Welche Themen beschäftigen die Gemeinden im Jahr 2026? Unsere Redaktion hakt bei Bürgermeistern der Region nach. Ringsheim freut sich natürlich vor allem auf as Jubiläum.
Nach den Themen des Jahres gefragt, muss Pascal Weber nicht lange überlegen: „Eines sticht natürlich heraus“, sagt der Bürgermeister. Mit fast zwei Dutzend Veranstaltungen wird das Jubiläum 800 Jahre Ringsheim in diesem Jahr das größte Thema in der Gemeinde sein.
Jubiläum: Ringsheim hat nicht lange gewartet, um ins Jubiläumsjahr zu starten. Am 1. Januar hatte die urkundlich erstmals im Jahr 1226 erwähnte Gemeinde ab 12.26 Uhr zum Neujahrsumtrunk geladen. „Der Auftakt hat es in sich gehabt, der Rathausplatz war richtig voll“, freut sich Weber. Schon diese erste Veranstaltung habe einiges für den Zusammenhalt im Dorf getan – ein Effekt, den sich Weber vom gesamten Jubiläum erhofft.
Mit dem Weg, den die Gemeinde eingeschlagen hat, ist der Rathauschef sehr zufrieden: „Wir wollen nichts Historisches machen, sondern das moderne Ringsheim herausstellen mit historischem Bezug.“ Konkret sind das die Themen Bergbau, Tabak und Wein, wie bereits auf den Bannern im Ort gut zu sehen ist. Diese zeigen Emily Reymann als Winzerin, Andreas Lachenicht als hart arbeitenden Bergmann in der „Grube Kahlenberg“ sowie Detlef Erny als Tabakpflanzer und -genießer.
Wein- und Gassenfest wird zum Jubiläum doppelt so groß
„Es wird einige Veranstaltungen geben, die nach außen strahlen. Andere strahlen eher nach innen“, kündigt Weber an. Zur ersten Kategorie zählt sicher das große Jubiläumsfest vom 22. bis 24. August. Hierfür wird das jährliche Wein- und Gassenfest erweitert und „doppelt so groß“, verspricht der Bürgermeister. Das größtenteils ehrenamtlich organisierte Fest werde ein großes Rahmenprogramm bieten.
Weitere Höhepunkte: Das große Sportfest des TuS mit Programm „von Yoga bis Elfmeterschießen“ und das Patrozinium mit Festgottesdienst am Johanni-Tag. „Der Erzbischof kommt“, vermeldet Weber. Zudem werde die Feuerwehr die Tradition des Johanni-Feuer in den Rebbergen wieder aufleben lassen. An Silvester wird das Jubiläumsjahr mit einer Abschlussveranstaltung abgerundet.
Gemeinde investiert in die Kinderbetreuung
Neue Kita: Abseits des Jubiläums steht die Verwaltung nicht still. „Wir investieren in die Kinderbetreuung“, so Weber. Auch wenn der zweite Kindergarten im Ort, die Natur-Kita „Rebzwergle“ sehr gut laufe, habe vor allem im Ü3-Bereich noch Bedarf. „Und wir wachsen noch weiter“, blickt der Bürgermeister voraus. Drei Millionen Euro bei 1,3 Millionen Euro Förderung investiert die Gemeinde daher in den Bau der zweigruppigen Kita „Dorfhopser“. Der Spatenstich soll im Frühsommer erfolgen soll.
Pfarrhaus: Weiter will Ringsheim in diesem Jahr mit der Sanierung des Pfarrhauses beginnen. Die Gemeinde hatte das zentrale, ortsbildprägende Gebäude im Jahr 2024 gekauft, nachdem sich die Kirche davon trennen musste. Das Ziel war es, sicherzustellen, dass das Pfarrhaus weiterhin der Öffentlichkeit als Veranstaltungsraum zur Verfügung steht. „Wir wollen darauf ein Schmuckstück machen“, sagt Weber, „es soll in neuem Glanz erstrahlen“. Unterstützung gibt’s vom Land. Für das Sanierungsprogramm Ortsmitte Nord fließen weitere 500 000 Euro nach Ringsheim.
Ringsheim will Windkraft-Pläne vorantreiben
Windkraft: Etwas ruhiger ist es in letzter Zeit um die Ringsheimer Windkraft-Pläne geworden. Im November 2024 wurde öffentlich, dass in Zusammenarbeit mit Ettenheim im Gewann Schlangenbühl drei Windräder entstehen sollen – eines davon auf Ringsheimer und Ettenheimer Gemarkung, zwei auf Ettenheimer Gemarkung. Im Hohwald – einer Ringsheimer Exklave unweit des Schuttertäler Ortsteils Dörlinbach – hat die Gemeinde Interesse an bis zu vier Windrädern.
Diese Pläne hatten im Schuttertal Kritik ausgelöst. Bürgermeister Matthias Litterst und auch der Gemeinderat warnten vor einer Überlastung. Wie ist der aktuelle Stand? „Alles spricht dafür“, sagt Weber, dass der Regionalverband Südlicher Oberrhein die fragliche Fläche zum Vorranggebiet für Windräder erklärt und die Gemeinde ihre Pläne umsetzen kann. Bevor Ringsheim Nägel mit Köpfen machen kann, sei aber noch die zweite Offenlage der Teilfortschreibung Windenergie abzuwarten.
„Ich kann die Meinung aus Schuttertäler Sicht verstehen. Für uns ist es eine gute interessante Fläche“. Unterm Strich „wollen wir alle Erneuerbare Energien“, sagt Weber. Der Bürgermeister kündigt an, weitere Gespräche mit der Gemeinde Schuttertal suchen zu wollen. „Wir werden eine gute Lösung finden“, so Weber.
Spielraum wird knapp
Die Gemeinde Ringsheim ist zwar, wie Pascal Weber betont, schuldenfrei und kann auch dank der Einnahmen durch den Tourismus 2026 den Haushalt ausgleichen, doch „auch bei uns fehlt der Spielraum“, sagt der Bürgermeister. „Es ist nicht mehr alles finanzierbar.“ Als Gründe nennt er wie viele seiner Amtskollegen ein „Ausgaben- und Bürokratieproblem“ in Deutschland.