Nate Britt ist seit dieser Saison der Starting Point Guard der wiha Panthers Schweningen. Foto: Michael Kienzler

Nate Britt beschreibt sich selbst als Führungsspieler mit einem hohen Basketball-IQ – auf und neben dem Feld. Auch bei den wiha Panthers Schwenningen ist der 27-jährige Point Guard als Neuzugang schnell in diese Rolle hineingewachsen.

Das NCAA-Finale zwischen den Villanova Wildcats und den North Carolina Tar Heels ist in die Basketball-Geschichte eingegangen. Am 4. April 2016 kämpften die beiden Teams um die Krone der amerikanischen Universitäten-Liga. Mit einem verrückten Dreier, der mit den Klängen der Schlusssirene durch die Maschen des Korbs flog, entschied Kris Jenkins die Partie zugunsten Villanovas – vor den Augen von fast 75. 000 Zuschauern im NRG Stadium in Houston, Texas. Fassungslose Verlierer, euphorische Gewinner, schreiende Fans, Konfetti-Regen – und mittendrin: der 22-jährige Nate Britt.

Freunde und Rivalen

Eine verrückte Anekdote jenes Finalspiels: Nate Britt und Kris Jenkins kannten sich zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahren und waren gut befreundet. "Als Kris den Ball bekommen hat, wusste ich, dass wir verlieren würden. Er ist einer der besten Shooter, die ich kenne. Ich wusste einfach, dass er das Ding macht", erinnert sich der heute 27-Jährige an 2016 zurück.

Für den in Washington DC aufgewachsenen Point Guard sitzt der Schmerz über das dieses verlorene Spiel natürlich noch tief, doch er empfindet auch Stolz: "An einem der größten und besten College-Spiele aller Zeiten beteiligt gewesen zu sein, war eine sehr coole Erfahrung." Außerdem lief es für Britt und die Tar Heels im nächsten Jahr besser – 2017 wurden sie nach dem gewonnen Finale gegen die Gonzaga Bulldogs NCAA-Meister. Der bislang größte Erfolg in der Karriere des Nate Britt – der ihm und seinen Mitspielern unter anderem die Glückwünsche eines gewissen Michael Jordan einbrachte. "MJ" war früher selbst für North Carolina im Einsatz und feierte ausgelassen den Erfolg des Teams. "Danach wusste er wer ich bin. Als ich 2018 mal zurück am Campus war, hat er mich erkannt und mir die Hand geschüttelt. Das war unfassbar!", schwärmt Britt.

Schritt nach Europa

Für den 1,85 Meter kleinen Spielmacher begann nach vier Jahren bei den Tar Heels seine Profi-Karriere in Europa. Genauer gesagt bei den Glasgow Rockets in der British Basketball League. Nach einer Saison in Schottland ging es weiter zu den Boca Juniors in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires, dann zu Omonia Nicosia nach Zypern – und dann nach Schwenningen.

20 Spiele hat Britt inzwischen für die wiha Panthers in der ProA absolviert. Die Überzeugung von Coach Alen Velcic, dass man einen "schnellen und klugen Spielmacher" verpflichtet hat, bestätigt sich bisher voll und ganz. Britts Zahlen im orange-schwarzen Dress lesen sich gut: 14,7 Punkte, 5,7 Assists, 4,2 Rebounds, 0,4 Blocks und 2,1 Steals pro Partie. "Ich sehe meine Stärken ganz klar im Playmaking. Egal ob ich mir selbst einen Wurf erarbeite oder für meine Mitspieler auflege – ich versuche, auf dem Feld das zu machen, was mein Team gerade von mir braucht", beschreibt Britt seine uneigennützige Spielweise. Mit seinem hohen Basketball-IQ liest er gegnerische Defenses und versucht, immer einen Schritt voraus zu sein. Außerdem hat er sich in der ProA den Ruf eines aktiven und engagierten Verteidigers verdient, was seine vielen Steals und Blocks eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Links- oder Rechtshänder?

Nate Britt weiß aber auch, dass er sich in manchen Bereichen seines Spiels noch verbessern kann. Vor allem sein Sprungwurf hat ihm über die Jahre immer wieder Probleme bereitet: "Aktuell treffe ich meine Jumper ganz gut. Ich spiele gerade die erste Saison, in der ich wieder komplett auf meine linke Hand umgestiegen bin", erzählt der US-Amerikaner von einer komplizierten Geschichte.

Von Natur aus ist Britt Linkshänder, nachdem er als kleiner Junge jedoch NBA-Stars im Fernsehen gesehen hatte, begann er, mit der rechten Hand zu werfen. Im Laufe seiner Karriere wechselte er immer wieder zwischen den beiden Händen. "Am College habe ich oft Shooting Guard gespielt und viele Catch-and-Shoot-Würfe genommen, da war rechts besser. Inzwischen mache ich aber viel aus dem Dribbling, da fühlt sich links natürlicher an."

Ein Führungsspieler

Seine größte Stärke sieht Nate Britt darin, wie er auf und neben dem Parkett vorangeht. In der Rolle eines Führungsspielers will er den Panthers auch weiterhin helfen: "Wir haben das Potenzial, Meister zu werden. Wir wollen unbedingt in die Playoffs kommen – und dort ist Defense entscheidend. Das wird uns entgegenkommen", glaubt der Point Guard an sein Team.

Seine Führungsqualitäten will sich der 27-Jährige auch im weiteren Verlauf seiner Karriere zunutze machen. "Ich will so hoch wie möglich spielen und mich mit den Besten messen. Hier in Europa also am liebsten international. Und danach will ich den Schritt ins Coaching machen", berichtet Britt von seinen Zukunftsplänen. Er ist sich sicher: "Ich werde eine bessere Trainer- als Spielerkarriere haben."

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