In hellen Flammen stand die Scheune von Landwirt Christian Nübel in Dietersweiler. Foto: Feuerwehr

Ende August des vergangenen Jahres war es ein Stall - jetzt ist eine Scheune von Landwirt Christian Nübel niedergebrannt. Weil es in Dietersweiler auch fünf Containerbrände gab, liegt für Ortsvorsteher Joachim Auer nahe, dass ein Brandstifter die Feuer legt.

Freudenstadt-Dietersweiler - Die Feuerwehren aus Dietersweiler und Freudenstadt wurden am Ostermontag um 22.15 Uhr erneut zu einem Brand in Dietersweiler alarmiert. Eine rund acht Meter hohe Scheune, die Landwirt Christian Nübel als Stroh- und Heulager diente, brannte lichterloh.

Ende August vergangenen Jahres wurde ein Stall von Nübel ein Raub der Flammen. Dabei starben zwölf Rinder. Nach den Ermittlungen ging die Polizei seinerzeit von Brandstiftung aus. Vor etwa drei Wochen gab es im Keller des Elternhauses von Christian Nübel einen Brand. Dabei geht die Polizei allerdings von einem Kabelbrand aus.

Weitere Wehren zur Unterstützung angefordert

Am Ostermontag war der Feuerwehr zunächst ein unklares Feuer in der Freudenstädter Straße am Ortseingang gemeldet worden. Beim Eintreffen der ersten Löschkräfte sei habe die etwa zehn mal 20 Meter große Scheune in Vollbrand gestanden, informierte die Feuerwehr. Umgehend leitete die Feuerwehr Dietersweiler den ersten Löschangriff ein. Parallel dazu wurde die Alarmierungsstufe erhöht und zusätzliche Kräfte der Feuerwehr Freudenstadt sowie später der Feuerwehr Wittlensweiler angefordert.

Auch die Feuerwehr Dornstetten wurde mit einem Tanklöschfahrzeug alarmiert, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Mit dem Dornstetter Fahrzeug und den Freudenstädter Tanklöschfahrzeugen wurde ein Pendelverkehr zum Brandort eingerichtet. Durch die massiven Löschmaßnahmen war das Feuer laut Feuerwehr nach gut einer Stunde unter Kontrolle. Nachdem die Brandermittler der Polizei die Einsatzstelle freigegeben hatten, konnte ein Bagger eingesetzt werden, mit dem die Heuballen aus der völlig zerstörten Scheue auf ein angrenzendes Feld gebracht wurden. Somit konnten Heureste und Brandschutt endgültig abgelöscht werden. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden an.

Die Feuerwehr war mit elf Fahrzeugen und rund 60 Mann unter dem Kommando von Florian Möhrle im Einsatz. Auch Kreisbrandmeister Frank Jahraus und Bürgermeisterin Stefanie Hentschel waren vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Das Rote Kreuz war mit zwei Rettungswagen, Notarzt und der Kreisbereitschaft mit sieben Fahrzeugen und zwölf Kräften vor Ort. Ein kollabierter Ersthelfer musste betreut und mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Das Rote Kreuz sorgte auch für die Versorgung der Einsatzkräfte mit warmen Getränken.

Für Ortsvorsteher Joachim Auer ist die Häufung von Bränden in Dietersweiler auffällig, ebenso, dass zweimal Gebäude des Landwirts niederbrannten. "Christian Nübel ist nervlich am Ende", sagte Auer nach einem Gespräch mit ihm. Für Auer waren auch fünf Containerbrände in der Langenbergstraße in einem Zeitraum von etwa einem dreiviertel Jahr ungewöhnlich.

Ob die Brände im Zusammenhang mit Vandalismus stehen, von dem wiederholt die Waldackerhütte heimgesucht wurde, ist für Auer offen. Er berichtete, dass erst kürzlich in der Nacht zum 1. April an drei Seiten der Hütte mutwillig Bretter eingetreten wurden. Scherben und Müll würden dort öfter von Zeitgenossen zurückgelassen, die mit viel Alkohol wohl Partys feierten, vermutet Joachim Auer.

Ein Ersthelfer muss mit Rauchvergiftungins Krankenhaus

Nach dem Brand der Scheune in Dietersweiler hat das Kriminalkommissariat Freudenstadt die Ermittlungen übernommen. Die Brandursache sei noch Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Polizei mit. Der Sachschaden wird auf rund 20.000 Euro geschätzt. Zum Brandgeschehen werden Zeugen gesucht. Sie können sich mit dem Kriminaldauerdienst, Telefon 07231/1 86 44 44, in Verbindung setzen.

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