Im Gebäudekomplex der Kaufmännischen Schule und der Mathilde-Planck-Schule ist es zu eng geworden. Ein dreigeschossiger Anbau soll Abhilfe schaffen.  Foto: Alexandra Günzschel

Einstimmig hat der Kreisverwaltungsausschuss der Vergabe der Ingenieurleistungen für zwei der großen Maßnahmen am Berufsschulzentrum Lörrach zugestimmt.

Konkret geht es dabei um den Neubau der Kreissporthalle sowie den gemeinsamen Erweiterungsbau für die Mathilde-Planck-Schule und die Kaufmännische Schule.

 

Für diese Projekte wurde ein gemeinsames Verfahren durchgeführt, um für die gesamte Planungs- und Ausführungsphase ein kontinuierliches Fachplanerteam zu haben und dadurch Synergien etwa hinsichtlich der Honorarangebote zu nutzen. Die Planungsphase erstreckt sich über die Jahre 2026 bis 2028.

Die Beauftragung erfolgt nun zunächst für die Leistungsphasen eins bis drei der förmlichen Planung. Hierfür sind Planungskosten in Höhe von etwa 141 000 Euro vorgesehen. Die Gesamtangebotssumme für alle acht Leistungsphasen liegt bei rund 436 200 Euro.

Weit mehr als zehn Angebote gingen dafür beim Landratsamt Lörrach ein, zwei Bieter zogen wieder zurück, einer wurde ausgeschlossen. Alle anderen Bewerber erfüllten die Eignungskriterien und brachten auch die geforderten Referenzen mit, wie mitgeteilt wurde. Deshalb kam es zu einem Losverfahren, um das Bewerberfeld auf vier Bieter eingrenzen zu können. Anfang Oktober stellten diese vier Planungsbüros ihr Projektteam sowie ihre Herangehensweise an die Aufgabenstellung vor und beantworteten die gestellten Fachfragen.

Die Entscheidung über den Zuschlag erfolgte auf Basis der Verhandlungsgespräche und den Angeboten nach zuvor festgelegten Kriterien wie der Einschätzung der Fachkompetenz der vorgesehenen Projektverantwortlichen sowie der Plausibilität des Honorarangebots. Das Rennen machte die Ingenieurgruppe Flösser aus Bad Säckingen.

Weitere Gewerke vergeben

In zwei nachfolgenden Tagesordnungspunkten wurden einstimmig weitere Gewerke vergeben: Die technische Gebäudeausrüstung im Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär in Höhe von insgesamt 548 000 Euro beziehungsweise 147 000 Euro in den Leistungsphasen 1 bis 3 geht an das Ingenieurbüro Behringer aus Todtnau. Den Zuschlag für die technische Gebäudeausrüstung im Bereich Elektro-, Fernmelde- und Förderanlagen in Höhe von insgesamt 396 000 Euro beziehungsweise 76 000 Euro in den Leistungsphasen 1 bis 3 geht an das Planungsbüro EPS Flöss aus Maulburg.

Zum Hintergrund: Für die Kaufmännische Schule und ganz besonders für die Mathilde-Planck-Schule gibt es einen durch das RP Freiburg bestätigten erhöhten Raumbedarf. Dieser kann weder im Bestand noch durch eine Aufstockung abgedeckt werden. Die Kreissporthalle wiederum befindet sich in kritischem Zustand und muss neu gebaut werden. Das Gesamtbudget für diese beiden Baumaßnahmen beträgt 28,8 Millionen Euro, wovon knapp 18 Millionen Euro auf den Schulerweiterungsbau entfallen.

Masterplan entwickelt

So wurde ein Masterplan entwickelt, der die Vorhaben am Berufsschulzentrum in einen Gesamtzusammenhang stellt: Im ersten Schritt soll anstelle der bestehenden Tiefgarage unter Ausnutzung der Baugrube eine Dreifeldhalle errichtet werden, und zwar dergestalt, dass das Dach als Pausenbereich genutzt werden kann. Der Erweiterungsbau für die beiden Schulen wiederum wird an der Stelle der jetzigen Kreissporthalle errichtet. Auch hier kann die bestehende Grube ausgenutzt werden, indem am Hallenboden eine neue Tiefgarage gebaut wird. Darüber entsteht dann der dreigeschossige Anbau an das Bestandsgebäude der Schulen.

Nach der Fertigstellung dient dieses Gebäude zunächst für drei Jahren als Zwischenlösung für die Gewerbeschule, die ebenfalls saniert werden muss. Geplant ist die Erstellung von sogenannten Nullemissionsgebäuden mit minimalen Wärmeverlusten und Verbräuchen und einer Deckung der benötigten Restenergie durch regenerative Energien.