Holzhausens Ex-Trainer Pascal Reinhardt, der mit Großaspach nun im Verbandspokalfinale steht, stand beim brisanten Duell am Mittwochabend ungewollt im Mittelpunkt. Foto: Eibner/Ulmer

Ein extrem unterhaltsames Pokalspiel zwischen dem FC Holzhausen und der SG Sonnenhof Großaspach wurde am Ende überschattet von Aufregung an der Seitenlinie und auf der Tribüne. Der FC Holzhausen verkaufte sich teuer, schied gegen Ex-Trainer Pascal Reinhardt aber nach 120 Minuten aus.

„Eins muss ich noch sagen“, leitete Pascal Reinhardt den Abschluss seines Statements nach dem 4:2-Sieg nach Verlängerung seiner SG Sonnenhof Großaspach im Pokalhalbfinale ein. „Der eine oder andere sollte sich fragen, ob das in Ordnung war heute. Was manche sich erlauben – das ist wirklich die unterste Schublade!“

 

Provoziert und beleidigt

Doch was war passiert? Reinhardt sei über 90 – beziehungsweis über 120 Minuten – „provoziert und beleidigt“ worden, so der Ex-Trainer des FC Holzhausen, nachdem sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigt hatten. Auf dem Rasen und an der Seitenlinie ging es, insbesondere in der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung heiß her. Auch Reinhardt und sein Nachfolger, Karsten Maier, lieferten sich das eine oder andere Wortgefecht. Doch es blieb alles in einem sportlich fairen Rahmen.

Auf den Rängen war das, so Reinhardt, leider nicht bei allen der Fall: „Auf dem Sportplatz gehört ein etwas rauerer Ton auch mal dazu, da kann ich drüberstehen. Aber heute hat es mich schon sehr getroffen. Ich denke, dass ich hier gute Arbeit geleistet und etwas aufgebaut habe. Ich habe dem FCH viel zu verdanken, deswegen reagiere ich darauf heute so emotional.“

„Wahnsinniger Pokalfight“

Letztendlich sagte der 32-Jährige, der im Sommer 2023 von Holzhausen zu Großaspach wechselte, jedoch auch nach der Partie: „Das soll nicht über dem Spiel stehen. Wir haben einen wahnsinnigen Pokalfight von beiden Mannschaften gesehen!“ Bei all den Störgeräuschen von jenseits des Platzes hatte er damit definitiv Recht. „Unter dem Strich steht ein überragendes Spiel“, resümierte auch Maier und lobte seine Mannschaft in den höchsten Tönen, obwohl die Enttäuschung über das dramatische Ausscheiden kurz nach Abpfiff natürlich groß war.

Die Gastgeber präsentierten sich vor allem nach dem Seitenwechsel – trotz des 0:1-Rückstands durch einen Treffer von SG-Stürmer Michael Kleinschrodt – enorm stark. Am einen Ende des Feldes machte man dem Oberliga-Spitzenreiter das Leben denkbar schwer, am anderen strahlte man stets Gefahr aus.

Wilde Nachspielzeit

Die Belohnung war der Ausgleichstreffer durch Carlos Konz in der 80. Minute. Was dann in der Schlussphase der regulären Spielzeit folgte, war der reine Pokalwahnsinn. Erste Minute der Nachspielzeit: Die erneute Aspacher Führung durch Jan Rahn. Drei Minuten später: Der ekstatisch bejubelte erneute Ausgleich von Holzhausens Torgarant Janik Michel. So stark sich die Hausherren im Panoramastadion auch präsentierten, so deutlich wurde in der Verlängerung, dass für den ganz großen Coup schlichtweg die Kräfte fehlten.

Kein Happy End

Die dünne Personaldecke machte Karsten Maier zu schaffen und führte dazu, dass dieser mit der Einwechslung von Lars Czerwonka in der 111. Minute nur einen einzigen Wechsel vornahm. Oberliga-Top-Torjäger Fabian Eisele stellte wenig später die Weichen auf Sieg für den Favoriten, der eingewechselte Benedikt Landwehr sorgte kurz vor Schluss mit seinem Treffer zum 4:2 für die Entscheidung. Ein wahnsinniger Pokalabend endete also ohne Happy End für den FC Holzhausen.