Ein Teil des Tourismusteams der Stadtverwaltung Albstadt, das bei der CMT im Einsatz ist (von links): Sarah Häfele, Produktmanagerin Mountainbike und Winter, Susanne Birk von der Tourist-Information, Stefan Fischer vom Tourismusmarketing, Kulturamtsleiter Martin Roscher und Ulrike Wieland, Produktmanagerin Wandern. Foto: albstadt-tourismus

Wenn am Samstag die Tourimus-Messe CMT in Stuttgart beginnt, ist Albstadt – wie seit vielen Jahren – dabei, aber unter neuen Vorzeichen: Wie reagiert die Stadt auf das deutlich wachsende Angebot an Betten? Haben kleinere Pensionen das Nachsehen?

123 Unterkunftsbetriebe waren 2024 bei der Stadt Albstadt gemeldet – 14 Hotels und Pensionen, darunter das B&B-Hotel mit 72 Zimmern, sowie der Campingplatz beim Badkap und 61 Ferienwohnungen. 2025 kommt, wenn auf der Baustelle alles nach Plan läuft, noch das Badkap-Hotel mit 155 Zimmern dazu.

 

Die gute Nachricht für die Stadt sind die Steuereinnahmen in Höhe von 239 992 Euro, die ihr die Übernachtungssteuer im ersten Jahr – vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2024 – gebracht hat. Auch für Albstadt als Reiseziel insgesamt – ob für Feriengäste oder Geschäftsreisende – ist das wachsende Angebot an Betten eine gute Nachricht. Aber wie steht es mit kleineren Pensionen und Ferienwohnungen? Insgesamt weist die Statistik des Amtes für Kultur, Tourismus und bürgerschaftliches Engagement ein Plus an Ankünften aus: Waren es 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, 44 763, so stieg die Zahl auf 46 697 Ankünfte 2023. Die Zahl der Übernachtungen ist im selben Zeitraum von 117 019 auf 130 361 gestiegen. Somit hat sich auch die Verweildauer der Gäste leicht erhöht: von 2,614 Nächten pro Ankommendem auf 2,791.

„Tourismus in Albstadt hat Potenzial“

Zwar ist Amtsleiter Martin Roscher klar, dass mit rückläufiger Wirtschaft die Zahl der Geschäftsreisenden sinkt, doch vielmehr glaubt er an das touristische Potenzial Albstadts, das er und sein Team in zahlreichen Reiseführern und Karten, Fachmagazinen, Tages- und Wochenzeitungen sowie über Dachverbände bewerben. Mehr als 20 Presse- und Influencer-Reisen haben sie außerdem seit 2020 geführt.

Der oft auf Albstadt gemünzte Vorwurf, Konzepte für die Schublade zu produzieren, gelte für den 2009 aufgestellten und zuletzt 2020 fortgeschriebenen Masterplan Tourismus also nicht, betont Roscher, der außerdem von steigenden Zugriffszahlen auf die Internetseite albstadt-tourismus.de berichtet. Von 52 189 Besuchen kamen 50 151 aus Deutschland, 40 084 aus Baden-Württemberg.

Dass Albstadt nach wie vor mehr Tages- als Übernachtungsgäste hat, ist Roscher klar. Aber profitieren vom Übernachtungsangebot auch weiterhin die kleinen Betriebe? Martin Roscher legt Wert darauf, sie ebenso zu berücksichtigen, wenn die Stadt zum Beispiel Künstler oder sonstige Gäste einbucht, und weiß außerdem, dass gerade die individuell gestalteten Häuser mit ihrem besonderen Charakter ihre Stammgäste haben, die immer wieder kämen.

„Mehrwertsteuererhöhung hat weh getan“

„Was den Gastronomen freilich richtig weh getan hat, ist die Wiedererhöhung der Mehrwertsteuer nach der coronabedingten Absenkung“, betont er.

Viele Albstädter Übernachtungsbetriebe punkteten hingegen mit Regionalität, betont Roscher, etwa mit Blick auf die Traufgänge-Gastgeber. „Regionalität ist ein ganz großes Thema“, und Spezialisierung sowie individuelle Besonderheiten trügen außerdem dazu bei, dass Betriebe Erfolg hätten – sofern sie mit der Zeit gingen und sich zertifizieren sowie auf den einschlägigen Plattformen einstellen ließen. Die verwaiste Wohnung des verstorbenen Opas sei als Ferienwohnung nicht mehr zeitgemäß – eine moderne Pension, die dem Bedarf der Gäste gerecht werde, sei aber immer gefragt.

Ab Samstag wirbt die Stadt Albstadt nun wieder auf ihrer Hausmesse, der CMT in Stuttgart – diesmal mit dem kleinen Jubiläum „15 Jahre Traufgänge“. Und mit prominenter Empfehlung: „Albstadt hat quasi die Premium-Wanderwege erfunden“, zitiert das Kulturamt Ministerpräsident Winfried Kretschmann. „Das machen heute alle nach. Und die bin ich alle schon mit meiner Frau abgewandert, und zwar in jede Richtung. Eine furiose Landschaft ist das hier.“

Lauter Jubiläen auf der weltgrößten Tourismus-Messe

Auf der CMT
, der weltweit größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit, präsentiert sich Albstadt Tourismus vom 18. bis 26. Januar und stellt seine touristischen Angebote vor. Gerade die Sonderausstellung „Fahrrad- und WanderReisen“ am ersten Messewochenende ist die Plattform, um Albstadts touristische Zielgruppe zu treffen. Albstadts Touristiker sind laut Pressemitteilung in zwei Hallen zu finden: vom 18. bis zum 2. Januar mit einem Stand auf der Fläche des Schwäbischen Alb Tourismusverbands in Halle 6 (Stand 6B81) und vom 13. bis 26. Januar zudem mit einem eigenen Stand auf der Sonderausstellung Fahrrad- & WanderReisen in Halle 9 (Stand 9B13).

Neun Mitarbeiter
des Tourismusteams betreuen die Messestände und verteilen rund 13 000 Prospekte an die Besucher, mit denen sie beinahe ebenso viele Gespräche führen.

Die Neuigkeiten:
Neben dem Stadtjubiläum „50 Jahre Albstadt“ feiern die Traufgänge ihr 15-jähriges Bestehen, 20 Vereine, Einrichtungen und Veranstaltungen einen runden Geburtstag. Die Bikezone Albstadt freut sich über weiteren Zuwachs: Im Sommer 2025 soll die Weltcupstrecke „Bullentäle“ als touristische MTB-Strecke ausgewiesen werden.