Eine Studentengruppe aus Japan war zu Gast am Beruflichen Schulzentrum Hechingen, um dort über das deutsche Bildungssystem und den Alltag der Schüler und Lehrkräfte zu erfahren. Foto: Marcus Paula

Besuch Japanische Studenten interessieren sich für das deutsche Bildungssystem und haben sich am Beruflichen Schulzentrum in Hechingen umgesehen.

Die Schulgemeinschaft des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) durfte vierzehn Studenten aus Japan empfangen. Thomas Bartle, der den Aufenthalt in Hechingen und das Programm federführend organisiert hatte, sowie der begleitende Professor Sven Holst aus Japan wurden im Atrium am Schlossberg von der stellvertretenden Schulleiterin Leonie Schneider-Loye und einer elften Klasse des beruflichen Gymnasiums begrüßt. ​

 

Schneider-Loye brachte dabei sowohl ihre Freude über den kulturellen Austausch als auch ihre Begeisterung für das deutsche Bildungssystem, speziell natürlich das berufliche Schulwesen zum Ausdruck. Und genau dieses deutsche Bildungssystem ist auch der Schwerpunkt des diesjährigen Aufenthaltes der japanischen Studenten.

Freundeskreis seit vielen Jahren

​Doch was verschlägt diese Studenten aus dem fernen Japan ausgerechnet nach Hechingen und ausgerechnet ans BSZ? Thomas Bartle, ein pensionierter Polizist und begeisterter ehrenamtlicher Musiker, machte vor Jahren einmal in seiner Funktion als Vorstand im Bundesverband Amateurmusik Sinfonie- und Kammerorchester eine Reise nach Japan. „Offenheit, Ehrlichkeit, Achtsamkeit und Hilfsbereitschaft der Japaner haben mich schwer beeindruckt“, blickte Bartle zurück.

​Zufällig gibt es nun seit vielen Jahren im Zollernalbkreis exklusiv einen Freundeskreis, der in Kontakt mit verschiedenen japanischen Universitäten steht. Eben dieser suchte nun Gastfamilien für japanische Studierende, wofür sich Bartle sofort bereit erklärte. Mittlerweile ist er derjenige, der die Unterbringung in Hechinger Gastfamilien und zusammen mit dem Kreisjugendring ein Programm im Zollernalbkreis organisiert. ​

Während der thematische Schwerpunkt letztes Jahr auf hiesigen Unternehmen lag, wird den Studenten diesmal ein Einblick in das deutsche Bildungssystem gegeben. Das ist nicht alles: „Die Hechinger Firma Merz hat eine Betriebsbesichtigung organisiert und bei der Oper in Stuttgart konnten wir einen Einblick hinter die Kulissen bekommen“.

Kommunikation auf Englisch

​In Japan lernt man wie in Deutschland bereits in der Grundschule Englisch. Eine zweite Fremdsprache ist aber erst an der Universität verpflichtend. Um an einer universitären Reise nach Deutschland teilnehmen zu können, müssen die Studierenden aller Fakultäten bereits ein Jahr Deutsch gelernt haben. Weil es mit den Deutschkenntnissen daher noch nicht so weit her ist, fand die Kommunikation am BSZ vor allem auf Englisch statt. ​

Nach der Begrüßung startete direkt der Austausch mit einer elften Klasse des beruflichen Gymnasiums, die im Fach Global Studies von Studienrätin Lea Freund unterrichtet wird. Anhand von fünf Stationen unterhielten sich die deutschen Schüler mit den japanischen Studenten über Themen wie etwa „Werte und soziale Normen“, „Deutsche Feste“ und natürlich auch „Schule und Bildung“. „Im Fach Global Studies geht es vor allem um das Kennenlernen anderer Kulturen, und das auf Englisch. Da passen der heutige Tag und die Vorbereitung darauf natürlich bestens in Konzept“, freute sich Freund darüber, wie offen sich Deutsche und Japaner miteinander unterhielten.

Gelegenheit in Kontakt zu kommen

​Nach einer Schulhausführung freuten sich alle Beteiligten über das von BSZ-Auszubildenden zubereitete und servierte Mittagessen. „Der heutige Tag ist eine tolle Gelegenheit, mit der japanischen Kultur in Kontakt zu kommen“, sagte dabei Teresina Bixenstein und zeigte sich begeistert darüber, wie nett, interessiert und gesprächig sich der Besuch aus Japan präsentierte. Auch Nina Papadopoulos war ganz angetan: „Nachher werde ich mir noch einige Nummern sichern. Mit einigen Studenten würde ich sehr gerne in Kontakt bleiben“, so Papadopoulos. ​

Käsespätzle und Salat schmeckten den japanischen Studenten sehr gut. „Das deutsche Essen ist toll“, lobte auch gleich die Chemiestudentin Sakashita Kisa. Sie fand auch die Einblicke in das deutsche Bildungssystem sehr interessant, da es im Vergleich zum japanischen ganz anders aufgebaut sei.​ Die japanische Delegation besuchte abschließend noch die BSZ-Pflegeklasse aus Myanmar.