Seit 2020 gibt es die Schulsozialarbeit im Schuttertal an allen drei Grundschulstandorten. Hier ist das Schulhaus in Schuttertal zu sehen. Foto: Wolf

Schulsozialarbeiterin Charlotte Becher ist an der Grundschule Schuttertal eine wichtige Ansprechpartnerin für Schüler, Lehrer und Eltern. Seit dem Start 2020 hat sich einiges getan, aber es gibt noch „ungenutztes Potenzial“.

Schüler der Grundschule Schuttertal haben seit einigen Jahren die Möglichkeit, Rat bei Schulsozialarbeiterin Charlotte Becher zu suchen. Sie unterstützt die Schüler bei der Klärung von Konflikten, berät diese und ist mit den Lehrkräften im Austausch. Auch Eltern können bei ihr unkompliziert um Rat fragen.

 

Gestartet war die Schulsozialarbeit im Schuttertal erst im Jahr 2020. „Im Schuttertal habe ich Vorarbeit geleistet“, erinnert sich Becher im Gespräch mit unserer Redaktion. Zunächst war die Stelle lediglich auf zehn Stunden pro Woche begrenzt – insgesamt für die drei Standorte der Schule in Schuttertal, Dörlinbach und Schweighausen. Das sei mit Blick auf den damaligen Corona-Lockdown noch in Ordnung gewesen, findet Becher. Mit der Wiederaufnahme des Unterrichts in Präsenz allerdings deutlich zu wenig. Auch weil neben der Beratung Zeit in die Vor- und Nachbereitung fließt. 2022 wurde die Stelle dann aufgestockt, auf knapp 20 Stunden.

Anfangs habe es noch zurückhaltende Stimmen gegeben, erinnert sich die Sozialarbeiterin. Ist das hier wirklich notwendig? So eine der Fragen, die vor dem Start des Sozialprojekt bei einigen aufkam. Lehrkräfte hätten jedoch auch berichtet, dass teilweise der Umgang mit Kindern zunehmend schwieriger geworden sei. Inzwischen ist die wichtige Rolle der Schulsozialarbeit aber angekommen, so Becher.

Das Angebot wurde ausgeweitet

Bei den Gesprächen, die Becher als Schulsozialarbeiterin führt, gehe es oft um Grenzüberschreitungen. Das können Streitfälle zwischen Schülern sein, aber etwa auch Gewalt im Elternhaus. „Dann habe ich die Verantwortung, das zu klären“, so Becher. Sie nehme in solchen Fällen Kontakt zu externen Fachkräften auf. Die Gespräche der Schulsozialarbeiterin unterliegen der Schweigepflicht. „Ein Dauerbrenner ist auch das Thema Freundschaft“, berichtet Becher über ihre Gespräche mit den Schülern.

Für die Schulsozialarbeit ist die enge Zusammenarbeit mit den Lehrkräften wichtig. Das liege auch daran, dass die Kinder eher selten von sich aus ein Beratungsgespräch suchen würden. Oft komme der erste Kontakt durch die Lehrkräfte zustande. Die Kinder haben dann die Möglichkeit, den Unterricht für ein Beratungsgespräch mit Becher zu verlassen.

„Die Einzelhilfe hat Priorität“, so Becher. Ihre Arbeit geht jedoch darüber hinaus. So nimmt sie etwa Schüler mit ins Boot, indem diese zu Streitschlichtern ausgebildet werden. Das habe einen großen Vorteil: Anders als die Schulsozialarbeiterin sind die Schüler die ganze Woche in den Klassen, während Becher nur begrenzt vor Ort sein kann.

Termine sind schnell ausgemacht

Ein großer Vorteil des Angebots der Grundschule Schuttertal sei die Niederschwelligkeit. „Ich würde mir wünschen, dass mehr Eltern von sich auf die Schulsozialarbeit zukommen“, erklärt Becher. Im Gegensatz zu manch anderen Beratungsangeboten sei es kein Problem, schnell einen Termin auszumachen. Hier gebe es aus ihrer Sicht noch „ungenutztes Potenzial“. Oft gehe es ja auch einfach darum, sich mit jemandem über Probleme auszutauschen. Eltern finden bei Becher Beratung, etwa bei Erziehungsfragen und zu kindlicher Entwicklung.

Für die Zukunft hält Becher eine Erweiterung der Schulsozialarbeit für sinnvoll. Konkrete Pläne gibt es dafür noch nicht. Der Schuttertäler Gemeinderat müsste darüber abstimmen. Bei der letzten Sitzung des Rats stellte Becher ihre Arbeit dem Gremium vor.

Die Schule

Die Grundschulen in Schweighausen, Dörlinbach und Schuttertal waren zunächst eigenständig. 2005 wurden sie zusammengeführt. An allen Standorten werden die Schüler klassenübergreifend unterrichtet. Die Schule ist keine Ganztagsschule, jedoch wird eine Betreuung nach Unterrichtsende angeboten. Für den Unterricht setzt die Grundschule nach eigenen Angaben auf einen Mix von „gebundenen und offenen Lernphasen“.