Sven Katz (rechts) wurde von WFV-Mitglied Matthias Pakai (links) im Dettlinger Sportheim mit einem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Foto: Lothar Schwark

Der VfL Hochdorf hat mit Sven Katz ein loyales Mitglied, welches den Verein seit über vier Jahrzehnten auf allen Ebenen vorantreibt. Dafür wurde er mittlerweile vom WFV geehrt.

Das Sportheim des VfL Hochdorf wurde in der jüngsten Sommerpause zur Bühne einer ganz besonderen Überraschungsparty: Sven Katz wurde von seinen Vereinskollegen gefeiert, denn sie hatten ihn beim Deutschen Fußball-Bund erfolgreich für den „Club 100“ nominiert.

 

Der DFB ehrt 125 Ämter

Katz wird damit in eine exklusive Ehrungsrunde aufgenommen – der DFB zeichnete seine ehrenamtliche Arbeit für den Verein als eine von insgesamt 125 besonderen Leistungen aus.

„Am 10. August haben mich unsere Spieler gemeinsam mit dem Bezirksvorstand im Sportheim überrascht und mir eine Urkunde überreicht. Das war ein toller Tag, ich war völlig ahnungslos“, blickt der 53-jährige Ur-Hochdorfer im Gespräch mit unserer Redaktion auf den gelungenen Moment zurück.

Seit der Gründung der „Aktion Ehrenamt“ im Jahr 1997 verleiht der DFB in Zusammenarbeit mit seinen Landesverbänden jährlich den Ehrenamtspreis. In diesem Jahr wurde die Zahl der Auszeichnungen anlässlich des 125-jährigen Verbandsjubiläums einmalig von 100 auf 125 erhöht.

Ein Treffen mit Neuendorf

Neben Katz werden elf weitere WFV-Ehrenamtliche von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Vizepräsident Peter Frymuth für ihren vorbildlichen Einsatz geehrt – allerdings erst im Frühjahr 2026, wenn sich die Preisträger im Dortmunder DFB-Museum treffen.

„1979 habe ich in der E-Jugend angefangen Fußball zu spielen. Später kamen dann auch Aufgaben außerhalb des Platzes dazu“, resümiert Katz seine mittlerweile 46 Jahre im Verein. Und tatsächlich: Im Laufe der Jahre war er für den VfL bereits als Spieler, Jugendleiter, Jugendtrainer, Trainer, Abteilungsleiter, Finanzvorstand und Event-Organisator tätig.

Besonders wichtig ist ihm, alte Werte weiterzugeben: „Die Zeit auf dem Sportgelände habe ich immer sehr genossen. Die Kameradschaft im Verein ist etwas, das ich gerne in die heutige Zeit tragen möchte. Früher, als ich jung war, war die Welt anders – nicht besser oder schlechter, aber anders. Den Zusammenhalt will ich deswegen bewahren.“

Den Nachwuchs im Blick

Auch mit Blick auf die demografische Entwicklung ist auf Katz Verlass. Er gründete das „Projekt 2022“, mit dem er gezielt junge Mitglieder für das Ehrenamt begeistert: „Oft heißt es, die jungen Leute wollen nichts mehr tun und übernehmen keine Verantwortung. Also habe ich sie eingeladen und erklärt, warum wir sie brauchen und was Ehrenamt bedeutet.“

Der hauptberufliche Versicherungsmakler weiß genau, dass ein Verein nur überleben kann, wenn mehrere Generationen Verantwortung übernehmen: „Ohne Ehrenamt können viele Vereine irgendwann nicht mehr bestehen. Wir sehen ja, wie viele Mannschaften abgemeldet oder Vereine ganz aufgelöst werden.“

Für Katz ist klar, dass sein Projekt weiterlaufen muss – denn junge Erwachsene wird es immer geben und sie werden immer gebraucht werden.

„Und irgendwann will ich ja auch mal in den Ruhestand gehen“, gibt selbst die Vereinsikone des VfL Hochdorf mit einem Lachen zu.