Die Stadt verschiebt den Bau einer neuen Wiesenbrücke in Ehner-Fahrnau um ein weiteres Jahr. Diese Nachricht stößt nicht zuletzt den Einwohnern Hausens sauer auf: Der komplette Verkehr zum Golfplatz rollt nämlich damit ein weiteres Jahr durchs Hebeldorf.
In der jüngsten Schopfheimer Gemeinderatssitzung machten denn auch drei Gemeinderätinnen aus Hausen ihren Unmut über die sich hinzhiehende Hängepartie deutlich: „Bei allem Verständnis für die finanziellen und personellen Probleme der Stadt Schopfheim: Wir können das langsam nicht mehr mittragen“, sagte Annette Jehle. Seit mittlerweile fünf Jahren – faktisch also über eine komplette Gemeinderatsperiode hinweg – schiebe die Stadt Schopfheim das Problem vor sich her und vertröstet die Nachbargemeinde ein ums andere mal. Die Nachteile – namentlich den kompletten Autoverkehr zum Golfplatz mitsamt rücksichtlosen Autofahrern, die Radfahrer und Spaziergänger auf dem eigentlich für sie ausgewiesenen Wegchen zum Golfplatz beiseite drängen – trage dabei die Gemeinde Hausen. „Ist das der Stadt Schopfheim und dem Gemeinderat hier bewusst? Und vor allem: Gibt es Lösungsansätze?“, fragten die Ratskolleginnen aus dem Hebeldorf.
Brücke für Autos dicht
Zum Hintergrund: Die Wiesenbrücke in Ehner-Fahrnau dient eigentlich als Zufahrt zum zwischen Fahrnau und Hausen gelegenen Golfplatz. Seit 2018 allerdings ist sie für den Autoverkehr gesperrt: damals wurde deutlich, dass die Konstruktion für den Fahrzeugverkehr nicht mehr sicher ist. Lange Zeit wälzte der Gemeinderat unterschiedliche Optionen, wie man das Problem lösen könnte; nicht zuletzt spielten dabei die Finanzen eine wichtige Rolle. Nach jahrelangem Tauziehen hatte sich der Gemeinderat schließlich vor genau zwei Jahren dazu durchgerungen, das Bauwerk abzureißen und durch eine neue Brücke zu ersetzen. Und wo diese Entscheidung nun also zwei Jahr zurückliegt, soll die Umsetzung nun noch mal um ein Jahr geschoben werden.
Parken im Gewerbegebiet?
Einen Lösungsansatz präsentierten die Vertreterinnnen aus Hausen gleich selbst: Besucher des Golfplatzes könnten doch im unmittelbar vor der Brücke liegenden Gewerbegebiet Grienmatt parken und die überschaubare Wegstrecke zum Golfplatz laufen.
Personalmangel im Bauamt
Dieser Vorschlag fand volle Zustimmung des Technischen Beigeordneten Thomas Schmitz: Der Straßen- beziehungsweise Parkraum in der Grienmatt gebe das auf jeden Fall her. Eine Möglichkeit zur Durchsetzung indes habe man nicht – „wir können nur an die Verkehrsteilnehmer appellieren.“
Schmitz nutzte die Gelegenheit auch, um den aus Schopfheimer Sicht entscheidenden Punkt zu erläutern: Den absoluten Personalmangel im Bauamt. Über ein Drittel der 9,2 Stellen sind aktuell unbesetzt; eine große Lücke riss zuletzt der Weggang des Bauamt-Urgesteins Bernhard Karle, der die Stadtverwaltung Ende März verlassen hatte. Mit Blick auf diese Personal-Engpässe müssten wichtige Maßnahmen geschoben werden
Dazu zählt die Brücke in Ehner-Fahrnau. Bei dieser komme verschärfend hinzu, dass Arbeiten am Gewässer nur zwischen Mai und September möglich sind: „Wenn man im Gewässer drin ist, muss man zügig durcharbeiten“ – eine Verantwortung, die allein auf zwei Mitarbeitern lasten würde, und eine Situation, die keinerlei Puffer, etwa für Krankheitsfälle, bereithalte: „Das schaffen wir nicht.“
Tatsächlich sei die Personaldecke so dünn, dass nicht einmal eine externe Vergabe in Frage komme, wie Thomas Gsell sie ins Spiel gebracht habe: „Wir könnten unserer Bauherrenpflicht nicht nachkommen. Wir sind das Nadelöhr.“
Weitere Verschiebungen
Weitere Projekte, die geschoben werden müssen, sind das Regenklärbecken Bremt/ Grienmatt (sechs Monate) und die Erstellung eines Starkregenrisikokonzepts (ein Jahr): „Das tut uns auch richtig weh. Wir haben definitiv den Bedarf, da in die Planung zu gehen“, machte Schmitz deutlich.