Auf 1926 Liter Regen pro Quadratmeter brachte es das Jahr 2021. Es ist damit das niederschlagsreichste Jahr seit 2013. Foto: Pixabay

Das Jahr 2021 endete in Furtwangen mit dem wärmsten Silvestertag seit Jahrzehnten. Es war der Schlusspunkt eines insgesamt zwar milden, aber wegen der reichlichen Niederschläge doch recht schneereichen Dezembers. Die Sonneneinstrahlung erreichte unterdessen ihren Normalwert.

Furtwangen - Nach drei trockenen Monaten war es im Dezember wieder mal feucht: An der Wetterstation auf dem Kussenhof wurden 260 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen – ein Überschuss von 20 Prozent, gemessen am langjährigen Mittelwert. Mit 65 Litern pro Quadratmeter war der 4. Dezember sogar der niederschlagsreichste Tag des Jahres und zugleich der niederschlagsreichste Dezembertag seit 2001.

Viele Niederschläge

Auch die Jahresbilanz ist geprägt von überdurchschnittlichen Regenfällen. Mit 1926 Litern pro Quadratmeter war 2021 das niederschlagsreichste Jahr seit 2013, obwohl die Regensumme nur um sechs Prozent im Plus lag. Zu dem hohen Niederschlagswert trugen vor allem der Januar (321 Liter), der Mai (281 Liter) und der Dezember bei. Am trockensten war mit 60 Litern der April .

Die hohen Dezemberniederschläge brachten eine mittlere Schneehöhe von 28 Zentimetern hervor, den höchsten Wert um diese Jahreszeit seit vier Jahren. Der langjährige Mittelwert im Dezember beläuft sich auf 18 Zentimeter. Die höchste Schneehöhe des bisherigen Winters wurde mit 52 Zentimetern am 11. Dezember verzeichnet. Ein Warmlufteinbruch zusammen mit Regenfällen hatte später aber zur Folge, dass der Schnee, der sich am 23. Dezember noch auf 37 Zentimeter belief, binnen weniger Tage komplett verschwand. Da bereits der Januar 2021 überdurchschnittlich schneereich war, kam das Jahr 2021 mit einem Jahresmittelwert von 9 Zentimetern fast an den Normalwert der vergangenen Jahrzehnte heran.

13,5 Grad am letzten Tag des Jahres

Wieder war ein Monat zu warm: Im Monatsmittel ergab sich für den Dezember eine Temperatur von 0,8 Grad, womit dieser um 1,5 Grad zu mild war, gemessen an den Aufzeichnungen seit 1979. Es waren vor allem die letzten Tage des Jahres, die den Mittelwert noch kräftig in die Höhe trieben: Am Silvestertag wurden an der Wetterstation 13,5 Grad verzeichnet. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 10 Grad (gemessen am 31. Dezember 2020) deutlich überschritten. Der Tiefstwert des vergangenen Monats wurde am 22. Dezember mit minus 8,5 Grad registriert.

Kühlstes Jahr seit 2013

Auch das Jahr 2021 war mit einer Mitteltemperatur von 6,3 Grad um einige Zehntel Grad zu mild. Zugleich war es nach einigen ungewöhnlich warmen Jahren aber das kühlste Jahr seit 2013. Bei den Temperaturen zeigt sich der Klimawandel deutlich: In der ersten Hälfte der bisherigen Furtwanger Aufzeichnungen hatte der Jahresmittelwert noch bei 5,5 Grad gelegen, in der zweiten Hälfte belief er sich bereits auf 6,5 Grad. Die Extremwerte des Jahres 2021 zeigten sich in beiden Richtungen moderat: Der Jahreshöchstwert kam am 18. Juni auf 29 Grad, der Tiefstwert am 13. Februar auf minus 14,5 Grad.

Normalwert bei Sonneneinstrahlung

Die Sonne zeigte sich im Dezember gemäß den Erwartungen: Mit 26 Kilowattstunde pro Quadratmeter wurde der Normalwert genau getroffen. Die Tageswerte schwankten zwischen 1,9 Kilowattstunden pro Quadratmeter an einigen durchgehend sonnigen Tagen und nicht einmal 0,2 Kilowattstunden an den trübsten Tagen. In der Jahresbilanz strahlten 1129 Kilowattstunden pro Quadratmeter auf Furtwangen nieder. Damit wurde der langjährige Mittelwert zwar zu 99 Prozent erreicht; da die letzten Jahre aber recht sonnig waren, war 2021 zugleich das trübste Jahr seit 2013.

Frühlingshafter Neujahrstag

Wie das Jahr 2021 zu Ende ging, so begann auch das neue: mit einem Temperaturrekord. Der Neujahrstag war mit Mittagswerten um 15 Grad der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 43 Jahren. Der bisherige Spitzenwert an Neujahr stammte aus dem Jahr 1984 mit 8,5 Grad.

Der langjährige Mittelwert für den Januar beläuft sich auf minus 2 Grad, wobei die Einzelwerte im Extremfall schon bei einerseits minus 25 Grad (1987) und andererseits plus 16,5 Grad (2002) lagen. Die kälteste Zeit des Jahres folgt im Mittel aber erst im Februar; der 13. Februar war im Mittel der vergangenen Jahrzehnte der kälteste Tag.

1981 liegen zwei Meter Schnee

Die Niederschläge summieren sich im Januar im Mittel auf 189 Liter pro Quadratmeter, womit dieser Monat nach dem Dezember auf Platz zwei im gesamten Jahresverlauf steht. Knapp die Hälfte des Januarniederschlags fällt in Furtwangen als Schnee und beschert eine mittlere Schneehöhe von 28 Zentimetern. Zum Monatsbeginn liegt die mittlere Schneehöhe noch um 20 Zentimeter und nimmt bis Monatsende auf rund 35 Zentimeter zu. Am meisten Schnee wurde Ende Januar 1981 mit rund zwei Metern gemessen.