Wird wieder nichts: die Burgweihnacht in Zavelstein. Foto: Fritsch

Es ist passiert: Das Coronavirus, in Verbindung mit vollen Intensivstationen, lässt die Lage alarmierend werden. Deshalb ziehen Touristik und Stadtverwaltung jetzt mit vereinten Kräften an der Reißleine und sagen den Weihnachtsmarkt ab.

Bad Teinach-Zavelstein - Markus Wendel und Franziska Bürkle wirken am Telefon so richtig gedeckelt. Denn schon zum zweiten Mal in Folge müssen die Macher der traditionellen Burgweihnacht in Zavelstein die Veranstaltung wegen des Coronaviruses absagen. "Die Alarmstufe, die ausgerufen wird, heißt ja nicht umsonst so", erklärt Wendel im Telefonat mit unserer Redaktion. Und weil die alarmierende Stufe eben auch ein Indikator von allmählich vollaufenden Intensivstationen ist, hat die Organisatoren in Bad Teinach-Zavelstein nun augenscheinlich der Mut verlassen. Noch vor Wochenfrist hatten die Touristik, in Persona Michael Stahl, erklärt, man wolle die Veranstaltung stattfinden lassen – unter 2G-Regelung wohlgemerkt. Sogar Marktbeschicker, die ungeimpft waren, hatte man zur Gefahrenabwehr ausgeladen. "Wir machen das Gelände ganz zu", erklärte er noch Ende vergangener Woche. Auch sämtliche Schleichwege sollten kontrolliert werden. "Am Eingang steht dann Security, die die Impfausweise anschaut und nur Geimpfte und Genesene hereinlässt."

Veranstaltung "nicht vertretbar"

Doch jetzt kommt alles anders: Solche Veranstaltung seien angesichts der aktuellen Lage "nicht vertretbar", sagt Wendel und ergänzte: "Es macht erst wieder Sinn, wenn wir eine höhere Impfquote haben." Mit der aktuellen Quote von gut 67 Prozent sei das einfach nicht machbar, da das Gesundheitssystem ohnehin schon unter Druck stehe. Jeder Infizierte drücke in dieses ohnehin belastete System zusätzlich hinein, das wolle man verhindern und blase deshalb die Burgweihnacht zum zweiten Mal in Folge ab. "Wir haben da eine Weile drüber gebrütet", deutet Wendel an, dass man sich die Entscheidung keineswegs leicht gemacht habe. "Der Markt ist fertig, der steht. Es war zwar zu erwarten, aber man ist dann schon geknickt", sagt Bürkle von der Teinachtal-Touristik. Die Entscheidung sei "vernünftig", erklärt sie weiter. Weshalb man den Markt trotz bester Voraussetzungen – der Zugang wäre abschrank- und kontrollierbar gewesen und obendrein im Freien – und 2G-Regelung nicht veranstaltet? "Wir haben auch Aktivitäten in Innenräumen wie der alten Schmiede oder der Kirche", verweist Wendel auf die höhere Infektionslast in geschlossenen Räumen. Hätte man diese einfach zugesperrt, sind Wendel und Bürkle überzeugt, wären im Freien zu viele Personen auf engstem Raum zusammengekommen.

Realistisch gesehen

Auch das ist ein Problem, denn auch das Auftreten von Impfdurchbrüchen sei eine reale Gefahr. Und die würden dann wieder andere Personen anstecken, fürchtet Wendel. Wären deutlich mehr Menschen geimpft, wäre das für die Intensivstationen bewältigbar, so aber "kann man das gerade bleiben lassen", klagt der Rathauschef. Es tue dann doch weh, gibt Wendel zu, doch "das funktioniert so nicht", ist er realistisch genug. Und die Realität sieht unschön aus: Die Zavelsteiner Burgweihnacht fällt auch zum zweiten Mal in Folge dem Coronavirus zum Opfer.

Und nicht nur die, wie Wendel weiter ankündigt: Man werde als Stadt bis auf Weiteres keine Veranstaltungen in Innenräumen mehr ausrichten, die verbleibenden Gemeinderatssitzungen seien hiervon allerdings ausgenommen, verweist der Verwaltungschef auf die Sonderregelungen in der Corona-Verordnung.