Am 16. April kehrte der Winter in der Region mit reichlich Schnee zurück. Foto: Corinne Otto

Der April war der zwölfte Monat in Folge, der in Furtwangen zu warm war – daran konnten auch einige kalte Tage in der zweiten Monatshälfte nichts ändern. Die Sonne machte sich zugleich rar, die Niederschläge waren überdurchschnittlich.

Im April kam es zu einer bemerkenswerten Rückkehr des Winters: Am 24. April wurde die höchste Schneedecke seit dem 11. Dezember gemessen.

 

Temperaturen Der Monat begannt mit Rekordtemperaturen: Am 6. April wurde es an der Wetterstation auf dem Kussenhof bis zu 24 Grad warm. Nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979 war es so früh im Jahr schon so warm gewesen. Der bisherige Spitzenwert im ersten Monatsdrittel lag bei 20,5 Grad. Zu einem neuen Aprilrekord kam es aber nicht, diesen hält nach wie vor der 28. April 2012 mit 25 Grad.

Kurz nach der Rekordwärme folgte ein extremer Temperatursturz. Nachdem der 8. April noch eine Tagesmitteltemperatur von 18,8 Grad erreicht hatte – das wäre selbst für einen Julitag weit überdurchschnittlich gewesen –, fiel die Temperatur am Folgetag um volle 13 Grad. Wenig später wurde es erneut extrem warm und die Nacht zum 14. April war mit einer Tiefsttemperatur von 14,5 Grad mit Abstand die wärmste Aprilnacht der Furtwanger Messgeschichte; der bisherige Spitzenwert hatte im April 2012 bei 11,5 Grad gelegen.

Die Tiefsttemperatur im vergangenen Monat belief sich auf minus drei Grad am 23. April. Das war noch recht mild, verglichen mit vergangenen Jahrzehnten, als es im letzten Monatsdrittel auch schon Werte bis minus neun Grad gegeben hatte. So ergibt sich für den vergangenen Monat eine Mitteltemperatur von 6,8 Grad, womit der April um zwei Grad über dem langjährigen Durchschnittswert lag.Damit reihte sich der April im nunmehr 46. Jahr der Furtwanger Wetteraufzeichnungen bei der Wärme auf Platz sechs ein. An der Spitze steht weiterhin der April 2018 mit 9,6 Grad. Das Jahr 2024 steht nach vier Monaten aktuell mit 3,4 Grad im Plus.

Sonneneinstrahlung Die hohen Apriltemperaturen ergaben sich, obwohl es recht trüb war. Die Sonneneinstrahlung summierte sich im ganzen Monat auf lediglich 108 Kilowattstunden pro Quadratmeter und erreichte damit den Sollwert nur zu 90 Prozent. Das Jahr 2024 liegt damit bei der eingestrahlten Solarenergie zur Zeit acht Prozent im Minus.

Niederschläge Die Niederschläge erzielten zugleich ein deutliches Plus. Mit 167 Litern pro Quadratmeter überschritt der April seinen langjährigen Durchschnittswert um 45 Prozent. Der 19. April war mit gut 30 Litern pro Quadratmeter der regenreichste Tag des Monats.

Seit Jahresbeginn liegen die Niederschläge aktuell 15 Prozent über dem Normalwert. Gut die Hälfte der Niederschläge fiel im April als Schnee, was für den April ein extrem hoher Wert ist. Einen so hohen Anteil hatte keiner der vorangegangenen Wintermonate erzielt.

Nach einer schneelosen ersten Aprilhälfte kehrte der seit Mitte Dezember ausgebliebene Winter ab dem 16. April zurück und bescherte am 24. April mit 17 Zentimetern die höchste Schneedecke des Monats. Damit fehlte nicht mehr viel zum bisherigen Spitzenwert dieses Kalendertags: Am 24. April 1982 waren an der Furtwanger Wetterstation 19 Zentimeter verzeichnet worden.

Ausblick Mit einem sonnigen Maifeiertag, der um sieben Grad wärmer war als üblich, begann der neue Monat.

Die Mitteltemperatur der kommenden Wochen liegt gemäß dem langjährigen Durchschnitt bei 9,4 Grad, die Extremwerte im Mai beliefen sich bisher auf 27,5 Grad einerseits und minus 6,5 Grad andererseits. Im Mittel gibt es im Mai nochmals drei Frosttage.

Mit einer Niederschlagsmenge von 149 Litern pro Quadratmeter ist der Mai ein durchschnittlicher Regenmonat, wobei der bisher regenreichste Maitag im Jahr 2000 alleine 114 Liter brachte.

Die Sonneneinstrahlung beläuft sich im Mai im Mittel auf 146 Kilowattstunden pro Quadratmeter und liegt damit laut den bisherigen Messungen sogar knapp vor dem August mit 145 Kilowattstunden.

Die länger werdenden Tage machen sich deutlich bemerkbar: Ab der zweiten Maiwoche sind wieder Tageswerte von acht Kilowattstunden pro Quadratmeter möglich.