Ringelnatter (Deutschland): ungiftig. Bei den jetzt beobachteten schwarzen Schlangen handelt es sich um eine Variante der heimischen Ringelnatter. Foto: Imago/Imagebroker

Was Schlangen angeht, kann man in Deutschland ruhig schlafen. Nur zwei Schlangenarten sind giftig. Ganz anders sieht in Afrika, Amerika, Asien und Australien aus. Dort müssen sich Urlauber vor gefährlichen Kriechtieren in Acht nehmen.

In Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Regionen Deutschlands sind kleine schwarze Schlangen gesichtet worden.  Die Kriechtiere, die in Gärten, an Waldrändern oder auf Spazierwegen entdeckt wurden, sorgen mit ihrer dunklen Färbung für Verunsicherung. Doch kein Grund zur Panik. Es handelt sich nicht um entlaufene oder invasive gefährliche Exoten, sondern um eine Mutation der hiesigen Ringelnatter. Die schwarze Färbung entsteht durch eine genetische Anomalie - den sogenannten Melanismus.

 

Wie gefährlich sind heimische Schlangen in Deutschland?

In Deutschland gibt es noch sechs heimische Schlangenarten, darunter Aspisviper und Kreuzotter, die als Giftschlangen eingestuft werden. Grundsätzlich können Schlangen ihr Gift dossiert freisetzen. Die Gefährlichkeit des Bisses ist deshalb auch abhängig von der Giftmenge. Kreuzotter- und Aspisviper-Bisse fühlen sich ähnlich an wie ein heftiger Wespenstich.

Diese Schlangen sind durchaus in der Lage Menschen lebensbedrohlich zu vergiften. Zehn Prozent aller Bienen- und Wespenallergiker in Deutschland reagieren auch auf Kreuzottern und Aspisvipern. Deren Gift ist in der Regel nur für Kinder und alte Menschen lebensgefährlich.

Wie viele Todesfälle sind in Deutschland verzeichnet?

Seit 1960 ist in Deutschland nur ein Todesfall nach einem Kreuzotternbiss bekannt: 2004 starb eine 81-jährige Rentnerin auf der Insel Rügen nach einem Kreuzotter-Biss aufgrund der allergischen Reaktion – und nicht aufgrund der Vergiftung im engeren Sinne.

Es gibt aber Vergiftungsfälle von sehr therapiebedürftigen Patienten nach dem Biss einer Kreuzotter oder Aspisviper. Sie können sehr heftig beißen. Die Folgen sind lokale Schwellungen, Blutgerinnung, Lähmungen.

Wie viele Menschen werden pro Jahr in Baden-Württemberg gebissen?

Rund 30.

Wie lange halten die Beschwerden an?

Grundsätzlich gehen sie wieder weg, aber das kann lange dauern – von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. Mitunter können die Gliedmaße bei Belastung noch nach Monaten anschwellen und weh tun. Ein Kreuzotter-Biss löst einen sofortigen, brennenden Schmerz mit Schwellung und Wärmegefühl aus.

Was kann man präventiv gegen Schlangenbisse tun?

In Deutschland ist man vor Schlangen relativ sicher. Anders in Afrika oder Australien. Was kann man als Tourist präventiv gegen Schlangenbisse tun? Medikamentös gar nichts. Man sollte sich informieren, was es für Giftschlangen im jeweiligen Land gibt und wie man sich am besten verhält und schützt.

Wenn man durch die Wildnis wandert, sollte man hohes Schuhwerk tragen und kräftig auftreten. Schlangen flüchten normalerweise, wenn sie Erschütterungen wahrnehmen. Außerdem: Nicht in dunkle Löcher fassen. Es gibt auch Schlangen, die nachts in die Häuser kommen wie der Krait, der über ein starkes neurotoxisches Gift verfügt.