Die Klostermauer in Bad Herrenalb muss dringend saniert werden. Foto: Markus Kugel

Die Sanierung der Klostermauer in Bad Herrenalb ist extrem teuer. Deshalb hat die Stadt Widerspruch eingelegt. Wie ist der aktuelle Stand?

Die Klostermauer ist einsturzgefährdet und muss dringend saniert werden. Doch das wird teuer, da die Mauer auf dem Bad Herrenalber Klostergelände nach Vorgaben des Denkmalschutzes saniert werden muss. Insgesamt soll das rund 320 000 Euro kosten. Bereits im November 2023 war der Fußweg am Gaisbach im Klosterviertel gesperrt worden. Grund war die Instabilität der Mauerkrone der alten Klostermauer, die den Weg seitlich begrenzt. Das habe dazu geführt, dass in mehreren Abschnitten Gesteinsbrocken auf den Weg gefallen sind, teilte die Stadtverwaltung damals mit. Passiert ist seither wenig.

 

Ursprünglich 100 000 Euro geplant

Ursprünglich waren für die Sanierung der Klostermauer im Haushalt für das Jahr 2024 100 000 Euro „neben einem geplanten Zuschuss in Höhe von 30 000 Euro“ angesetzt, teilte Kämmerer Philipp Göhner seinerzeit mit. „Im Rahmen der Zuschussbeantragung musste jedoch festgestellt werden, dass die Zuschusshöhe deutlich geringer ausfallen würde als angenommen und im Übrigen die Förderfähigkeit des gesamten Projektes derzeit nicht gegeben scheint“, wurde im Finanzzwischenbericht für 2024 außerdem informiert. Zudem ließen Schätzungen erahnen, „dass die Kosten zur Sanierung der Klostermauer den Planansatz um ein Vielfaches übersteigen“.

Da eben der Denkmalschutz ins Spiel kam, stiegen die geplanten Kosten deutlich an – auf die genannte Summe von rund 320 000 Euro. Das Amt für Denkmalschutz habe die Stadt nun angewiesen, die Mauer zu sanieren, „weil das Gesetz zum Schutz der Kulturdenkmale (Denkmalschutzgesetz – DSchG) in Paragraf 6 (1) eine Erhaltungspflicht von Kulturdenkmälern postuliert. ‚Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln‘“, hieß es im vergangenen Jahr auf Nachfrage aus dem Bad Herrenalber Rathaus. Allerdings sah man die hohe Summe im Rathaus „angesichts der angespannten Haushaltslage eben nicht zumutbar und deshalb haben wir Widerspruch eingelegt“.

Das ist der aktuelle Stand

Und wie ist nun der aktuelle Stand? „Das Denkmalamt hat über den Widerspruch der Stadtverwaltung noch nicht entschieden“, teilte Christian Siebje, bei der Stadtverwaltung zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, auf Anfrage unserer Redaktion mit. Stattdessen habe man „uns mit einem Schreiben aufgefordert, Förderanträge zu stellen, um die Kosten von rund 320 000 Euro abzufedern“. Da die Anträge aber 2025 nicht mehr gestellt werden konnten, weil die Fristen abgelaufen seien, „können wir die Anträge erst für 2026 einreichen. Das wiederum bedeutet, dass die Entscheidungen über die Höhe der Fördergelder, und ob es überhaupt Fördergelder gibt, nach jetzigem Stand erst 2027 erfolgen werden“, so Siebje weiter. In welchem Rahmen sich die Fördergelder dann bewegen werden, könne er nicht sagen, da es mehrere Fördertöpfe gebe.

Denkmalamt entscheidet erst später

Klar sei aber: „Erst wenn die Fördersituation geklärt ist, wird das Denkmalamt über unseren Widerspruch entscheiden. So lange bleibt leider alles, wie es ist.“ Sobald es etwas Neues in dieser Sache gebe, werde man „natürlich an die Öffentlichkeit gehen“, so der Stadtsprecher abschließend.

Bereits im November 2024 hatte Gerhard Geschwill in einem Leserbrief geschrieben, dass er vor mehr als zehn Jahren den Bestand an Steinartefakten um das Kloster dokumentiert habe, damit die Planer der Gartenschau das damalige „Lapidarium“ optisch ansprechender präsentieren konnten. Ihn habe freilich auch die Klostermauer interessiert – schon aufgrund ihrer historischen Bedeutung als Abwehr gegen die habgierigen Übergriffe der jeweiligen Landesherrn seit dem 14. Jahrhundert. Freilich habe sie mit der Erstürmung des Klosters 1643 ihre Schutzfunktion verloren – aber sie sei ein erhaltenswertes historisches Relikt und nicht ohne ästhetische, sprich architektonische Reize, die sich jederzeit aufwerten ließen.

Sanierung der Klostermauer als Bürgerprojekt?

Er stellte die Fragen: Was wäre, wenn die Restaurierung dieses Mauerabschnitts zu einem Herrenalber „Bürgerprojekt“ befördert würde, das ohne Zeitdruck von kräftigen Freiwilligen – vielleicht über ein, zwei, drei Jahre hinaus – in Angriff genommen würde? Mönche und Bewohner hätten sie damals erbaut, unter weitaus schwierigeren Bedingungen als es heute erforderlich wäre – und warum sollte das heute nicht mehr möglich sein?

Auch Rainer Merkle hielt die Sanierung der Klostermauer für leistbar. Er sei durch Geschwills Leserbrief zu dieser Behauptung angeregt worden. Da er selbst sich leider nicht mehr zu den „kräftigen Freiwilligen“ zählen könne, machte er folgenden Vorschlag: In Bad Herrenalb gebe es sicher eine größere Anzahl Menschen in seiner Lage – so wäre es ein Leichtes, in kurzer Zeit einige Spenden von jeweils 500 bis 1000 Euro zusammenzubringen. Die Spendenaktion zum Kauf der Kunstfiguren habe gezeigt, dass so etwas möglich ist. Es wäre eine tolle Sache, wenn man die Namen der Bürger nach einer Spende auf einer Tafel an der fertig gestellten Mauer „verewigen“ könnte.