Mattinen und Samuelsson), 2:0 Lipon (6:33 – Mattinen und Müller), 2:1 Senyshyn (15:42/5:4 – Marshall), 3:1 JC Lipon (18:15 – Phantomtor), 4:1 Müller (27:20 – Lipon und Samuelssen), 4:2 Karachun (44:46/5:4 – Larkin), 5:2 Lipon (51:54/5:4 – Brandt und Scott), 5:3 Dziambor (52:57 – Hungerecker und Pfaffengut), 6:3 Brandt (54:02 – Scott). – Strafen: Straubing: 18 – Wild Wings: 10. – Schiedsrichter: Gofman/Schukies. – Zuschauer: 4796.