Welche Themen beschäftigen die Gemeinden 2026? Unsere Redaktion hakt nach. Kippenheim legt den Fokus auf Feuerwehr, Bildung und Wohnungen. Doch was ist mit der B 3-Umfahrung?
Er will es eigentlich gar nicht so laut sagen, meint Bürgermeister Matthias Gutbrod, doch Kippenheim wird wohl mit einem positiven Ergebnis in die Haushaltsberatungen starten. Damit gehört die 5500-Einwohner-Gemeinde zu den Ausnahmen. Einerseits ein Grund zur Freude, andererseits setzt das die Gemeinde unter Druck, weiß Gutbrod. Denn die Kippenheimer erwarten, dass mit dem Geld sinnvoll umgegangen wird. Welche Projekte stehen also 2026 an?
An erster Stelle nennt Gutbrod die Feuerwehr. Bekanntermaßen sind die Gerätehäuser in Kippenheim und Schmieheim in die Jahre gekommen. „Sie sind beide knapp 50 Jahre alt“, sagt der Rathauschef. Daher will die Gemeinde ein neues, gemeinsames Feuerwehrhaus für beide Abteilungen errichten. Es soll im Gewann „Müllertal“ gegenüber des Clubheims des SV Kippenheim entstehen. Der Gemeinderat gab dafür im Juli grünes Licht.
Heimische Firma unterstützt Gemeinde
Die Vorbereitung „ist eine Herausforderung“, gibt Gutbrod einen Einblick. Es seien viele Befindlichkeiten zu beachten. Aktuell befinde man sich – in enger Abstimmung mit der Feuerwehr – in der Raumplanung. Es geht um die Frage, was in welchem Umfang benötigt wird. Dabei erhält die Gemeinde heimische Unterstützung, über die sich Gutbrod sehr freut: Die Firma „Brandschutz vier“, ein Ingenieurbüro für Brandschutz, berät in der ganzen Region Feuerwehren und hilft bei der Erstellung der Bedarfspläne. Beheimatet ist sie im Schmieheimer Schloss.
Ein anderes Thema, das noch in diesem Jahr anlaufen könnte, ist das Thema Schule. Schon vor Beginn seiner dritten Amtszeit Ende 2024 hatte Gutbrod angeschnitten, dass man sich langfristig über die Zukunft der Schulgebäude in Kippenheim und Schmieheim Gedanken machen müsse. Auch mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. „Es sind bisher alles nur Ideen“, sagt der Rathauschef – doch einige davon stellt er unserer Redaktion vor.
Bürger sollen ihre Meinung zur Zusammenlegung der Schulen äußern
„Die Sanierung der beiden Schulhäuser würde insgesamt sehr teuer werden“, schickt Gutbrod voraus. Auch hier müsse man weiter denken und auch die Optionen eines gemeinsamen Schulgebäudes näher betrachten. „Das wird im Übrigen in der Gemeinde schon seit vielen Jahren diskutiert“, so der Rathauschef.
Auch das Thema Ganztagsbetreuung betrifft beide Ortsteile und könnte so sicher einfacher gelöst werden. „Alles an einem Fleck hätte sicher seinen Reiz“, sagt Gutbrod. Im Frühjahr soll zunächst die Meinung der Bürger in einer Informationsveranstaltung eingeholt werden.
Schon deutlich konkreter sind die Planungen beim Festhallenareal. Die 2500 Quadratmeter große Fläche ist aktuell eine unschöne Brache mitten in Kippenheim, doch die Planungen laufen, versichert Gutbrod. Bekanntermaßen sollen hier 20 bis 30 Einheiten für seniorengerechtes Wohnen entstehen – „ganz ähnlich wie in der Spitalstraße“, so Gutbrod. Der Bauherr soll Wohnungen nicht nur vermieten, sondern auch verkaufen. Das könnte für die Menschen ein Anreiz sein, ihre großen Grundstücke zu verlassen – ohne auf eine Form von Eigentum verzichten zu müssen.
Bis zu 80 Wohneinheiten werden entstehen
Auch in seiner Gemeinde, denkt der Rathauschef, liege die Zukunft nicht darin, dass ein bis zwei Menschen in Einfamilienhäusern auf Riesengrundstücken leben – wie das aktuell etwa vielerorts und auch in Kippenheim der Fall ist. Gutbrod freut sich daher über mehrere Wohnbauprojekte, die in Kippenheim laufen. „70 bis 80 Wohneinheiten“, schätzt der Bürgermeister, werden in der Gemeinde dadurch insgesamt entstehen.
Ein Thema darf bei einer Vorschau aufs Jahr natürlich nicht fehlen: Wann erhalten die Kippenheimer endlich die lang ersehnte neue Kreisstraße und damit Entlastung in der Ortsdurchfahrt? Gutbrod verweist darauf, dass das Landratsamt zumindest auf Kippenheimer Gemarkung sehr gut mit den Grundstückskäufen vorankomme. Wann der Spatenstich erfolgt und ob das Ziel der Fertigstellung im Jahr 2028 gehalten werden kann, vermag Gutbrod aber nicht zu sagen.
Zur Person
Matthias Gutbrod wurde im November 2008 zum Bürgermeister von Kippenheim gewählt. Damals war er gerade einmal 27 Jahre alt. Aktuell ist der 44-Jährige in seiner dritten Amtszeit. Ende 2024 wurde er mit 96,96 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Gutbrod lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Kippenheim.