Ein besonders milder Jahreswechsel wird auch am Fuße der Schwäbischen Alb erwartet, hier ein Blick auf den Zoller. Foto: Schreiber

2021 verabschiedet sich mit einem ungewöhnlich warmen Gruß von uns: Sehr warme, subtropische Luft hat sich breitgemacht und sorgt nicht nur an Silvester, sondern auch am ersten Wochenende des neuen Jahres für wahre Frühlingsgefühle.

Oberndorf - Grillen statt Raclette zu Silvester? Zwischen Hochrhein und Nordschwarzwald, der Ortenau und der Schwäbischen Alb ist es so mild wie lange nicht zum Jahreswechsel. Ursächlich für diese ungewöhnliche Entwicklung ist Hoch "Christine" über der Iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeer, das Subtropenluft angesaugt hat und direkt an den Oberrhein und in den Schwarzwald hinein schiebt.

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Statt verschneiter Winterlandschaften im Schwarzwald gibt es stattdessen Tauwetter und Frühlingsgefühle. An Silvester erwarten uns daher 10 Grad unter Hochnebel am Bodensee und bis zu 17 Grad im Oberrheingraben. "Das ist wirklich sehr außergewöhnlich zum Jahreswechsel", sagt Diplom-Geografin und Meteorologin Franziska Polak von der Wetterfirma Q.met, die täglich die Wetterkarte für unsere Zeitung erstellt.

"Es könnte tatsächlich neue Tagesrekorde geben", sagt die Expertin voraus. Während es zwischen Hochrhein, Bodensee und Donau zunächst längere Zeit neblig-trüb ist, teilweise auch tagsüber bleibt, kann sich besonders in den höheren Schwarzwaldlagen und am Oberrhein vielfach die Sonne behaupten. In der Silvesternacht wird es zunehmend wolkiger, es bleibt aber trocken. Bei Tiefstwerten zwischen 10 Grad im Breisgau und 2 Grad im Dauernebel ist es insgesamt weiterhin deutlich zu mild.

Ab Dienstag sinkt Schneefallgrenze auf 1000 Meter

Das neue Jahr beginnt abgesehen von einigen Nebel- und Hochnebelfeldern recht freundlich, teilweise ziehen lockere Wolken durch. Die Temperaturen erreichen erneut milde 9 (Hochrhein bei Nebel) bis 14 Grad (Oberrheingraben). Am Sonntag kann man anfangs noch sonnige Abschnitte genießen, doch von Nordwesten nimmt rasch die Bewölkung zu. Am Nachmittag kommt am Rhein stellenweise etwas Regen auf, in den höheren Schwarzwaldlagen drohen teils Sturmböen. Mit 9 bis 14 Grad wird es abermals sehr mild.

Wolkenreiches und teils wechselhaftes Wetter steht zum Start in die neue Woche bevor. Am Montag sind nochmals 9 bis 14 Grad drin. Von Dienstag an sickert allmählich kältere Luft ein, sodass null Grad in den höheren Schwarzwaldlagen und knappe 10 Grad am Rhein erreicht werden. Die Schneefallgrenze sinkt auf etwa 1000 Meter. Ab Mittwoch hat uns dann eher winterliches Wetter im Griff: ein Mix aus Sonne und Schneeschauern bei Temperaturen zwischen minus 5 Grad in höheren Lagen und plus 4 Grad entlang des Rheins sind dann drin.

Keine neuen Temperaturrekorde

Doch wie fällt der Rückblick auf das ganze Jahr 2021 aus? Auch ohne neue Temperaturrekorde war es 2021 zu warm – es ist damit das elfte zu warme Jahr in Folge. Der Deutsche Wetterdienst hat in seiner Jahresbilanz berichtet.