Markus Kauczinski in seinem Element an der Seitenlinie: Am Freitagabend will er mit dem SV Wehen Wiesbaden seinen alten Club ärgern. Foto: Eibner-Pressefoto/Uwe Koch

Markus Kauczinski ist beim Karlsruher SC groß geworden. Jetzt spielt er mit Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden gegen seinen Herzensclub. Auf den hält er große Stücke.

Markus Kauczinski ist Cheftrainer beim SV Wehen Wiesbaden. Mit seiner Elf trifft er am Freitag auf den KSC. Und für den KSC arbeitete Kauczinski 15 Jahre als Trainer. Erst in der Jugend, dann als Coach der Profis. Mit großem Erfolg. Nach seiner Karlsruher Zeit zog es Kauczinski zum damaligen Bundesligisten FC Ingolstadt.

Nach Stationen in St. Pauli und bei Dynamo Dresden trägt er nun in Wehen Wiesbaden Verantwortung. Mit dem Team aus der Landeshauptstadt Hessens stieg Kauczinski in die 2. Bundesliga auf. Dort trifft der 53-Jährige nun auf seinen Ex-Club – den Karlsruher SC, für den er als Cheftrainer in 158 Spielen die Geschicke leitete.

Immer mit 100 Prozent unterwegs: Markus Kauczinski 2016 als Trainer des KSC in der 2. Bundesliga. Foto: Eibner-Pressefoto/Bermel

Herr Kauczinski, wie oft haben Sie schon mit einem von Ihnen trainierten Team gegen den KSC gespielt?

Ich erinnere mich an ein Spiel mit Dynamo Dresden. In Dresden, das erste Spiel in der Rückrunde. Ein 1:0-Sieg. Torschütze war Marco Terrazzino, der auch schon bei mir in Karlsruhe für den KSC gespielt hat.

Ist es noch etwas Besonderes, gegen den KSC zu spielen?

Ja, der KSC ist der Verein, dem ich alles zu verdanken habe, was ich erreicht habe. Den Weg, den ich gegangen bin, konnte ich nur gehen, weil mir der KSC das ermöglichte. Und: Karlsruhe ist meine Heimatstadt geworden, ich wohne noch immer dort.

Das heißt, Sie pendeln?

Bedingt. Ich bin meist zwei, drei Tage hier, fahre dann auch mal nach Hause. Vor den Spielen bin ich immer einige Tage hier. Wiesbaden ist auch eine richtig schöne Stadt, hat immerhin rund 300 000 Einwohner.

Die größte Enttäuschung: In der Relegation 2015 war der KSC schon fast aufgestiegen, als es im Rückspiel in der letzten Aktion der regulären Spielzeit einen unberechtigten Freistoß für den HSV gab. Am Ende blieb der KSC in der 2. Liga Foto: Eibner-Pressefoto/Gumz

Haben Sie noch Kontakte zum KSC?

Ja, mit Leuten, die damals beim KSC waren, mit denen ich gearbeitet habe: mit Burkhard Reich, mit Rolf Dohmen, mit Vizepräsident Günter Pilarsky.

Am Freitag gibt es mit einem Trio ein Wiedersehen. Im aktuellen KSC-Team werden Jérôme Gondorf und Lars Stindl stehen, Daniel Brosinski wird wohl auf der Bank sitzen. Sie waren deren Trainer in der A-Jugend.

Ja, ich habe mit ihnen gearbeitet, als sie Jugendspieler waren. Es war eine schöne Zeit.

Haben Sie das KSC-Pokalaus in Saarbrücken gesehen?

Natürlich – am Fernseher, nicht vor Ort.

Ihre Konsequenzen aus der KSC-Pleite in Saarbrücken?

Aus dem Pokalspiel leite ich wenig ab. Ich habe alle Spiele des KSC gesehen, unsere Analysten natürlich auch. Der KSC hat eine Topmannschaft, mit vielen fußballerisch starken Spielern, die bei Ballbesitz immer brandgefährlich sind. Das ist ein eingespieltes Team.

Was ist zu tun, um den KSC zu besiegen?

Wir müssen konsequent sein, müssen lernen, unser Spiel durchzuziehen. Wir hatten viel Bewegung im Kader. Noch sind nicht alle auf einem Leistungsstand. Aber: Wir werden uns wehren, wir haben auch gute fußballerische Phasen. Der KSC ist eingespielter als wir. Daher müssen wir gemeinsam verteidigen.

Nach der Jugend war die erste Station für Kauszinski die 2. Mannschaft, hier 2009 mit Co-Trainer Agirios Giannikis in Pfullendorf. Foto: Eibner-Pressefoto

Wem werden Sie besondere Aufmerksamkeit schenken? Alle reden immer von Lars Stindl.

Natürlich ist Lars Stindl ein Thema. Auch, weil er mit am torgefährlichsten ist. Er, aber auch Marvin Wanitzek, sind mit die gefährlichsten Leute. Denn beide können Tore schießen, bereiten aber auch viele vor. Fabian Schleusener halte ich für einen richtig guten Stürmer. Diese Spieler können eine Partie entscheiden.

Beim Pokal in Saarbrücken hatte der KSC Probleme mit der Favoritenrolle. Wer ist am Freitag Favorit?

Natürlich der KSC. Das ist ein Aufstiegskandidat mit hochkarätigen Neuverpflichtungen – eine richtig gute Mannschaft, der ich eine gute Rolle zutraue.