Der Dauchinger Gemeinderat hat erst einmal für den Stopp des Flächennutzungsplanverfahren zur Gewerbegebieterweiterung Reutenen gestimmt Foto: Heinz Wittmann

Eine Gewerbegebietserweiterung in Dauchingen könnte schon im Keim erstickt werden. Neben einem riesigen bürokratischen Aufwand gibt es noch weitere Schwierigkeiten, wie in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekannt wurde.

Der Dauchinger Gemeinderat hat das Flächennutzungsplanverfahren für die Gewerbegebietserweiterung Reutenen gestoppt.

 

Das Gebiet, das wenn man aus Schwenningen nach Dauchingen einfährt, linker Hand des Kreisverkehrs liegt, würden die Dauchinger Firmen Merz Hydraulik GmbH und Deiss Flachdachsystembau GmbH für die Erweiterung ihrer Unternehmen gerne nutzen.

Der Dauchinger Gemeinderat hat im September einstimmig beschlossen, dass im südöstlichen Bereich des Gewanns Reutenen Gewerbeflächen entstehen sollen. Die Anbindung an Bundesstraße beziehungsweise Autobahn ist hier optimal, Transporte müssten auch nicht durch die Ortschaft Dauchingen gehen.

Verwaltungsgemeinschaft sieht keine Bedenken

„Die Verwaltungsgemeinschaft als Träger- der Flächennutzungsplanung und das Regierungspräsidium als Raumordnung- und Genehmigungsbehörde sehen keine Bedenken. Besonders die zahlreichen inhaltlich identischen Stellungnahmen von 17 Personen aus der Bevölkerung zeugen jedoch von einer dem Verfahren gegenüber äußert kritischen beziehungsweise ablehnenden Haltung“, trug Hauptamtsleiter Andreas Krebs das Papier der Gemeinde zur Sitzung vor.

Auch von Behörden wie von der unteren Naturschutzbehörde, dem Amt für Landwirtschaft, Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz sowie Straßenbaureferat seien Stellungnahmen eingebracht worden, deren Berücksichtigung einen hohen finanziellen Aufwand bedeute.

Kritische Haltung auch bei Behörden

„Teilweise ist auch bei den Behörden eine kritische Haltung zum Verfahren abzuleiten“, so Krebs. Laut dem Landwirtschaftsamt handle es sich bei dem Gebiet um hochwertigen Boden für die Landwirtschaft. Anwohner wiederum würden eine Wertminderung ihrer Grundstücke und eine Minderung ihrer Lebensqualität fürchten.

Günter Klotz von den Unabhängigen Bürgern für Dauchingen (UB) brachte den bürokratischen Aufwand auf den Punkt: „34 Behördenstellen mussten für dieses Flächennutzungsplanverfahren angefragt werden, das ist unglaublich.“ Bürgermeister Torben Dorn: „Das ist Deutschland. Es ist politisch gewollt, dass kein Wohnraum und keine Gewerbegebiete geschaffen werden können, deswegen schmiert auch die Wirtschaft ab.“

Die voraussichtlichen Kosten für Flächennutzungsplan und Bebauungsplanverfahren, für die es bereits Angebote gibt, liegen zwischen rund 117 000 Euro und 157 000 Euro. Es wären aber noch zahlreiche weitere Gutachten nötig. Der Dauchinger Gemeinderat entschied nun erst einmal, dass das Flächennutzungsverfahren gestoppt wird.

Kosten für die Gutachten sollen eruiert werden

Zunächst müssten alle Kosten für die Gutachten eruiert werden. Dies dürfte Monate dauern. Es müsse sichergestellt werden, dass die Kosten der Gutachten und fällige Ausgleichsmaßnahmen von den beiden interessierten Unternehmen übernommen werden. Des weiteren müsse man mit den Anwohnern sprechen, ob diese sich eventuell mit einem eingeschränkten Gewerbegebiet, beispielsweise einem Mischgebiet als Pufferzone zwischen Gewerbegebiet und Wohngebiet einverstanden erklären.

Letztlich über das Gewerbegebiet zu entscheiden hat die Verwaltungsgemeinschaft Villingen-Schwenningen, der neben Dauchingen die Mitgliedsgemeinden Brigachtal, Mönchweiler, Niederschach, Tuningen, Unterkirnach und Villingen-Schwenningen angehören.