Eine der fünf beschlossenen Maßnahmen auf dem Weg zur Wärmewende in Steinach ist die Untersuchung eines Wärmeverbunds der kommunalen Gebäude von Welschensteinach. Foto:  

Wie soll in Steinach künftig geheizt werden? Der Gemeinderat hat nun erste Antworten gegeben und fünf konkrete Maßnahmen für die kommenden Jahre beschlossen.

Fünf Maßnahmen auf dem Weg zur Wärmewende hat der Gemeinderat beschlossen. Von der Firma Badenova-Netze informierte zunächst Nina Weiß noch einmal über die bereits im Februar vorgestellte Wärmeplanung. Es sei ein Szenario erstellt worden, wo künftig eine zentrale Wärmeversorgung möglich sein könnte und wo weiterhin dezentral gearbeitet werden müsste. „Bis 2040 soll die Fernwärme bis zu 15 Prozent des Wärmeverbrauchs in Steinach decken. Der Großteil wird folglich auch in Zukunft dezentral erfolgen“, erklärte Weiß.

 

Für gut ein Drittel des Bedarfs sah sie Wärmepumpen als Mittel der Wahl, für ein weiteres Drittel Holz – das bisher schon eine große Rolle bei der Versorgung spiele – und Bio-LPG als Ersatz für bisheriges Flüssiggas. Das werde für Bestandsanlagen ebenso verwendet wie für hohe Leistungsbedarfe im Gewerbe. Die Wärmedichte eines Wohngebiets gelte zwar nicht als einziges Kriterium, aber als wichtiger Indikator dafür, wo potenziell ein Wärmenetz entstehen könnte.

Ratsmitglieder haben einige kritische Fragen

Für den Kernort Steinach seien zwei Gebiete ausgemacht worden. Allerdings seien im Rahmen der Wärmeplanung keine Daten erhoben worden, welche Haushalte angeschlossen werden oder wer das Netz betreiben könnte. Auch die Frage nach der Wirtschaftlichkeit gelte es zu betrachten.

Gemeinderat Hartmut Schwendemann (Grüne) verwies auf die 2024 für den Regionalverband definierten Vorranggebiete für Wind- und Solarenergie. „Wie können Freiflächen-PV-Anlagen geplant werden, wenn laut Regionalplan keine vorgesehen sind?“ Weiß erklärte dazu, dass über Bebauungspläne trotzdem vor Ort gebaut werden könnte.

Felix Glatz (FWV) erkundigte sich nach einem möglichen Wärmenetz in Steinachs Süden mit dem Freibad als Wärmeabnehmer, wie es Anfang Februar angeregt wurde. Weiß erklärte, dass es beim dortigen Großunternehmen keine Abwärme gebe und das Gebiet nach ihrer Einschätzung aufgrund der wenigen Anschlussmöglichkeiten zu klein sei. Laut Kämmerin Petra Meister gelte es außerdem zu bedenken, dass die Schwimmbadsaison lediglich von Mai bis September dauere. Bürgermeister Benedikt Eisele betonte: „Wir sind im Nachgang der Vorstellung explizit mit Firmen ins Gespräch gegangen. Im Gewerbegebiet nutzen schon viele Unternehmen ihre Abwärme selbst.“

Gremium beschließt fünf Maßnahmen

Michael Stulz (CDU) wollte wissen, ob auch Privathaushalte an mögliche Wärmenetze angeschlossen werden könnten. Meister erklärte, dass zunächst in einer Konzeption die Wirtschaftlichkeit eines Netzes untersucht werden müsste, bevor weiter geplant werde. Manuel Schöpf (CDU) erkundigte sich nach den Kosten einer Machbarkeitsstudie, für die Eisele „mit einem guten fünfstelligen Betrag“ rechnet, wie er entgegnete.

Am Ende beschloss der Gemeinderat, bei der Enthaltung von Felix Glatz, fünf Maßnahmen in den kommenden fünf Jahren anzugehen. Diese sind: Ein Sanierungsfahrplan für kommunale Liegenschaften erstellen, die Untersuchung eines Wärmeverbunds der kommunalen Gebäude in Welschensteinach, eine Machbarkeitsstudie für den Aus- oder Aufbau eines Wärmenetzes in der Ortsmitte Steinach, die Untersuchung von Freiflächen für PV-Anlagen und die Bürgerinformation zu Heizungserneuerung, Gebäudesanierung und Förderungen.