Bürgermeister Matthias Gutbrod (links) und Braumeister Jörg Lusch beim Fassanstich Foto: Schillinger-Teschner

Zuerst sorgte das EM-Viertelfinalspiel für leere Bänke, dann das Wetter am Samstag. Das Kippenheimer Bockbierfest hatte am Wochenende mit einigen Gegenspielern zu kämpfen – trotzte diesen jedoch erfolgreich.

Bereits am Freitag, zum traditionellen Fassanstich, hatte das Bockbierfest des Musikvereins Kippenheim mit einem harten Gegner zu kämpfen. Das Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft mit Beteiligung der Deutschen Nationalmannschaft verhinderte den Massenandrang auf das Festgelände beim Bürgerhaus, obgleich der Hammer den Zapfhahn zeitlich auf die Halbzeitpause des Spiels abgestimmt, treffen sollte. Auch die Möglichkeit die Begegnung im eigens hergerichteten Public-Viewing-Bereich bei der Bühne zu verfolgen, sorgte nicht für den erwarteten Zustrom.

 

In einer trotzdem guten Stimmung sorgten schließlich Braumeister Jörg Lusch, Bürgermeister Matthias Gutbrod und Vereinsvorsitzender Josef Kupfer dafür, dass das erste Bockbier noch vor dem Wiederanpfiff der Viertelfinalbegegnung ins Glas laufen konnte. Tatkräftige Unterstützung erhielt das Zapfteam durch Max Gutbrod – den Filius des Bürgermeisters –, der den Holzhammer gekonnt jonglierte. Musikalisch wurde der Fassanstich – der Tradition folgend – vom „Blechhüffe“, einer Bläsergruppe mit Schlagwerk aus den Reihen des Musikvereins, umrahmt. Bastian Lohnert gab dazu den korrekten Takt an.

Nach dem Abpfiff des Fußballspieles und dem Ausscheiden der Deutschen Kicker, fanden dann doch noch einige Besucher den Weg zum Bürgerhaus und nutzen die laue Sommernacht für einen Absacker auf dem Festplatz, im Festzelt oder der Cocktailbar zu Klängen von DJ Axel F.

Unter dem Dirigat von Bastian Lohnert unterhielten die Musiker die Festbesucher. Foto: Schillinger-Teschner

Die Begegnung mit dem härtesten Gegner des diesjährigen Bockbierfestes stand dem Musikverein am Samstag bevor. Bereits am Morgen zeichnete sich ab, dass es der Wettergott nicht gut mit den Veranstaltern meinte.

Einige unnachgiebigeKippenheimer boten dem Regen die Stirn

Zum Kindersachenflohmarkt, der erstmals Bestandteil des Festprogramms war, rückten viele Anbieter erst gar nicht an. Jene, die trotzdem ihren Stand aufbauten, wurden von unerschütterlichen Kunden, die dem Dauerregen trotzten, durch den einen oder anderen Verkauf belohnt. Das für den Nachmittag angesetzte Konzert des Jugendorchesters Mahlberg-Kippenheim musste witterungsbedingt abgesagt werden. Nicht nur der Festplatz – dank einer Sanierung und erneuten Verdichtung – hielt dem Regen stand. Unter dem Dach der Bühne am Bürgerhaus, unter den Sonnenschirmen auf dem Festplatz, im Festzelt und am Bierwagen waren sie anzutreffen – wetterfeste, unnachgiebige Kippenheimer, die dem Regen die Stirn boten und ihren Verein unterstützen. Die Festbesucher Hans und Gabi wissen zu berichten: „Wir waren heute Nachmittag mit unserem Enkel hier. Er hat es genossen, sich in jeder Pfütze auszutoben.“ Nachdem der Enkel dann nass, aber wohlbehalten nach Hause gebracht war, seien die beiden noch mal auf’s Fest, um den Abend im Schutz eines Sonnenschirms ausklingen zu lassen.

Im Festzelt ist Sabrina mit einigen Kollegen der Schloßkapelle Schmieheim anzutreffen. „Wir haben schon mal angefangen, den Gutschein über 100 Bockbier einzulösen. Ganz werden wir das bei dem schlechten Wetter heute nicht schaffen, aber morgen ist ja auch noch ein Tag“, sagt sie und schiebt die „rosa Brille“ auf die Nase. Ein paar Tische weiter greift Rainer nach seinem Smartphone und muntert Josef Kupfer auf: „Die Wetter-App bringt für morgen keinen Regen und bis zu 23 Grad“. Unbeeindruckt vom Wetter unterhielt die Partyband „Colorados“ die anwesenden Festbesucher.

Trotz schlechten Wetters war die Stimmung am Samstag bei den Bockbier-Festbesuchern gut. Foto: Schillinger-Teschner

Pünktlich zum Bockbierfest-Sonntag setzte sich die Sonne endlich gegen die dicken Regenwolken durch. Novum für den Mittagstisch auf dem Fest war die Möglichkeit einer Tischreservierung. Außerdem wurde vom Verein in ein Pagersystem investiert, das es dem Gast erlaubte, nach erfolgter Essensbestellung bequem wieder an seinem Tisch Platz zu nehmen. Der ausgehändigte Pager hat mit blinken und vibrieren signalisiert, dass die Bestellung servierfertig zur Abholung bereit stand. Entspannt und ohne „Schlange stehen“ konnte so das umfangreiche Speisenangebot genossen werden.

Traditionell stand der Sonntag, beginnend mit dem Frühschoppenkonzert, ganz im Zeichen der Blasmusik. Die Musikkapellen aus Herbolzheim, Stadelhofen, Dörlinbach und Sulz stellten ihr Können unter Beweis und bildeten des stimmigen Rahmen für das Festgeschehen.

Versöhnliche Gesamtbilanz

Josef Kupfer, zeigte sich nach dem versöhnlichen Sonntag des Festwochenendes zuversichtlich, dass sich der Aufwand gelohnt hat und zumindest ein kostendeckender Abschluss erzielt werden kann. „Freitag und Samstag sind für uns leider nicht so gelaufen, wie wir das geplant hatten. Wir müssen nun hoffen, dass der Sonntag das wett machen kann“, fasst Kupfer das 54. Bockbierfest in zwei Sätzen zusammen.