Enttäuscht: Schwenningens Neuzugang Chris Brown hatte sich sein Debüt gegen Straubing auch anders vorgestellt. Foto: Eibner-Pressefoto

Dennoch: Die Schwenninger müssen die 3:6-Niederlage in Straubing schnellstens abhaken. Es gilt am Samstag, den Negativ-Trend gegen Bremerhaven zu stoppen.

Phantomtore geschehen in der DEL äußerst selten. Vor zwei Jahren passierte es letztmals, als ein Treffer des Augsburgers Adam Payerl beim 3:1 gegen Nürnberg nicht regulär war. Die Scheibe hatte den Weg von außen durch ein kaputtes Tornetz in den Nürnberger Kasten gefunden.

 

Joacim Eriksson

Am Donnerstagabend war Wild-Wings-Keeper Joacim Eriksson der Pechvogel und Auslöser für das neueste Phantomtor in Straubing gewesen. In der 19. Minute hatte der Schwenninger aus Versehen mit seinem linken Schlittschuh das Tor kurz aus der Verankerung gehoben. Der Schuss von Straubings Stürmer JC Lipon konnte unter dem angehobenen Tor von außen zum 3:1 ins Wild-Wings-Gehäuse gelangen.

Lipon wählt seinen Weg

Der vermeintliche Torschütze wusste sofort, was passiert war, machte aber die Schiris nicht auf die Situation aufmerksam. Lipon setzte in der ersten Drittelspause sogar noch einen drauf, als er vor laufender Fernsehkamera unverblümt erklärte, dass er schon mitbekommen habe, „dass mit dem Tor etwas nicht stimmt“. Sein Coach Tom Pokel nahm seinen Stürmer nachher in Schutz: „Niemand ist perfekt.“

Die Stimmen

Das Handy von Wild-Wings-Geschäftsführer Stefan Wagner – mit den Hinweisen auf das irreguläre Tor – läutete in Straubing nach dem 3:1 unaufhörlich. Schwenningens Angreifer Daniel Pfaffengut sah als erster Wild-Wings-Spieler auf dem Videowürfel, dass der Treffer ein Phantomtor war. Als das nächste Bully nach Wiederanpfiff in Straubing ausgeführt wurde, erfolgte der Protest der Gäste. Dem Reglement nach zu spät. Wenn, dann hätte der Einspruch der Gäste sofort nach dem 3:1 erfolgen müssen.

Stefan Wagner hat inzwischen eine Stellungnahme an die DEL geschickt, doch diese wird keine Wende in dem Fall bringen.

Steve Walker zählt bestimmt nicht zu den Trainern, die nach Entschuldigungen suchen, aber in diesem Fall sagt er klar: „Dieser dritte Gegentreffer war für uns in der Phase ein moralischer Knackpunkt, weil wir uns zuvor mit dem 1:2 wieder herangearbeitet hatten.“

Für Stefan Wagner ist die Geschichte „eine Verkettung von unglücklichen Umständen. Wir hätten den irregulären Treffer auch früher erkennen müssen. Natürlich hätte das Spiel vielleicht einen anderen Verlauf nehmen können, wenn dieses 1:3 zu diesem Zeitpunkt nicht gefallen wäre.“

Der Blick auf den Samstag

Es hilft alles nichts. Die Wild Wings müssen die 3:6-Niederlage in Straubing schnell abhaken und sich auf die kommende wichtige Heimpartie am Samstag (14 Uhr) in der ausverkauften Helios Arena gegen den Tabellenzweiten Bremerhaven konzentrieren. In den vergangenen sechs Spielen hat das Schwenninger Team fünf Niederlagen kassiert. Es gilt, gegen Bremerhaven und auch am Dienstag beim Derby in Mannheim die Trendwende zu schaffen.

Sebastian Uvira

Wild-Wings-Angreifer Sebastian Uvira hat klare Vorstellungen: „Wir müssen wieder dahin zurückkehren, dass wir von Beginn an hundertprozentig bereit sind. In Straubing haben wir das erste Drittel verschlafen. In der Liga ist es gerade so eng, da wird jeder Fehler bestraft.“