Der Klimabeirat beschäftigte sich mit den Themen Mehrweg und Müllvermeidung. Die Stadtverwaltung will im Rahmen ihres Konzepts zur Müllvermeidung auch mit der Gastronomie zusammenarbeiten: Etliche Betriebe bieten schon Mehrwegsysteme an für den Kaffee oder die Mahlzeit  „to go“. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Die Stadtverwaltung hat eine Initiative für Mehrweg in Gastronomie und Handel und zur Müllvermeidung im öffentlichen Raum gestartet. Der Klimabeirat gab Anregungen dazu.

Um den Müll zu reduzieren, hatten die Grünen im vergangenen Jahr beantragt, in Lörrach eine Verpackungssteuer einzuführen. Stattdessen beschloss der Gemeinderat im Juni 2025, in Abstimmung mit allen Betroffenen, die Nutzung von Mehrwegsystemen voranzutreiben.

 

Nun will die Verwaltung mit allen Betroffenen ins Gespräch kommen, angefangen mit Gastronomie und Handel, genauso mit Vereinen, Veranstaltern und Marktbeschickern.

Bürger für Müllvermeidung sensibilisieren

Auch die Bürger sollen für das Thema Müllvermeidung sensibilisiert werden. Dies berichtete Britta Staub-Abt, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Mobilität. Die Stadt wolle schon bestehende Initiativen einbinden, zum Beispiel: Müllsammel-Aktionen von Vereinen, Schulen oder im Rahmen der Aktiven Mittagspause in der Innenstadt, das Repair-Café, einen Hol- und Bringmarkt. Auch mit den Gastronomiebetrieben, von denen schon einige Mehrwegsysteme etwa für Kaffee „to go“ anbieten, will die Stadt zusammenarbeiten. Sie hat daher eine Umfrage unter Gastronomen gestartet, um zu erfahren, welche Betriebe schon Mehrwegsysteme anbieten und wo sie Probleme sehen.

Umfassendes Konzept

Zu Mehrweg und Müllvermeidung hat die Verwaltung ein umfassendes Konzept mit fünf Handlungsfeldern ausgearbeitet, wie Staub-Abt erläuterte. Dazu gehören eher verwaltungstechnische Vorschläge wie Bußgelder oder eine Satzung, die Einwegverpackungen bei Festen, Veranstaltungen und auf den Wochenmärkten verbietet. Aber es gibt auch ganz praktische Anregungen: Zum Beispiel könnte die Stadt für Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt, eigene Gläser und Essenbehälter zur Verfügung stellen.

Illegal entsorgter Müll ist Thema

Ein großes Thema war für den Klimabeirat der Müll, der im öffentlichen Raum illegal entsorgt wird, etwa neben den Müllbehältern im Grüttpark oder in der Innenstadt. Erziehung und Sozialkontrolle bis hin zur Anzeige durch die Polizei seien entscheidend, damit Müll nicht einfach weggeworfen wird, betonte Bernhard Escher (CDU): Schon im Kindergarten müsse man den Kleinen dies beibringen.

Genau aus diesem Grund regte auch die Verwaltung Müllsammel-Aktionen des Werkhofs mit Kitas und Schulen an. Aus dem Beirat kamen weitere Anregungen: die Stadt solle prüfen, ob ihre Müllbehälter groß genug sind und wo immer wieder Müll illegal abgelagert wird.

Gefährliche Kippen

Man müsse die Menschen für die Gefährlichkeit von Zigarettenkippen sensibilisieren. Auch Gastroketten wie McDonalds und Burger King müssten beim Thema „Mehrweg“ einbezogen werden. Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic sagte zu, die Anregungen in das Konzept einzuarbeiten.

Thomas H. Böhringer (SPD) merkte skeptisch an, dass der Aufwand für all diese Maßnahmen sehr hoch sein werde. Die Verpackungssteuer habe er damals gerade wegen eines hohen Verwaltungsaufwandes abgelehnt.