Noch nie hat es in einem November so viel geregnet wie in diesem Jahr. Mit 474 Litern pro Quadratmetern war der Monat so verregnet wie noch nie zuvor. Trotz fehlender Sonne lagen die Temperaturen über dem Normalwert.
Nie zuvor seit Beginn der Furtwanger Wetteraufzeichnungen im Jahr 1979 war der November so verregnet. Zugleich war der vergangene Monat der sonnenärmste der bisherigen Statistik. Trotz Regen und fehlender Sonne war er gleichwohl zu warm – wie schon die sechs Monate zuvor.
Niederschläge Mit 474 Litern pro Quadratmeter ging fast dreimal so viel Niederschlag nieder, wie normal. Unter allen bisher verzeichneten Monatswerten erreichte der November sogar Platz 3 hinter dem März 1988 mit 618 Litern und dem Dezember 2011 mit 481 Litern.
Der niederschlagsreichste Tag des zurückliegenden Monats war der 14. November, der an der Wetterstation auf dem Kussenhof auf 81 Liter pro Quadratmeter kam.
So endete auch der meteorologische Herbst, der mit dem November bereits abgeschlossen ist, in seiner Gesamtbilanz extrem feucht. Mit 694 Litern pro Quadratmeter ging 60 Prozent mehr Regen nieder als in einem durchschnittlichen Herbst. Zuletzt 2002 war der Herbst mit 743 Litern noch feuchter gewesen.
Schneefall Ungefähr ein Sechstel der November-Niederschläge fielen als Schnee, so dass zum Monatsende an der Wetterstation eine Schneehöhe von 42 Zentimetern gemessen wurde. Ungewöhnlich war das aber nicht; zuletzt 2017 gab es im November höhere Werte.
Temperaturen Die Mitteltemperatur belief sich im November auf 3,1 Grad Celsius, womit der Monat um 1,2 Grad zu mild war. Die Schwankungen waren relativ gering. Der Höchstwert wurde am 13. November mit 11,5 Grad ermittelt, was recht wenig ist; die Rekordtemperatur um diese Jahreszeit lag bisher bei 20,5 Grad (gemessen 1994).
Der Tiefstwert belief sich am 30. November auf minus sechs Grad, was ein eher mäßiger Frost für diese Jahreszeit ist – verglichen mit minus 17,5 Grad, die 1993 gemessen wurden.
Auffallend war eine Warmfront, die am 12. November über das Land zog und zwischen 16 und 19 Uhr die Temperatur um satte 6,3 Grad ansteigen ließ.
Wärmster Herbst Wie bereits seit mehreren Wochen zu erwarten war, endete der meteorologische Herbst 2023 als der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Mitteltemperatur der vergangenen Monate kam auf 9,6 Grad, womit die Jahreszeit um 3,1 Grad zu mild war. Der bisherige Höchstwert von 2006 (9,1 Grad) wurde deutlich übertroffen.
Sonneneinstrahlung Die Sonneneinstrahlung belief sich im November auf nur knapp 23 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Das ist so viel, wie im Hochsommer an drei Tagen möglich ist. Mit diesem Wert war der November der trübste seit Jahrzehnten; der langjährige Mittelwert wurde nur zu 63 Prozent erreicht. Bisher hatte der Tiefstwert bei knapp 25 Kilowattstunden gelegen (gemessen 2002).
Die Solaranlagen erzeugte an manchen Tagen so gut wie gar nichts; mehrere Tage brachten nur noch eine Einstrahlung von jeweils 0,1 bis 0,2 Kilowattstunden pro Quadratmeter.
Gleichwohl lag der Herbst bei der Sonneneinstrahlung gut im Rennen. Mit 228 Kilowattstunden je Quadratmeter erreichte die Jahreszeit noch ein Plus von elf Prozent, was vor allem dem sehr sonnigen September zu verdanken war.
Ausblick in den Dezember Kalt begann der Dezember. In der Nacht zum 4. Dezember sank das Thermometer erstmals in diesem Winter in den zweistelligen Minusbereich. Im Mittel ist im Dezember mit einer Temperatur von minus 0,7 Grad zu rechnen. Der absolute Tiefstwert bisher wurde am 2. Dezember 1980 mit minus 19,5 Grad verzeichnet, der Höchstwert fiel mit 17 Grad auf den 16. Dezember 1990.
Die Niederschläge summieren sich im langjährigen Mittel auf 217 Liter pro Quadratmeter, womit der Dezember der regenreichste Monat des Jahres ist. Der nasseste Dezembertag bisher war der 21. Dezember 2001 mit 118 Litern.
Die mittlere Schneehöhe beläuft sich im Dezember auf 18 Zentimeter, wobei der historische Höchstwert um Weihnachten 1981 bei 182 Zentimetern lag. Die Sonne erreicht um den kürzesten Tag des Jahres naturgemäß ihr Minimum und schafft selbst bei wolkenlosem Himmel keine zwei Kilowattstunden mehr pro Tag und Quadratmeter. Sommertage kommen auf rund acht Kilowattstunden.
Im Mittel erzielt der Dezember noch eine Summe von 25 Kilowattstunden pro Quadratmeter – das ist immerhin noch etwas mehr als der zurückliegende November brachte.