Der Juli in Furtwangen war abermals ein überdurchschnittlich warmer Monat, wobei die Tagestemperaturen weniger auffallend waren. Vor allem die milden Nächte schlugen sich auf die Bilanz nieder. Hier ein Überblick über das Wetter im vergangen Monat.
Die zweite Monatshälfte zog die Julitemperatur deutlich über den langjährigen Mittelwert. Ansonsten war der vergangene Monat eher mittelmäßig mit Niederschlagsmengen und Sonnenschein nahe dem Normalwert.
Der Monat hatte kühl begonnen, am 3. Juli lag selbst die Mittagstemperatur an der Wetterstation auf dem Kussenhof gerade bei zwölf Grad. Doch im Verlauf des Monats wurde es immer wärmer.
In der Gesamtbilanz endete der Juli schließlich mit einem Durchschnittswert von 16,6 Grad. Das war 1,7 Grad mehr, als im Mittel zu erwarten war und reichte für Platz 11 im 46. Beobachtungsjahr. Damit hat sich die Reihe der zu warmen Monate auf 15 verlängert.
Der letzte Monat, der in Furtwangen unterhalb des langjährigen Mittelwerts blieb – errechnet aus den Messungen seit 1979 – war der April 2023. Aktuell liegt das Jahr 2024 um 2,6 Grad im Plus.
Höchstwert von 29,5 Grad
Die hohe Mitteltemperatur im Juli ergab sich, obwohl es nie extrem heiß war; der Monatshöchstwert von 29,5 Grad am 30. Juli war eher mäßig. Auch die Zahl der Sommertage mit 25 Grad oder mehr war mit sieben nicht besonders hoch; der langjährige Mittelwert liegt bei 6,4 Sommertagen im Juli.
Dafür schlugen die oft sehr milden Nächte stark auf die Mitteltemperatur durch. Sieben warme Nächte, die nicht unter 15 Grad abkühlten, wurden im Juli gezählt – normal sind nach der langjährigen Statistik zwei solcher Nächte. In der wärmsten Nacht des bisherigen Sommers, jene vom 9. auf den 10. Juli, fiel die Temperatur nicht unter 17 Grad.
Nächte kühlen nicht stark ab
Dieses Phänomen zieht sich übrigens deutlich erkennbar durch die langjährige Statistik: Es sind vor allem die Nächte, die heute wärmer sind als früher – es kühlt schlicht nicht mehr so stark ab. Entsprechend war auch der Tiefstwert des Monats mit sieben Grad am 8. Juli eher mild.
Die milden Nächte gingen einher mit häufiger Schwüle. An jedem zweiten Tag im Juli wurde zeitweise eine Taupunkttemperatur oberhalb von 16 Grad gemessen – dieser Wert ist ein Maß für die Schwüle. Der Taupunkt bemisst sich an dem absoluten Feuchtegehalt der Luft. Der Höchstwert wurde mit einem Taupunkt von 21 Grad kurz nach dem Mittag am 31. Juli registriert. Ab einer Taupunkttemperatur von 20 Grad, so formuliert der Deutsche Wetterdienst, sei es „schon ziemlich unangenehm“.
Ein weiterer bemerkenswerter Extremwert wurde am frühen Abend des 31. Juli verzeichnet: Binnen 40 Minuten fiel während eines Gewitters die Temperatur um volle sieben Grad.
Überdurchschnittlich oft Regen
Mittelmäßig blieben im Juli die Niederschläge. Mit 128 Litern pro Quadratmeter erreichten sie 91 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Wenn der Juli als regenreich erschien, dann vielleicht deswegen, weil es überdurchschnittlich oft regnete. Die Zahl der Regentage war mit 19 relativ hoch – normal sind im Juli 15. Die maximale Tagesmenge mit nicht einmal 19 Litern an 24. Juli war hingegen sogar recht niedrig.
Das Jahr 2024 war insgesamt aber bisher sehr feucht. Mit 1232 Litern pro Quadratmeter liegt es nach sieben Monaten um 18 Prozent im Plus. Auch die Zahl der Regentage seit Jahresbeginn lag mit 126 Ende Juli über dem langjährigen Mittelwert von 114.
Die Sonne überschritt dank eines sonnigen letzten Monatsdrittels ihren langjährigen Juli-Mittelwert sogar knapp. Die eingestrahlte Sonnenenergie lag am Ende mit 174 Kilowattstunden pro Quadratmeter um fünf Prozent im Plus. Mit neun Tagen jenseits der Marke von sieben Kilowattstunden pro Quadratmeter – das ist das Maß für einen sonnigen Hochsommertag – lag der Juli ebenfalls knapp über dem langjährigen Durchschnitt von 7,8 solcher Sonnentage.
Solarstrom mit etwa acht Prozent im Defizit
Das Jahr 2024 in der bisherigen Bilanz liegt mit 708 Kilowattstunden pro Quadratmeter noch rund acht Prozent im Defizit. Die Erträge von Solarstromanlagen in der Region dürften also in etwa gleichem Umfang unterhalb ihres Normalwertes liegen.
Feucht und schwül begann auch der August. Im Mittel sinken die Temperaturen ab August bereits etwas, nachdem der 27. Juli im langjährigen Mittel der bisherigen Beobachtungsjahre der wärmste Tag des Jahre ist. Ab Mitte August wird der Temperaturrückgang zumeist spürbarer. Mit 14,3 Grad ist der August im Mittel etwa ein halbes Grad kühler als sein Vormonat. Die Niederschläge liegen mit 129 Litern pro Quadratmeter etwas unter dem Juliwert und die Solarstrahlung nimmt mit 145 Kilowattstunden pro Quadratmeter gegenüber dem Vormonat bereits um etwa 13 Prozent ab.