Das Pokalderby hatte einen hitzigen und körperbetonten Beginn mit vielen harten Zweikämpfen – wie hier zwischen dem Seedorfer Tim Hauger (links) und Jason Sisic. Foto: Holger Rohde

Spannendes Pokalderby vor 400 Fans auf dem Wittumplatz: Bezirksliga-Aufsteiger SG 08 Schramberg/Sulgen forderte den Landesligisten aus Seedorf 90 Minuten und schnupperte an einer Überraschung.

Am Ende setzten sich die Seedorfer durch zwei Standardtreffer knapp und mit etwas Glück durch. Verbandspokal, 1. Runde: SG 08 Schramberg/Sulgen SV Seedorf 1:2 (1:0). Der Gastgeber erwischte zunächst den besseren Start und ging bereits in der 11. Minute mit 1:0 in Führung. Den herrlichen Seitfall-Volleyaufsetzer in den Winkel aus acht Metern markierte der frei stehende Torjäger Flavius Oprea, der zuvor von Justin Profft mustergültig über den linken Flügel freigespielt wurde, nachdem dieser in den Strafraum die Grundlinie entlang Richtung Fünfmeterraum dribbelte.

Hitziger Beginn

In einer hitzigen Anfangsphase mit sehr körperbetontem Spiel und auch härteren Fouls auf beiden Seiten beruhigte sich die Szenerie nach 20 Minuten etwas. Da hatte der SVS seine erste Chance schon vergeben – Mario Grimmeißen verpasste mit einem Lattenknaller den 1:1-Ausgleich. In der Folge gab es immer wieder Chancen hüben wie drüben. Alban Spahija versemmelte frei am Fünfer das 2:0 (34.). Schrambergs Schlussmann Ion Radu parierte einen 20-Meter-Schuss von Hendrik Berg glänzend (38.). Profft konnte einen tollen Konter nicht auf Oprea weiterleiten. Wiederum Pascal Fahner bugsierte in der 42. Minute freistehend am zweiten Pfosten den Ball über die Seedorfer Latte.

In Hälfte zwei lässt die SG 08 Schramberg/Sulgen nach

Direkt nach dem Seitenwechsel hätte Justin Profft den zweiten Treffer nachlegen können (48.). Was sich rächen sollte. Der Außenseiter verlor nun etwas den Faden. Seedorf justierte sich spieltaktisch neu und drehte die Begegnung letztlich mit einem Doppelschlag binnen fünf Minuten aus ruhenden Bällen.

Unnötiges Handspiel

Ein unnötiges Handspiel von Massimo Tosto sorgte für einen Elfmeter des SVS – Mario Grimmeißen behielt die Nerven und verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich (60.). Kurze Zeit später donnerte Berg einen Freistoß nahe der Eckfahne wie einen Pfeil in den Schramberger Strafraum – Marco Lenz hielt den Kopf dazwischen und nickte die Kugel zur 2:1-Führung ein (65.). Das Spiel war gekippt und nun war die SG unter Zugzwang.

Seedorf vergibt dicke Chancen

Seedorf verpasste es in der Folgezeit bei drei dicken Chancen, das 3:1 zur Entscheidung nachzulegen. Dies brachte die Hausherren für die Schlussphase nochmals zurück ins Geschehen. Das 2:2 für eine Verlängerung wollte allerdings nicht mehr gelingen.

Stimmen

Onur Hepkeskin (SG08): „Wir haben sehr gut gespielt mit vielen Umschaltmomente. Der letzte Pass zum 2:0 war nicht da. In der zweiten Halbzeit haben wir zwei unnötige Tore kassiert, die es insgesamt schwierig machten, und die Luft war dann raus. Roland Hoch hat uns in der Defensive sehr gefehlt. Der Seedorfer Sieg war am Ende verdient, weil sie bissiger und griffiger waren.“

Jonas Baumgartner (SVS): „Wir freuen uns über das Weiterkommen. Es war das erwartet schwere Spiel. In der ersten Halbzeit war Schramberg sehr stark. Je länger das Spiel dauerte, umso besser und dominanter waren wir. Der Sieg war am Ende hochverdient.“

Aufstellungen

SG 08 Schramberg/Sulgen: Radu – Tosto, Haxha, Kohlmann (68. Matasovic, 74. Staiger), Spahija (Gaber), Oprea, Profft (74. Hysa), Fahner, Reisert, Sisic (40. Prodan), Ermolaev.

SV Seedorf: Kost – Agyemang (22. Gapp), Grimmeißen, Hauger (55. Ritzel), Berg, Roth, Gutekunst, Rothkranz (80. L. Haag), Lenz, Broghammer.

Tore: 1:0 Oprea (11.), 1:1 Grimmeißen (Handelfmeter/60.), 1:2 Lenz (65.).

Schiedsrichter: Achim Mauz (Harthausen/Scheer).

Zuschauer: 400.

Gelbe Karten: 3/2.