Muss jede Gemeinderatssitzung im Strawinsky-Saal stattfinden? Das ist eine der Fragen, die im Gremium auf der Suche nach einer effizienteren Nutzung der Donauhallen aufkommen. Foto: Daniel Vedder

Die Veranstaltungszahlen brechen 2025 ein. Der Gemeinderat Donaueschingen will ein Begleitgremium gründen. Weitere Anschaffungen für knapp 45.000 Euro genehmigt.

Es ist eine Frage, die sich mittlerweile durch jede Donaueschinger Gemeinderatssitzung zieht: Wo kann die Stadt Geld sparen? Die Haushaltslage ist angespannt, der Gürtel wird an vielen Stellen enger geschnallt. Zusätzliche Ausgaben sind dabei besonders schmerzhaft. Bei großen Verlustgeschäften, wie etwa den Eigenbetrieben Wasser, Abwasser und Breitband, soll ein höherer Wasserpreis die wachsenden Schulden eingrenzen.

 

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation bereiten auch die Donauhallen den Gemeinderäten Sorgen. Knapp eine Million Euro Minus hat der Veranstaltungsort im Jahr 2024 gemacht. Gleichzeitig mussten die Räte darüber entscheiden, ob sie einen Sperrvermerk für die Anschaffung eines Tonpults in Höhe von 32.000 Euro, Kettenzüge für 13.500 Euro sowie weiteren Anschaffungen für 10.000 Euro aufheben und die Investitionen möglich machen wollen.

Dabei sah die Prognose für die 2010 fertiggestellte Erweiterung der Hallen schon in der Planung Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro pro Jahr vor, denen erwartete Einnahmen von nur knapp 175.000 Euro gegenüberstanden.

Bei den Kulturveranstaltungen verzeichnet die Hallenleitung eine positive Entwicklung. Foto: Daniel Vedder

Eine Zahl, die im abgelaufenen Jahr besonders heraussticht, sind die lediglich 153 Veranstaltungen, die in den Donauhallen stattgefunden haben. Das sind 20 weniger als noch im Jahr davor und damit auf ähnlichem Niveau wie im Corona-Jahr 2021 – weit entfernt von den etwa 200 Veranstaltungen, die es vor der Pandemie jährlich gab.

153 Veranstaltungen

Corona hat Spuren im Buchungsverhalten hinterlassen, berichtet Hallenleiterin Eva-Maria Hirt im Gemeinderat. Einige Kunden hätten seither regelmäßig stattfindende Veranstaltungen eingestampft, an andere Orte verlagert oder stark verkleinert. Und die Größe von Veranstaltungen macht sich bemerkbar. „Wir können hier mit einer Veranstaltung theoretisch so viel erwirtschaften wie mit zehn anderen.“

In und um Donaueschingen vorhanden sind laut Hirt nicht genügend potenzielle Kunden für die großen Halle vorhanden. Zur Vermarktung müssen sie und ihr Team daher weitere Wege gehen. „Wir haben hier zu wenige Unternehmer, die diese Halle benötigen.“ Auch die günstigere Konkurrenz, beispielsweise durch Hotels, sei ein Problem.

Immerhin: Trotz der rückläufigen Veranstaltungszahlen rechnen die Donauhallen für 2025 mit einem Ertrag von 412.000 Euro, ein kleiner Anstieg zu 2024 (394.000 Euro). Die enttäuschende Anzahl an Veranstaltungen soll auch besser werden. „Für 2026 können wir sagen, dass wir das Vorjahr bei der Veranstaltungszahl übertreffen werden“, so Eva-Maria Hirt. Ein Lichtblick seien zudem die Buchungen im Bereich der Kultur. In diesem Jahr finden knapp 30 kulturelle Veranstaltungen in den Donauhallen statt.

Lichtblick Kultur

Dennoch sieht der Gemeinderat hier grundlegenden Handlungsbedarf. „Ich lese aus den Zahlen nur heraus, dass wir jetzt etwa den gleichen Stand wie während Corona haben“, sagt GUB-Stadträtin Alexandra Riedmaier. Sie möchte genauer wissen, warum so viele Veranstaltungen weggefallen sind. Außerdem betont sie, dass der Stadtrat nicht immer im großen Strawinsky-Saal tagen müsse, wenn es Geld sparen würde.

„Wir brauchen Informationen, mit denen wir stichhaltig bewerten können, wo genau wir Geld verdienen und wo wir es verlieren“, sagt auch Grünen-Fraktionssprecher Michael Blaurock. In diesem Zuge hat sich der Rat auf Antrag der SPD hin dafür ausgesprochen, ein Begleitgremium für die Donauhallen zu gründen.

In dem Antrag spricht Fraktionssprecher Jens Reinbolz davon, dass die „bestehenden Strukturen sowohl inhaltlicher als auch personeller Natur offensichtlich nicht zielführend sind“ und jährlich einen deutlichen Fehlbetrag erwirtschaften. Dieser Begleitkreis soll das gesamte Konstrukt eingehend prüfen und überplanen.

Mehr Potenzial

Fest steht für das Gremium auf jeden Fall, dass die Donauhallen noch mehr Potenzial haben. „Wir sind überzeugt davon, dass wir die Donauhallen gut vermarkten können“, sagt etwa Ramona Vogelbacher (CDU). „Wir sehen in den Donauhallen eine Perle für unsere Stadt“, stimmt FDP/FW-Fraktionssprecher Niko Reith zu. Da könne dann ein begleitender Arbeitskreis helfen, bessere Ergebnisse zu erzielen.

Abschließend stimmte der Rat schließlich mehrheitlich dafür, den Sperrvermerk für die drei im Haushalt vorgemerkten Investitionen aufzuheben und damit das Geld freizugeben.

Die Säle

In den Donauhallen
können Veranstalter seit der Erweiterung aus dem Jahr 2010 vier unterschiedliche Bereiche buchen. Im Strawinsky-Saal stehen bis zu 410 Sitzplätze zur Verfügung, im Mozart-Saal finden je nach Bestuhlungsplan bis zu 750 Menschen Platz. Der Bartók-Saal kann bis zu 1100 Menschen fassen. Außerdem gibt es noch einen kleineren Seminarbereich. In Summe beschäftigt die Stadt für den Betrieb der Hallen derzeit fast sechs Vollzeitstellen.