Die Ukraine-Hilfe Kinzigtal ist noch immer aktiv. Das Spendenaufkommen hat allerdings nachgelassen. Eine große Hilfe ist jedoch die Partnerschaft zwischen Hofstetten und Trostjanez. Zudem wird auch ein Arzt vor Ort nun direkt unterstützt.
Mittleres Kinzigtal/Hofstetten - "Bislang wurden Waren im Wert von über 160 000 Euro in die Ukraine geschafft", informiert die Ukraine-Hilfe in einer Mitteilung. Die Transporte bestanden demnach vor allem aus Bekleidung, Lebensmitteln, Verbandsmaterial, Medikamenten, Hygieneartikeln und besonders auch Artikel für Babys und Kleinkinder.
"Abhängig war unsere Arbeit immer von den Transportmöglichkeiten", heißt es in der Mitteilung weiter. Die umfangreichen Fahrten der ersten Monate konnten nicht mehr vorgenommen werden. Gleichzeitig habe auch das Spendenaufkommen nachgelassen. "Dies wurde nicht anders erwartet, da auch bei einem so schrecklichen Krieg eine gewisse Gewöhnung entsteht", macht die Ukraine-Hilfe deutlich. Sie sei dennoch überwältigt von den eingegangenen Spenden in einer Höhe, wie es nie zu erwarten war.
Inzwischen arbeitet die Ukraine-Hilfe eng mit der Gemeinde Hofstetten zusammen. Die Partnergemeinde Trostjanez habe die Aufgabe, eine Klinik für traumatisierte Menschen aufzubauen. Im Osten und Süden des Landes ist ein großer Teil der Infrastruktur, zu der auch medizinische Einrichtungen gehören zerstört. Durch dieses Projekt haben die Kinzigtäler direkte Ansprechpartner in der Ukraine, die ihnen mitteilen, was gebraucht wird und vor Ort nicht zu bekommen ist. "Hierbei versuchen wir durch entsprechende Einkäufe unsere Mittel ganz zielgerichtet einzusetzen", heißt es in der Mitteilung.
Arzt will Abteilung für Gesichtsverletzungen aufbauen
Ein kleinerer Teil – mehrere tausend Euro – ist wir in Waren, insbesondere Babyartikel für die Ernährung und Hygiene, umgesetzt, die über die Organisation "weareallukrainians" bis nach Mykolaiv gebracht werden.
Auf einer zweiten Schiene unterstützen die Kinzigtäler den Arzt Mykola Fedzhaga, der vor kurzem in Deutschland und auch bei Igor Reitmann war. Er ist chirurgischer HNO-Arzt mit dem Spezialgebiet der Onkologischen Operation. Er möchte eine Abteilung aufbauen, um Menschen mit massiven Gesichtsverletzungen operativ so zu helfen, dass diese wieder ein etwas selbstständigeres Leben führen können. Dies läuft unter dem Kennwort "Molfar". Mykola Fedzhaga habe medizinisches Material erhalten, das Sanitätern zur Verfügung gestellt wird, um akut Verletzten schnellstmöglich eine gute Erstversorgung zu sichern.
So lange, wie die Ukraine-Hilfe Spenden bekommt und Geld zur Verfügung hat, "werden wir dieses einsetzen, um zu helfen". Der allergrößte Teil ging in die Ukraine, da die Flüchtlinge vor Ort weitestgehend versorgt seien. Ein Teil der Mitarbeiter ist mit der Hilfestellung der hier angekommenen Flüchtlinge tätig, so die Mitteilung.
Am Wochenende ist wieder ein Hilfstransport in die Ukraine gestartet. Wir berichten noch ausführlich.
Spenden an die Ukraine-Hilfe Kinzigtal sind weiterhin möglich. Wenn eine Bescheinigung benötigt wird, sollte diese Spende auf das Spendenkonto der Rotarier, IBAN DE 28 66 43 27 00 00 00 04 57 73, mit dem Vermerk Ukrainehilfe Kinzigtal und Name sowie Anschrift erfolgen. Ansonsten kann auf das Konto von Igor Reitmann, IBAN DE 35 66 45 27 76 10 10 08 49 69, überwiesen werden. Spenden an den Arzt Mykola Fedzhaga brauchen das Kennwort "Molfar".